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Meißen

„Das haben wir verspielt“

Nach der Entscheidung gegen ein Bauvorhaben in Proschwitz schaltet sich Stadtrat Oliver Morof in die Debatte ein.

"Wir haben einen sehr guten Vorschlag vorgelegt bekommen" : Stadtrat Dr. Oliver Morof.
"Wir haben einen sehr guten Vorschlag vorgelegt bekommen" : Stadtrat Dr. Oliver Morof. © Claudia Hübschmann

Meißen. Nach der Entscheidung der Stadträte, die Pläne des Weingutes Prinz zur Lippe zum Bau eines Gästezentrums am Bocksberg abzulehnen, meldet sich Dr. Oliver Morof von der CDU/Freie Bürger/FDP/U.L.M.-Großfraktion zu Wort. „Als langjähriger Stadtrat muss ich dem Beitrag von Andreas Graff in der SZ deutlich widersprechen“, schreibt er und bezieht sich auf ein Statement seines Stadtratskollegen von der Linken-Fraktion.

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Oliver Morof setzt sich mit der Aussage von Andreas Graff auseinander, dass das eingebrachte Vorhaben von Dr. Georg Prinz zur Lippe seit mehreren Jahren im Stadtrat behandelt worden sei und der Bauherr keinerlei Entgegenkommen gezeigt habe. „Das stimmt so nicht. Manch einer erinnert sich noch an den Entwurf der Pagode, der vielen von uns als zu wuchtig erschien. Prinz zur Lippe hat das Vorhaben daraufhin mehrfach abgeändert. Wir haben jetzt einen sehr guten Vorschlag vorgelegt bekommen, der sich in die örtliche Situation einfügt und sehr wohl die Anregungen und Bedenken der Stadträte aufnimmt.“

Bei ihrer Ablehnung beruft sich die Linke auf den Denkmalschutz, so Oliver Moroff. „Das ist nicht richtig und dient der Blockade des Vorhabens. Die ehemalige Mühlenanlage steht nicht unter Denkmalschutz. Auf dieser Fläche hat der Besitzer Baurecht, das er jederzeit in Anspruch nehmen kann. Ein Brief des ehrenamtlichen Denkmalpflegers Dr. Naumann, der von Herrn Graff kurz vor Sitzungsbeginn in die Runde gegeben wurde, könnte man als taktisches Manöver verstehen. Leider distanzierte sich Herr Graff nicht von den darin enthaltenen Unterstellungen und Anmaßungen des Autors als er das Schreiben versandte. Der Ruf des ehrenamtlichen Denkmalpflegers hat Schaden genommen“, schreibt Stadtrat Morof.

Und weiter: „Zu guter Letzt bemüht Herr Graff den Landschaftsschutz. Man könnte denken, es handle sich um ein Naturschutzreservat. Dabei hat der zuständige Dezernent des Landratsamtes Meißen, Andreas Herr, vor Ort deutlich gemacht, warum das Landschaftsschutzgebiet so abgegrenzt ist: Nach der Wende wurde einfach bundesdeutsches Recht über das Gebiet gelegt. Die jeweilige Situation spielte keine Rolle. Im Einzelfall muss man nun schauen, wie man das Landschaftsschutzgebiet neu abgrenzen kann. Herr Herr hatte keine Bedenken, die 300 Quadratmeter Landschaftsschutzgebiet, die für das Bauvorhaben überbaut werden müssen und Eigentum des Investors sind, auszugliedern. Herr Graff war vor Ort mit dabei. Es wäre fair, den Bürgern gegenüber in diesem Punkt offen und ehrlich zu sein.“

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Das Bauwerk wird nun wahrscheinlich auf kleinerer Fläche, verdichteter gebaut, schließt Oliver Morof seine Anmerkungen: „Es wird sich dann weniger harmonisch in die Landschaft einfügen und vielleicht nicht öffentlich zugänglich sein. Dieses Mitspracherecht haben wir mit der Ablehnung des Beschlusses verspielt.“ (SZ)

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