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Drei neue Corona-Infizierte im Landkreis Meißen

Insgesamt wurden 279 Personen positiv getestet. Werden Kinder bald wieder im Chor singen dürfen? Experten kamen zu überraschenden Erkenntnissen.

Singen im Kinderchor ist in Pandemie-Zeiten sehr problematisch. Viele Studien belegten, dass beim Singen mehr Aerosole ausgestoßen werden, wobei die Infektionsgefahr steigt. Eine neue Studie kommt bei Kindern zu etwas anderen Ergebnissen.
Singen im Kinderchor ist in Pandemie-Zeiten sehr problematisch. Viele Studien belegten, dass beim Singen mehr Aerosole ausgestoßen werden, wobei die Infektionsgefahr steigt. Eine neue Studie kommt bei Kindern zu etwas anderen Ergebnissen. © picture alliance/dpa

Meißen. Das Virus ist wieder aufgewacht. Diesmal sind es schon drei neue Corona-Fälle im Landkreis Meißen im Vergleich zum Vortag, teilt das Landratsamt am Donnerstag mit.  Insgesamt wurden im Landkreis Meißen bislang 279 Personen positiv getestet. Davon befinden sich elf in behördlich angeordneter Quarantäne. Zudem müssen 33 Kontaktpersonen von positiven Fällen ebenfalls in Quarantäne. Im Krankenhaus muss niemand stationär behandelt werden. 20 Personen sind bisher insgesamt verstorben.

Singen im Chor ist in den allermeisten Fällen durch die Corona-Pandemie stark eingeschränkt. Grund ist der verstärkte Ausstoß von Aerosolen beim Singen. Das erhöht das Ansteckungsrisiko. Doch zumindest für Kinder gibt es jetzt  Hoffnung, dass Singen im Chor doch wieder möglich sein wird. Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Technischen Universität Berlin veröffentlichen jetzt im Preprint eine Studie, die die potenzielle aerogene Virusübertragung beim gemeinsamen Singen von Kindern untersucht. 

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Zwei Kurven mit Drang nach oben.
Zwei Kurven mit Drang nach oben. © Gesundheitsamt Meißen
Drei neue Fälle.
Drei neue Fälle. © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul vorn.
Radebeul vorn. © Gesundheitsamt Meißen
Die. mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen.
Die. mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen. © Gesundheitsamt Meißen
Die rote Linie ist noch fern.
Die rote Linie ist noch fern. © Gesundheitsamt Meißen

An der Untersuchung nahmen vier Jungen und vier Mädchen des Berliner Domchores und des Mädchenchores der Singakademie Berlin teil. Die Untersuchungen wurden in einem Forschungs-Reinraum durchgeführt. Die Kinder absolvierten verschiedene Testaufgaben, wobei mit einem Laserpartikelzähler die Anzahl der gebildeten Aerosole im Größenbereich von 0,3 bis 25 Mikrometer bestimmt wurde. Parallel zur Partikelmessung wurde der Lautstärkepegel für die verschiedenen Testaufgaben aufgenommen. 

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Aerosolemissionen auch bei Kindern beim Singen signifikant höher sind als beim Sprechen, aber stark variieren und deutlich unter den Emissionen von Erwachsenen liegen“, so Prof. Dr. Dirk Mürbe von der Charité. Neben den Effekten der Stimmstärke beim Singen der Kinder sind es die Besonderheiten der zu Grunde liegenden Schwingungsabläufe der kindlichen Stimmlippen. Diese führen nicht nur zum typischen Klang von Kinderstimmen, sondern auch zu einer geringeren Aerosolproduktion.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen jetzt dazu genutzt werden, die Hygienekonzepte für das Singen im schulischen oder außerschulischen Bereich anzupassen. So könnte auch das gemeinsame Singen von Kinder- und Jugendchören unter bestimmten Bedingungen wieder möglich werden.

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