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Biobauern fordern mehr Wertschätzung

Nur neun Prozent aller in Deutschland verkauften Speiseöle stammen aus biologischem Anbau. Auch die Ölmühle Moog in Klappendorf will das ändern.

Judith Faller-Moog, die Tochter des Firmengründers, spezialisierte das Unternehmen auf die naturbelassene Herstellung von Bio-Ölen.
Judith Faller-Moog, die Tochter des Firmengründers, spezialisierte das Unternehmen auf die naturbelassene Herstellung von Bio-Ölen. © Claudia Hübschmann

Lommatzsch. Einmal im Jahr treffen sich Biolandwirte aus ganz Deutschland in der Ölmühle Klappendorf und beschäftigen sich mit der Frage, wie die Wertschätzung der Verbraucher für ökologische Erzeugnisse gesteigert werden kann.

Wegen der Corona-Pandemie fand die Konferenz in diesem Jahr aber nicht vor Ort, sondern erstmals digital statt. Beim mittlerweile achten „Fachtag ökologischer Ölpflanzenanbau“ drehte sich auch dieses Mal wieder alles um aktuelle Themen des Bio-Ölsaatenanbaus. Die Teilnehmer aus ganz Deutschland hörten Praxisberichte aus dem ökologischen Mohn- und Rapsanbau sowie Forschungsberichte von Vertretern der Universität Bonn und der Hochschule für Wirtschaft und Technik Dresden. Außerdem standen eine Technikschau zur Trocknung und Lagerung von Ölsaaten sowie Zeit für Diskussionen im Programm.

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Zum einen ging es dabei um die Abdrift von chemischen Pestiziden, die Bio-Landwirten Sorgen bereitet und zum Teil dazu führt, dass deren Ernte nicht mehr verkauft werden kann.

Zum anderen ging es um die Wirtschaftlichkeit des Ölsaatenanbaus. Denn der Bio-Landbau wächst, die Wertschätzung und die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher für Produkte aus ökologischem Anbau eher nicht. So stammen beispielsweise nur etwa neun Prozent der in Deutschland verkauften Speiseöle aus biologioschem Anbau. Einig waren sich die Teilnehmer deshalb, dass Transparenz, Informationen und Marketingmaßnahmen immer wichtiger werden.

Diese sind auch Bestandteil der »Initiative heimische Biolandwirtschaft«. Die wurde 2014 von der Ölmühle Moog gegründet, um faire Preise und Liefersicherheit für die Landwirte, die Weiterentwicklung des Öko-Landbaus sowie die Stärkung des Bewusstseins für regionale Produkte und deren Preise zu fördern. Deshalb soll es weitere Marketingmaßnahmen für regionale Öle geben. Der nächste „Fachtag ökologischer Ölpflanzenanbau“ ist für Juni 2022 geplant, dann wohl wieder in Klappendorf.

Erste reine Biomühle Europas

Als erste reine Bio-Ölmühle Europas stellt die Ölmühle Moog seit mehr als 35 Jahren aus Samen, Früchten und Nüssen Bio-Öle her. 1984 begann Franz J. Moog in Bram im Südwesten Frankreichs, seine Vision von ökologischer Landwirtschaft zu verwirklichen.

Seine Tochter Judith Faller-Moog lebt diese Vision bis heute. Sie spezialisierte das Unternehmen auf die naturbelassene Herstellung von Bio-Ölen und gründete die Marke Bio Planete, nach eigenen Angaben aktueller Marktführer im Bio-Fachhandel. Nachdem 2004 in Klappendorf in der Lommatzscher Pflege ein zweiter Unternehmensstandort auf dem Bio-Landwirtschaftshof Faller gegründet wurde, beschäftigt die Ölmühle Moog heute insgesamt etwa 160 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte im Firmensitz Klappendorf und in der Abfüllanlage in Mehltheuer.

Das Sortiment umfasst mehr als 70 verschiedene Öle in Bio-Qualität: Von Klassikern wie Raps- und Sonnenblumenöl über Gourmet-Produkte wie Walnuss- oder Kürbiskernöl bis hin zu Lein- und Schwarzkümmel-Vital-Ölen. (SZ)

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