merken
PLUS Meißen

"Besorgte Bürger" wollen Landrat an Haltestelle treffen

Ralf Hänsel hat einen anonymen Brief erhalten. Mit einer Entschuldigung. Das vorgeschlagene Treffen lehnt er aber ab. Doch zu Gesprächen ist er immer bereit.

Besorgte Bürger entschuldigten sich beim Meißner Landrat Ralf Hänsel für einen Angriff auf seine Privatsphäre. Doch sie blieben weiter anonym.
Besorgte Bürger entschuldigten sich beim Meißner Landrat Ralf Hänsel für einen Angriff auf seine Privatsphäre. Doch sie blieben weiter anonym. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. Der Meißner Landrat Ralf Hänsel hat einen anonymen Entschuldigungsbrief erhalten. Das sagte er am Donnerstag sächsische.de. Die Entschuldigung bezog sich auf den Angriff auf die Privatsphäre des Landrates vor reichlich einer Woche. Unbekannte stellten vier brennende rote Grabkerzen in die Einfahrt seines Privatgrundstücks. In dem Haus wohnen insgesamt vier Familienmitglieder.

Der Landrat nahm die Entschuldigung an, wunderte sich aber über die Anonymität der Absender. Die "besorgten Bürger" forderten ihn zugleich zu einem Gespräch an einer Bushaltestelle auf. Sie gaben auch den Zeitpunkt vor. Ein Thema nannten sie nicht. Dieses vorgeschlagene Treffen mit Personen, die sich vorher nicht zu erkennen geben, lehnte er aber ab. Für ein offenes Gespräch im Landratsamt, stehe er aber nach wie vor zur Verfügung. Dafür benötige er aber einen Ansprechpartner und ein Thema.

Anzeige
Den Muttertag besonders machen
Den Muttertag besonders machen

Machen Sie Ihrer Mutter zu ihrem Ehrentag eine ganz besondere Freude. Der Bürgergarten Döbeln hat sich dafür etwas ganz besonderes ausgedacht.

Vernünftig, so Hänsel, wäre eine Gesprächsrunde mit fünf bis zehn Personen. Eine Videokonferenz mit 50 Leuten mache wenig Sinn, da dann die meisten nicht zu Wort kommen. Ein Gedankenaustausch sei so schwierig. Außerdem würde ihn das Thema des gewünschten Gesprächs interessieren. Er vermute, es geht den anonymen Briefschreibern um die Corona-Politik. Aber auch das sei ein weites Feld, von der Existenz des Virus, über die Krankheit, die staatlichen Maßnahmen bis hin zu wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen. Voraussetzung für ein Gespräch sei aber, dass sich die Betroffenen nicht mehr in der Anonymität verstecken.

Weiterführende Artikel

Geimpfte: Mehrheit steht hinter weiteren Lockerungen

Geimpfte: Mehrheit steht hinter weiteren Lockerungen

Zwei Drittel der Deutschen dafür, 1.188 neue Fälle in Sachsen, Polen bald kein Hochinzidenzgebiet mehr, Ansturm auf Impftermine in Sachsen - unser Newsblog.

Meißner Landrat hat einen neuen Büroleiter

Meißner Landrat hat einen neuen Büroleiter

Thomas Rösch wechselt nach 18 Jahren in ein neues Amt. Sein Nachfolger Ronny Werner kommt aus der Gemeinde Zeithain.

Ralf Hänsel war im März selbst an Corona erkrankt. Die Krankheit verlief mit milden, grippeähnlichen Symptomen. Er hatte aber noch mit Folgen, wie schnellerer Erschöpfung, zu kämpfen.

Mehr lokale Nachrichten gibt's hier: aus Riesa | Großenhain | Meißen | Radebeul.

Mehr zum Thema Meißen