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Brisanter Grundstücksverkauf verschoben

Nossener fürchten noch mehr um ihre Gesundheit, wenn sich in ihrer Nähe ein Industrieunternehmen erweitert. Die Entscheidung wurde nun vertagt.

Die Firma Schaumaplast will sich in Nossen erweitern.
Die Firma Schaumaplast will sich in Nossen erweitern. © Claudia Hübschmann

Nossen. Eigentlich stand der Verkauf weiterer Flächen an die Firma Schaumaplast in Nossen auf der Tagesordnung in der Juni-Stadtratssitzung. Dies führte zu Ärger bei Nossenern, die in unmittelbarer Nähe des Schaumstoffherstellers am Augustusberg wohnen. Seit Jahren sorgen sie sich wegen – wie sie vermuteten – ausgestoßener, gesundheitsgefährdender Stoffe wie Styrol und Pentan. Nun will sich das Unternehmen erweitern, das beängstigt die Anwohner.

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Der Stadtrat hat nun aber vorerst nicht über den Verkauf weiterer Flurstücke an das Unternehmen entschieden. Bürgermeister Christian Bartusch (SPD) erklärte: „Die Beschlussvorlage habe ich auf Bitten der Berichterstatterin des Petitionsausschusses von der Tagesordnung genommen, damit die Entscheidung nicht vor dem Vorliegen des Petitionsberichtes getroffen wird. Nach Vorliegen des Berichts wird das Thema wieder aufgerufen.“

Besagte Petition hatten betroffene Anwohner an den sächsischen Landtag gerichtet. Eine Anhörung fand eine Woche vor der Stadtratssitzung statt. Am 6. Juli werde nun der Petitionsausschuss über den Bericht beraten und dann hoffentlich beschließen, teilte die Leiterin des Petitionsausschusses, Antonia Mertsching (Linke) auf Anfrage mit.

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Am Donnerstag will der Stadtrat weitere Flächen an das Industrieunternehmen verkaufen. Anwohner fürchten seit Jahren um ihre Gesundheit.

Seit vielen Jahren fordern Anwohner schon eine Überprüfung der Stoffe, die von Schaumaplast bei der Herstellung von sogenannten EPS-Formteilen an die Umwelt abgegeben werden. Weil die Firma Emissionsmessungen bisher jedoch verweigert – sie bezieht sich dabei auf ihr Hausrecht – hat das sächsische Umweltamt orientierende Immissionsmessungen an einigen Wohngrundstücken vorgenommen und beide Stoffe auch nachweisen können. Allerdings in so geringer Menge, dass bei diesen Werten eine Gesundheitsgefährdung als wenig wahrscheinlich eingestuft wurde. Doch in dem Bericht heißt es auch, dass die Messungen nur orientierenden Charakter haben, aufgrund der begrenzten Zeit und der Messverfahren und Messmittel, auf die zurückgegriffen werden mussten.

Die Anwohner legen nun all ihre Hoffnungen auf den Bericht des Petitionsausschusses.

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