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Meißen

Der beste Vogelkenner

Der Meißner Ornithologe Bernd Katzer ist gestorben. Er beringte mit seinen Helfern über 13.000 Vögel.

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Ein leidenschaftlicher Natürschützer: Bernd Katzer aus Meißen. Er starb am 29. Dezember.
Ein leidenschaftlicher Natürschützer: Bernd Katzer aus Meißen. Er starb am 29. Dezember. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. Er war ein leidenschaftlicher Naturschützer, eine Ornithologen-Legende und der beste Vogelkenner weit und breit: Bernd Katzer aus Meißen. Kurz vor dem Jahreswechsel starb er überraschend, zu Hause in Meißen und viel zu früh mit 70 Jahren.

Von sich selbst sagte er vor kurzem: "Seit 50 Jahren bin ich Ornithologe, kenne nicht alle Vögel der Welt (über 10.000 Arten), aber die 300 Vogelarten, die in Deutschland vorkommen, schon eher." Als ganz junger Mann kam er zu den Ornithologen. Vögel, so Katzer, lernt man nur nach und nach in den Jahren kennen. Ornithologie – die Vogelkunde – ist ihm dabei mehr als nur ein Hobby. Oft ging es jedes Wochenende hinaus in die Natur, um den Vogelstimmen zu lauschen. Seiner Frau war das nicht immer recht, und sie sagte manchmal, dass er übertreibe. "Im Nachhinein betrachtet, hatte sie wahrscheinlich recht", sagte Katzer. Von 1990 bis 1992 war er Referatsleiter Naturschutz im Landratsamt Meißen. In dieser Zeit wurde die Nassau zum Landschaftsschutzgebiet.

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Früher schrieb Katzer oft Beiträge über Vögel in der Sächsischen Zeitung. Von 1979 bis 2011 war er Vogelberinger, beringte mit Helfern in 32 Jahren insgesamt 13.338 Vögel aus 126 Arten. 27 Jahre war er Bezirksberingungsobmann vom Regierungsbezirk Dresden, 40 Jahre lang Artbetreuer des Weißstorches im Altkreis Meißen und Objektbetreuer vom Roitschberg Gröbern am Rande der Nassau.

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Bernd Katzer hinterlässt eine Ehefrau, eine Tochter und eine Schwester. (SZ/um)

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