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Ein neuer Corona-Fall im Landkreis Meißen

Insgesamt haben sich 290 Personen infiziert. Die Wahrscheinlichkeit von weiteren Anstiegen ist hoch. Gibt es einen anderen Verlauf der Grippewelle?

Die Grippe-Impfsaison hat begonnen. Ärzte empfehlen besonders den Risikogruppen die Impfung. Allerdings gibt es gute Chancen, dass wegen der verstärkten Hygienemaßnahmen die Grippewelle milder ausfällt.
Die Grippe-Impfsaison hat begonnen. Ärzte empfehlen besonders den Risikogruppen die Impfung. Allerdings gibt es gute Chancen, dass wegen der verstärkten Hygienemaßnahmen die Grippewelle milder ausfällt. © Martin Schutt/dpa

Meißen. Das Virus verbreitet sich am Wochenende langsamer. Drei weitere mit Corona infizierte Personen sind im Landkreis Meißen am Freitag hinzugekommen, teilte das Landratsamt mit. Für Sonntagmorgen meldete das Robert Koch-Institut aber nur einen weiteren Fall. So gibt es jetzt insgesamt 290 positiv getestete Personen, von denen sich 16 in behördlich angeordneter Quarantäne befinden (Stand Freitag). Weitere 51 Kontaktpersonen von positiven Fällen kommen dazu. Aktuell ist ein Patient stationär im Krankenhaus aufgenommen. 20 Personen sind bisher im Zusammenhang mit Corona verstorben.

Auch die Supercomputer der Universität Osnabrück sehen mit Blick auf mehrere Wochen einen gleichbleibend steigenden Trend. Sie berechnen mit Stand vom 3. Oktober eine 75-prozentige Wahrscheinlichkeit von weiteren Anstiegen der Corona-Fälle im Landkreis Meißen. Am Freitag lag der Wert ebenfalls bei 75 Prozent. Das Gleiche trifft auch auf die Nachbarkreise wie Nordsachsen,  Mittelsachsen und Elbe-Elster zu. Dresden steigerte  sich jetzt von 50 Prozent auch auf 75,  die Sächsische Schweiz-Osterzgebirge liegt sogar bei 95 Prozent. 

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Verdrängt Corona die Grippe?

Die Meinung, ob es in dieser Grippesaison wegen den vielen Corona-Hygienemaßnahmen weniger Grippeerkrankungen geben wird, ist unter Fachleuten umstritten. Der Kardiologe Prof. Dr. Thomas Voigtländer sagte t-online, dass er das Risiko, sich dieses Jahr mit Influenza anzustecken durch die verstärkte Hygiene geringer als üblich einschätze. Laut dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Herzstiftung wären Grippeviren nicht so ansteckend wie das Coronavirus.

Auf der Südhalbkugel ist der Winter nun fast vorüber. Studien zeigen, dass die Grippe in Australien in diesem Jahr fast gänzlich ausgeblieben ist, meldet merkur.de.  Grafiken der WHO zeigen, dass die Zahlen unter denen der Vorjahre liegen. In der Hoch-Zeit der Grippesaison gab es in Australien nur halb so viele Fälle wie letztes Jahr. Auch in Südafrika gab es 2020 kaum Fälle.

Der Charite-Chef-Virolge Prof. Christian Drosten hat auf die Frage, ob dieses Jahr die Grippewelle ausfällt, auf Twitter eine klare Meinung verbreitet:  "Ja klar. Unsere Influenzasaison wurde im März abrupt beendet. Im Südhalbkugel-Winter (Südafrika, Australien) ist die Influenza-Saison fast ausgefallen. Auch die meisten anderen Erkältungsviren sind selten geworden, bis auf die Picornaviren (Kontaktübertragung, v.a. bei Kindern)."

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