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Elblandklinik: Corona-Impfung geht voran

In den Krankenhäusern im Kreis Meißen wird gegen Covid-19 gekämpft. Gleichzeitig verbreiten Hetzer aus der Region Unwahrheiten über eine Impfpflicht.

Christin Lindner (links), Mitarbeiterin der Apotheke in Riesa, und Dr. med. Una-Dorothea Tittmann, Koordinatorin des Impfteams beim Vorbereiten der Corona-Impfaktion in den Elblandkliniken.
Christin Lindner (links), Mitarbeiterin der Apotheke in Riesa, und Dr. med. Una-Dorothea Tittmann, Koordinatorin des Impfteams beim Vorbereiten der Corona-Impfaktion in den Elblandkliniken. © Foto: Sylvia Dirscherl

Meißen. Die Elblandkliniken verfügen in Meißen, Riesa, Radebeul und der Reha-Klinik Großenhain derzeit über ausreichend Dosen für Mitarbeiter, die sich freiwillig gegen das Corona-Virus impfen lassen möchten und die nach den staatlichen Vorgaben immunisiert werden sollten. Das ist auf SZ-Nachfrage jetzt aus dem Unternehmen zu erfahren gewesen.

Zuerst würden die Mitarbeiter versorgt, die das höchste Risiko einer Ansteckung haben, heißt es weiter aus dem Gesundheitskonzern. Das betreffe unter anderem das Personal des Intensivbereichs, der Covid-Station, der Notfallambulanz und der Radiologie. Dabei ist dieser Schritt für alle Bereiche freiwillig. Der Arbeitgeber kann eine Covid-19-Impfung nicht verlangen, da sie nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.

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Im Gegensatz zum Impfprozess in den öffentlichen Zentren kommt die Aktion in den Elblandkliniken gut voran. "Ende dieser Woche werden wir die, uns von der Corona-Leitstelle zugeteilten Dosen zum Großteil verbraucht haben", teilt die Pressestelle mit.

Die Bereitschaft im Personal sei da. Zum jetzigen Zeitpunkt könnten zum Prozentsatz der impfwilligen Mitarbeiter noch keine genauen Angaben gemacht werden, da man sich mitten im Prozess befindet. Hinzu kommt, dass beispielsweise positiv auf Covid-19 getestete Mitarbeiter gemäß Staatlicher Impfkommission nicht geimpft werden dürfen.

Eine Impfung für Patienten in den Krankenhäusern ist derzeit nicht vorgesehen. Die zugewiesenen Dosen sind ausdrücklich für die Belegschaft bestimmt.

Termine nur für Menschen mit höchster Priorität

Während sich die Impfaktion beim Klinikpersonal im Kreis Meißen dem Ende nähert, soll sie für Risikogruppen in Kürze starten. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) kündigte an, dass in der nächsten Woche, das heißt zwischen 11. Januar und 17. Januar, die Impfzentren im Freistaat öffnen sollen. Über ein Buchungsportal könne man ab Montag einen Termin buchen.

Einen Termin dürfe aber nur vereinbaren, wer in der Prioritätenliste ganz vorn stehe - etwa ambulante Pflege- und Rettungsdienste, Bewohner von Pflegeheimen oder über 80-Jährige. Ab Mitte nächster Woche soll es dann auch eine freigeschaltete Telefonnummer geben. Köpping betonte, dass in den Zentren vorerst nur wenig Dosen nur Verfügung stünden.

Behauptung entbehrt jeglicher Belege

Den aufwändigen Maßnahmen zur Pandemie-Bewältigung zum Trotz wird in Sozialen Netzwerken wie Facebook weiterhin gegen die Impf-Kampagne gehetzt. Der Reporter-Verbund Correctiv hat jetzt einen solchen Fall im Landkreis Meißen nachrecherchiert und aufgedeckt. Weiterverbreitet wurde der Facebook-Eintrag unter anderem, von dem, eigenen Angaben auf seiner FB-Seite zufolge aus Meißen stammenden Coswiger, Mario Kaiser. Der Schäferhundfan bezeichnet sich selbst als "Kämpfer für Deutschland".

Was ihn gegen Ende des vergangenen Jahres erregte, waren ein Schreiben und Kommentar, wonach ein Pflegeheim der Diakonie Meißen damit gedroht haben soll, einer Bewohnerin ihren Platz zu kündigen, sollte diese sich nicht gegen Corona impfen zu lassen. "Nach Rücksprache wurde uns mitgeteilt, dass mit einer Kündigung des Heimplatzes zu rechnen ist, sollten wir der Impfung nicht zustimmen!!! Ihr dreckigen Erpresser, Ihr werdet alle Eure gerechte Strafe bekommen ...", droht ein gewisser Heiko Kuhn, auf den offenbar der Post zurückgeht.

Bei Facebook wird gegen eine angebliche Impflicht bei der Diakonie Meißen gehetzt. Das Internetportal Correctiv hat den Schwindel in einem Faktencheck aufgedeckt.
Bei Facebook wird gegen eine angebliche Impflicht bei der Diakonie Meißen gehetzt. Das Internetportal Correctiv hat den Schwindel in einem Faktencheck aufgedeckt. © Screenshot SZ

Laut Correctiv gibt es für den geschilderten Fall keinerlei Belege. Das Rechercheteam verweist darauf, dass in dem als Beleg angeführten Schreiben der Diakonie weder die Rede von einer Pflicht zur Impfung noch von einer drohenden Kündigung des Heimplatzes sei. Zudem habe die Diakonie in einer ersten Reaktion klargestellt, dass die Impfung in ihren Altenpflegeheimen für alle Bewohner und Mitarbeiter freiwillig sei. Niemand werde deshalb des Hauses verwiesen oder entlassen.

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In der Folge hat Facebook reagiert. Die von Mario Kaiser und anderen Hetzern verbreitete Nachricht wurde mit dem Vermerk versehen: "Fehlender Kontext. Laut unabhängigen Faktenprüfern könnten diese Informationen irreführend sein." Wer sich weiter informieren möchte, gelangt zur Faktenprüfung von Correctiv.

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