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Auf dem Weg

Karl-Heinz Gräfe kennt sich aus auf den Wanderstrecken in der Stadt. Das kommt ihm in seinem neuen Ehrenamt zugute.

Von Harald Daßler
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Herr über Meißens Wege: Karl-Heinz Gräfe ist neuer Ortswegewart.
Herr über Meißens Wege: Karl-Heinz Gräfe ist neuer Ortswegewart. © Claudia Hübschmann

Meißen. Für dieses Ehrenamt ist er genau der Richtige. Karl-Heinz Gräfe ist ein passionierter Wanderer. In vielen Gegenden Deutschlands und auf verschiedenen Kontinenten ist er schon unterwegs gewesen. Bei Wanderungen – egal ob in Familie oder mit guten Freunden – Karl-Heinz Gräfe hat sichtlich Spaß daran, sportlichen Ehrgeiz mit der Freude am Entdecken zu vereinen. Allein während des ersten Lockdowns hat er 450 Kilometer zurückgelegt – auf Wanderwegen im Stadtgebiet.

Auch daher weiß Karl-Heinz Gräfe, worauf er sich einlässt, als er sich um das Ehrenamt als Ortswegewart bewarb. Er kann darin aber auch das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. „Vor allem geht es darum, ein Auge auf den Zustand der Wege zu haben“, beschreibt der 67-Jährige sein Aufgabengebiet. Dabei geht es um das schnelle Weiterleiten von Informationen, damit sich die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes darum kümmern können – etwa, wenn herabgefallene Äste den Weg versperren. Neben eigenen Wahrnehmungen bei seinen täglichen Wanderungen nimmt er auch Hinweise entgegen. Ebenso Anregungen, wo auf eine besonders schöne Aussicht hingewiesen, eine Bank aufgestellt oder ein Nistkasten angebracht werden sollte.

In Meißen ist Karl-Heinz Gräfe sehr bekannt. Nach dem Studium an der DHfK in Leipzig war er Handballtrainer. Nach der Wende war er am Bau und Betrieb des Freizeitbades Wellenspiel beteiligt. Zuletzt war er dort bis zum Beginn seines Ruhestandes vor zwei Jahren Geschäftsführer. Auch heute noch ist er im Freizeitbad des Öfteren anzutreffen. Derzeit unterstützt er die Lehrer der Afra-Grundschule, um die coronabedingten Ausfälle beim Schwimmunterricht aufzuholen.

Zum Ortswegewart ist Karl-Heinz Gräfe einstimmig von den Stadträten berufen worden. Zu dem, was er in diesem Ehrenamt im Blick haben muss, gehört auch die Beschilderung der Wanderwege. „So schlecht sieht es da nicht aus“, lautet sein erstes Fazit. Seit dem vorigen Jahr lässt die Stadt die Ausschilderung der Wanderwege in der Stadt sukzessive überprüfen und zum Teil austauschen. Derzeit werden Schilder in Siebeneichen und im Stadtteil Spaar erneuert, wie der Amtsleiter für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur Christian Friedel kürzlich vor den Stadträten erklärte.

Die neuen Schilder, aber auch die Markierungen der Wanderwege wird er im Auge behalten, sagt Karl-Heinz Gräfe. Auch damit gibt die Stadt eine Visitenkarte ab. Deshalb bedürfen auch die Markierungen der Wanderwege der Aufmerksamkeit. So haben die Markierungen der dem roten Punkt gekennzeichneten Wanderstrecke an vielen Stellen ihre rote Farbe eingebüßt. Und einige Markierungen, die an Laternenmasten befestigt waren, wurden nicht erneuert, als die alten Masten durch moderne Straßenlaternen ersetzt wurden. Auch im Zeitalter von speziell für Wanderer entwickelten Handy-Apps sind solche Markierungen wichtig für die Orientierung, weiß er aus Gesprächen mit Sport- und Wanderfreunden, die ihre Wanderkarte nicht missen wollen.

Gern würde Karl-Heinz Gräfe mehr Informationen entlang der Wanderwege im Stadtgebiet vermitteln. Schautafeln, die zum Beispiel heimische Tiere und Pflanzen oder Pilze zeigen und erklären, wären ein wichtiger Beitrag, um Kindern Wissen über die heimische Natur zu vermitteln. Vorbilder hat er viele gesehen, etwa in der Oberlausitz und im Zittauer Gebirge. Über spezielle Projekte oder als wissenschaftliche Arbeitsaufträge an Studenten ließen sich Möglichkeiten finden, solche Ideen auch in Meißen umzusetzen, ist Karl-Heiz Gräfe überzeugt.