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Die braune Tonne kostet bald mehr

Die Biotonne ist im Kreis Meißen beliebt und wird bisher kostenlos geleert. Das ändert sich 2022. Viel Grünschnitt kann teuer werden.

Von Heike Sabel & Dirk Schulze & Marvin Graewert
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Im Herbst und Frühjahr ist sie besonders schnell voll: die braune Tonne. Künftig ist ihr Leeren nicht mehr kostenlos.
Im Herbst und Frühjahr ist sie besonders schnell voll: die braune Tonne. Künftig ist ihr Leeren nicht mehr kostenlos. ©  Christian Juppe

Die Biotonne ist ein Erfolg im Landkreis Meißen. Über 39.000 Haushalte im haben eine braune Tonne vor der Tür. Günstiger ließen sich Lebensmittelreste und Gartenabfälle auch nicht entsorgen. Das ändert sich nun. Ab 2022 kostet jede Leerung extra. So ist es seit Jahren geplant und nun im Abfallkalender angekündigt. Bislang wurde ausschließlich eine jährliche Grundgebühr fällig.

Für eine 120-Liter-Tonne werden künftig 2,98 Euro pro Leerung fällig. Wer seine Tonne bisher jede Woche abholen ließ, für den würden die Abfallkosten nächstes Jahr um über 150 Euro ansteigen. Bisher war die Abholung kostenlos.

Gerade Gartenbesitzer haben sich auf diese kostengünstige Entsorgungsmöglichkeit eingestellt. Es wäre fatal, falls dieser Abfall wieder in den Wald geschafft werden würde. Gartenabfälle können verheerende Auswirkungen auf die Natur haben. „In unseren Gartenböden finden sich ganz andere Pflanzen, Lebewesen und Pilze, mit denen der Waldboden nicht zurechtkommt“, so Marko Groß, Revierleiter im Moritzburger Forst. Mit starken Wurzeln könnten sie sich extrem schnell vermehren und heimische Arten verdrängen. So sei auch der Japanische Knöterich in unsere Wälder gekommen.

Doch der Abfall-Zweckverband Oberes Elbtal macht keine Hoffnung auf kostenlose Leerungen. Was kostet künftig die Biomüll-Entsorgung, wie oft wird die Tonne geleert und gibt es Alternativen?

Warum muss ab nächstem Jahr für die Leerung der braunen Tonne bezahlt werden?

Das war eine politische Entscheidung des Zweckverbandes, die Leerung bis Ende 2021 kostenlos anzubieten. Die Behältergebühr gilt aktuell bis Ende 2022. Ob sie sich dann ändert, wird sich erst mit der neuen Gebührenkalkulation zeigen. Sie muss nächstes Jahr erstellt werden. Ein Faktor dabei wird die Kostenentwicklung bei der Bioabfallsammlung sein, sagt der Verband. Im Gebiet des Abfall-Zweckverbandes Oberes Elbtal standen Mitte September 80.473 Bioabfallbehälter, über 23.600 davon in der Region Meißen, fast 15.500 in der Region Riesa, der Rest im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Wie oft werden die BiotonnengeleertDer Abfall-Zweckverband bietet das ganze Jahr über eine wöchentliche Leerung an. Wie oft man die Tonne rausstellt, entscheidet jeder selbst. Da die Leerung der Tonne noch bis Ende des Jahres kostenfrei ist, stellen die meisten sie regelmäßig raus. Das empfiehlt der Verband auch in Zukunft, vor allem aus hygienischen Gründen. Die kontinuierliche Leerung verhindert zudem, dass die Tonnen zu schwer werden. Wenn dadurch Schäden an der Tonne entstehen, muss dafür der Nutzer, also Grundstückseigentümer, aufkommen.

Gibt es eine Anzahl von kostenpflichtigen Mindestleerungen?

Nein. So etwas existiert nur für den Restmüll.

Was kostet die Biotonne jährlich und künftig bei den Leerungen?

Jährliche Behältergebühr (schon bisher fällig):

  • 60-Liter-Tonne: 5,52 Euro
  • 120-Liter: 8,52 Euro
  • 240-Liter: 17,04 Euro
  • 660-Liter: 46,80 Euro

Diese Gebühr ist bis Ende 2022 stabil.

Entleerungsgebühr (neu ab 2022, Leerung):

  • 60-Liter-Tonne: 1,49 Euro
  • 120-Liter: 2,98 Euro
  • 240-Liter: 5,96 Euro
  • 660-Liter: 16,40 Euro

Für die Abschlagszahlungen 2022 wird die Hälfte der Leerungen von 2021 herangezogen.

Quelle: ZAOE Abfallzweckverband Oberes Elbtal

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Wer kann wo und wie eine braune Tonne bestellen?

Prinzipiell jeder. Um eine regelmäßige Entleerung zu sichern, wird empfohlen, die Tonne nicht zu groß zu wählen. Eine Biotonne wird jedoch nur gestellt, wenn im Grundstück mindestens ein Restabfallbehälter genutzt wird. Die Bestellung erfolgt schriftlich, am besten mit dem Bestellformular von der Internetseite des Abfall-Zweckverbands oder aus dem Abfallkalender. In der Regel muss nicht länger als maximal zwei Wochen auf die Lieferung der Tonne gewartet werden, sagt der Verband. Die Bestellung eines Behälters kostet ebenso wie die Abbestellung eine Servicegebühr für den Behälterdienst, so lange das Grundstück nicht im Ganzen an- oder abgemeldet wird. Alle Gebühren zahlt der Grundstückseigentümer und legt sie bei Mietwohnungen über die Betriebskostenabrechnung auf die Mieter um.

Wird es künftig zusätzliche Leerungen, etwa für Grünschnitt, geben?

Nein. Die wöchentliche Leerung und die unterschiedlichen Größen der Tonnen ermöglichen bereits die Entsorgung von Grünschnitt, sagt der Zweckverband. Fällt zu bestimmten Zeiten mehr an, stehen die Wertstoffhöfe zur Verfügung. Die Abgabe hier kostet aber zusätzlich.

Bleiben die Ablagestellen für die Weihnachtsbäume bestehen?

Die Ablageplätze wird es auch weiterhin geben. Die Termine und Standorte für nächstes Jahr sind ab dem 1. Dezember online.Auch das Angebot, den Baum im Januar gebührenfrei auf einem Wertstoffhof abzugeben, besteht weiterhin. Zerkleinert passt er aber auch in die Biotonne.