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Debatten auf dem Crassoberg

Fake News, Drogenprävention, Computerspiele – für diese und weitere Themen will das Crasso-Forum eine Plattform bieten. An diesem Freitag geht es los.

Tobias Stange (l.) und Jens Ribbeck bereiten den Start des neuen Crasso-Forums vor.
Tobias Stange (l.) und Jens Ribbeck bereiten den Start des neuen Crasso-Forums vor. © Claudia Hübschmann

Meißen. Fragen, auf die es in Elternversammlungen kaum Antworten gibt, sollen hier ausgiebig behandelt werden. So erklären Tobias Stange und Jens Ribbeck das Anliegen des neuen Webportals, das erst seit wenigen Tagen im Internet zu finden ist.

„Wer kennt nicht die Momente der Ratlosigkeit im Umgang mit dem Schulanfängerkind, welches eben noch nicht so neugierig aufs Lernen ist wie die Nachbarstochter, oder den pubertierenden Teenager, der sich gerade selbst neu erfindet? Und was können wir tun, um bei der rasanten technischen Entwicklung heute auch privat mithalten zu können, ohne zu resignieren?“, heißt es dort.

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Tobias Stange und Jens Ribbeck engagieren sich im Verein „Miteinander“. Vor 20 Jahren war er gegründet worden – als Schulträgerverein für die Freie Werkschule in Meißen. Das Vereinsjubiläum in diesem Jahr sei auch ein Anlass gewesen, darüber nachzudenken, was „wir außerhalb des Schulbetriebes noch ausrichten können“, berichtet Jens Ribbeck, der sich eigenen Angaben zufolge seit zwölf Jahren mit der Freien Werkschule verbunden fühlt. So entstand die Idee, eine Plattform mit besonderen Angeboten für Eltern zu entwickeln.

Das Angebot soll sich aber nicht nur an Eltern von Schülern der Freien Werkschule richten, fügt Tobias Stange, der seit fünf Jahren im Vorstand des Vereins mitwirkt, hinzu. Auch deshalb erinnerte man sich an das „Forum Crassoberg“, zu dem der Verein vor zehn Jahren eingeladen hatte. Das waren öffentliche Veranstaltungen zu Fragen der Erziehung und gesunder Lebensweise, die in den Räumen der Freien Werkschule auf dem Meißner Crassoberg stattfanden.

Erinnerung an den Namensgeber

Damit sollte auch an den Namensgeber des Ortes in Meißen erinnert werden – an Gustav Ludwig Crasso (1810 – 1898). „Durch Stiftungen sowie die Überlassung von Bauland für ein städtisches Krankenhaus, das dort 1888/91 errichtet werden konnte, half er der Stadt entscheidend bei dem Ausbau eines modernen Sozial- und Gesundheitswesens“, heißt es in der Begründung seiner Ehrenbürgerschaft in Meißen.

Gustav Ludwig Crasso (1810 – 1898)
Gustav Ludwig Crasso (1810 – 1898) © Freie Werkschule

Auch um den Meißner Ehrenbürger zu würdigen, soll das mit dem Namen Crassos verbundene Forum nun wiederbelebt werden. Los geht es an diesem Freitag. Von 20 bis 21.30 Uhr gibt es ein Online-Forum mit dem provokanten Titel „Warum unsere Kinder mit TikTok die Welt retten werden“. Eltern, Großeltern, aber auch Pädagogen und interessierte Bürger sollen sich darin rund um die sozialen Medien, zu ihren Chancen und Risiken austauschen können, kündigt Jens Ribbeck an.

Als Moderator haben die Organisatoren Marcus Richter vom Deutschlandfunk Kultur gewonnen. Er befasst sich schon seit Längerem mit dem digitalen Wandel und seinen politischen, kulturellen und sozialen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Die aktive Beteiligung an der kostenfreien Veranstaltung ist erwünscht. Über den Live-Stream auf Youtube kann man sich in die Debatte einschalten. Der Live-Stream bietet auch die Möglichkeit zur Aufzeichnung sowie zum Noch-einmal-Anschauen. Über die Website des Crasso-Forums kann man sich anmelden.

Nicht nur im Online-Format

Dass das Crasso-Forum online startet, ist der Situation geschuldet. Das Online-Format hat den Vorteil, dass Experten und Moderatoren leichter dafür zu bekommen sind. Außerdem lassen sich die Foren per Video aufzeichnen und so ein kleines Archiv aufbauen.

Das Internet soll aber nur eine Möglichkeit zum Austausch und zur Debatte sein, sagt Tobias Stange. Auch Präsenzveranstaltungen in den Räumen der Freien Werkschule oder im Kino am Theaterplatz soll es geben – sobald das möglich ist.

Etwa sechs Mal im Jahr wollen die Initiatoren zum Crasso-Forum einladen. Erziehungsfragen, digitale Lernformen, Drogenprävention, Computerspiele, Fake News – solche Themen sollen dabei behandelt und mit Experten diskutiert werden. Dabei soll es vor allem darum gehen, dass man Fragen stellen und Antworten erhalten kann, fügt Jens Ribbeck hinzu. Vorschläge für Themen, die im Crasso-Forum behandelt werden sollten, werden gern entgegengenommen. Ebenso sind auch weitere Unterstützer und Spenden willkommen.

Die Organisation der Crasso-Foren liegt ausschließlich in ehrenamtlicher Hand. Für die Herstellung und Pflege des Auftritts im Internet sowie für Honorare können sie über ein kleines Budget verfügen, das ihnen als Projektförderung aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ zur Verfügung steht.

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