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Kuge: Hausärzte sollten auch impfen

Die Meißner CDU-Abgeordnete macht sich dafür stark, das Impfen gegen Corona über eine breitere Struktur abzuwickeln.

Warum dürfen eigentlich Hausärzte keine Spritzen gegen Corona setzen? Das fragt Christdemokratin Daniela Kuge.
Warum dürfen eigentlich Hausärzte keine Spritzen gegen Corona setzen? Das fragt Christdemokratin Daniela Kuge. © Claudia Hübschmann

Meißen. Die langjährige Kenntnis ihrer Patienten inklusive der Vorerkrankungen qualifiziert die Hausärzte in Sachsen dafür, künftig ebenfalls Corona-Impfungen vornehmen zu können. Dafür setzt sich die Meißner CDU-Landtagsabgeordnete Daniela Kuge ein.

Wenn eine Hausarztpraxis es schafft, 1.000 Grippeschutzimpfungen zu geben, warum dann nicht auch die Impfung gegen COVID 19, fragt sie. Die Christdemokratin verweist darauf, dass durch die Impfzentren sehr hohe Kosten entstehen. Veranschlagt seien zur Zeit rund 30 Millionen Euro, inklusive des Fachpersonals.

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Voraussetzung für die praktische Umsetzung dieses Schrittes ist allerdings das Vorhandensein einfach verarbeitbarer Vakzine. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss bei minus 70 Grad gelagert werden. In speziell entwickelten Versandboxen kann das Präparat bis zu 15 Tage transportiert werden.

Beim Moderna-Impfstoff muss es mit etwa minus 20 Grad Celsius im Vergleich nicht ganz so kalt sein. Unterschiede gibt es auch nach dem Auftauen: Der Pfizer-Impfstoff kann im Kühlschrank gelagert, muss aber innerhalb von fünf Tagen aufgebraucht werden. Der Moderna-Impfstoff ist 30 Tage bei Kühlschranktemperatur und zwölf Stunden bei Raumtemperatur stabil. Beide Impfstoffe müssen nach Erstnutzung innerhalb von sechs Stunden verbraucht werden. Eine Durchstechflasche reicht bei Biontech/Pfizer für fünf bis maximal sechs Dosen, bei Moderna für zehn.

Alte und wenig mobile Patienten könnten profitieren

Wie Daniela Kuge weiter mitteilt, wird der Hausarzt-Vorschlag gegenwärtig im Sozialministerium von Petra Köpping (SPD) geprüft. Der sächsische Hausärzteverband habe prinzipiell seine Bereitschaft erklärt. Die niedergelassenen Ärzte könnten zudem vor allem mit Blick auf sehr alte und wenig mobile Patienten tätig werden. Zu weiteren Schritten steht das Sozialministerium mit dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag und der Kassenärztlichen Vereinigung im Austausch.

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Außenstellen von Impfstellen können allerdings erst dann eröffnet werden, wenn in Sachsen so viel Impfstoff angeliefert wurde, dass dieser für deren Betrieb reicht. Es wäre nicht zu verantworten, unzählige Impfzentren einzurichten, wenn dort täglich nur 50 Personen oder weniger geimpft werden könnten. Weiterhin soll vermieden werden, dass aufgrund von Lieferengpässen, Zweitimpfungen nicht durchgeführt werden können. Erst- und Zweitimpfungen müssen mit dem gleichen Impfstoff erfolgen. (SZ/pa)

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