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Corona-Brennpunkt in Coswiger Behindertenheim

Für die Einrichtung der Meisop am Spitzgrund wurden strenge Maßnahmen ergriffen. Coswigs OB Thomas Schubert hat vorerst beruhigende Nachrichten.

Das Heim zur Betreuung von Behinderten in der Coswiger Friedewaldstraße. Vom Landratsamt wurde schon vor dem Wochenende ein Betretungsverbot verhängt.
Das Heim zur Betreuung von Behinderten in der Coswiger Friedewaldstraße. Vom Landratsamt wurde schon vor dem Wochenende ein Betretungsverbot verhängt. © Arvid Müller

Coswig. Vor dem Wochenende wurde es bekannt: Der aktuelle Anstieg von Corona-Infektionen im Landkreis Meißen ist vor allem auf Fälle in einer Behinderteneinrichtung in Coswig zurückzuführen, hieß es in einer Information des Gesundheitsamtes Meißen. In Fachkreisen wird so eine Häufung als Hotspot bezeichnet.

Inzwischen hat es sich herumgesprochen. Es handelt sich um das von der Meisop gGmbH betriebene Wohnheim für behinderte Menschen am Spitzgrund in der Friedewaldstraße 10. Die Meißner Sozialprojekt gemeinnützige Gesellschaft mbH ist eine kommunale Gesellschaft. Alleiniger Gesellschafter ist der Landkreis Meißen. Aus der Pressestelle des Landratsamtes heißt es auf Nachfrage, ob es wirklich dieses Heim betrifft: „In Coswig gibt es nur ein Behinderten-Wohnheim. Betroffen sind Mitarbeiter und Bewohner“, so Helena Musall aus dem Landratsamt.

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Wie die SZ erfuhr, soll es am Freitag 19 Betroffene im Heim gegeben haben. Ob sich die Situation bis Wochenanfang noch verschärft hat, war nicht zu erfahren. Das Behindertenheim hat insgesamt 47 Betreuungsplätze, sagt Bianca Erdmann-Reusch auf Nachfrage. Erdmann-Reusch, die selbst Ärztin ist, hat die Funktion der Aufsichtsratsvorsitzenden bei der Meisop. Sie sagt: „Die Meisop hat ein gut funktionierendes Hygienekonzept, welches der jeweiligen Situation in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt angepasst wird.“

Der Personenkreis, welcher ein positives Ergebnis auf Covid-19-Viren bestätigt bekommen hat, sei aber bislang gut eingrenzbar, hieß es vom Landratsamt. Damit das so bleibt, musste allerdings ein Besuchs- und Betretungsverbot für das Heim verhängt werden.

Coswigs Oberbürgermeister Thomas Schubert (parteilos) sagte auf Nachfrage der SZ, dass er sofort über die Situation in dem Meisop-Heim informiert worden sei. Noch vor dem Wochenende habe es weitere Tests auf Coronaviren in anderen Heimen in der Umgebung und in Meißen gegeben. Diese seien alle negativ ausgefallen. Schubert: „Das beruhigt etwas, heißt aber nicht, dass wir uns nicht weiter beraten und extrem vorsichtig sind.“ Schließlich soll die Situation in Coswig eingegrenzt bleiben.

OB Schubert kündigte am Montagvormittag ebenfalls an, dass es zu dem Heimproblem weitere Beratungen geben wird. Sebastian Lange, Geschäftsführer der Meisop, die ihren Sitz in Coswig an der Friedewaldstraße hat, sagte lediglich: „Bei uns sind jetzt alle Kräfte gebunden. Wir beraten zur Situation. Jede weitere Auskunft gibt nur das Gesundheitsamt.“

Am Heim selbst sieht am Montag alles normal aus. Die Tore für Besucher und Lieferfahrzeuge stehen offen. Aus dem Förderschulzentrum Peter Rosegger gegenüber kommen zwei Lehrerinnen mit einer Gruppe Kinder. „Wir haben es auch schon gehört“, sagt eine der beiden Frauen, „ich habe es von meinem Chef erfahren, dass es im Heim Corona-Fälle gibt.“ Die Förderschule und die Ganztagsbetreuung seien aber nicht betroffen, sagt die Frau. Mehr möchte sie nicht sagen.

Im Nachbarort Weinböhla gab es vor dem Wochenende weitere positive Tests, so das Landratsamt. Die betreffenden Personen sollen sich offenbar in zwei Gastronomiebetrieben angesteckt haben. Das Landratsamt wollte prüfen, ob dort die Hygienevorschriften eingehalten werden, nannte aber die Einrichtungen nicht.

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Coswig Oberbürgermeister Thomas Schubert appelliert indes an die Bürger der Stadt: „Bitte halten Sie die Hygieneregeln ein, tragen Sie, wo es gefordert ist, eine Maske, damit das Leben in der Stadt weitgehend uneingeschränkt bleiben kann.“ (mit Beate Erler)

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