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Die grüne Sporthalle

Klimaschutz funktioniert auch ohne Verbote und neue Steuern. Ein Beispiel aus Krögis.

Nicht nur äußerlich ist die Schulsporthalle ein grünes Projekt. Das Foto stammt noch aus der Bauzeit.
Nicht nur äußerlich ist die Schulsporthalle ein grünes Projekt. Das Foto stammt noch aus der Bauzeit. © Claudia Hübschmann

Käbschütztal. Ein grünes Klassenzimmer hat die Grundschule in Krögis schon lange. Seit Montag auch eine grüne Schulsporthalle. Rein äußerlich hat sich das triste Grau der einstigen Fassade in zwei dominierende Grüntöne mit etwas Gelb gewandelt.

Doch das Äußerliche ist auch symbolisch gemeint. Denn die energetisch sanierte Schulsporthalle ist ein Beitrag zum Klimaschutz. "Dank Fotovoltaikanlage, einem ausgeklügelten Lüftungssystem, das Wärme und Kälte reguliert und exzellenter Wärmedämmung ist die Sporthalle jetzt energetisch nahezu autark", sagt die Diplom-Ingenieurin Kerstin Grahl vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Riesa, das sie 1992 gründete. Sie ist die Architektin der sanierten Krögiser Schulsporthalle.

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Gemeinsam mit dem Energieberater Michael Priebe, ebenfalls ein Riesaer, wurden Berechnungen durchgeführt und ein energetisches Sanierungskonzept entwickelt und in 14 Monaten umgesetzt. Geplant war eine Bauzeit von einem Jahr, durch Corona gab es allerdings Verzögerungen.

Endlich wieder Sportunterricht. Am Montag wurde die sanierte Schulsporthalle in Krögis eingeweiht.
Endlich wieder Sportunterricht. Am Montag wurde die sanierte Schulsporthalle in Krögis eingeweiht. © Claudia Hübschmann
"Eine spothalle mit Pfiff ist entstanden". Architektin Kerstin Grahl ist stolz auf das Projekt.
"Eine spothalle mit Pfiff ist entstanden". Architektin Kerstin Grahl ist stolz auf das Projekt. © Claudia Hübschmann

Jetzt auch behindertengerecht

Die Architektin ist stolz auf das Projekt, das erste dieser Art, das sie umgesetzt hat. "Es ist nicht nur eine Schulsporthalle in Grün, sondern auch mit Pfiff entstanden", sagt sie und lobt die sehr gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und insbesondere mit Frank Müller, dem Leiter der Bauverwaltung.

Neu geschaffen werden musste auch die Zufahrt für Rollstuhlfahrer, die zwar schon vorhanden war, aber wegen Dämmung und Fußbodenheizung 20 Zentimeter höher gelegt werden musste. Die Grundschule ist eine integrative Einrichtung, derzeit lernt hier auch ein Kind, das auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Die Eröffnung fand wegen eines Coronafalles in der Schule am Montag in abgespeckter Form statt. Dabei hagelte es Medaillen in der Sporthalle. Die hatten die Schüler für alle am Bau Beteiligten gebastelt. "Wir sind alle sehr froh, dass nun wieder Sportunterricht stattfinden kann", sagte Schulleiterin Manuela Helleken.

Auch Vereine dürfen wieder rein

Insgesamt ist die energetische Sanierung der Schulsporthalle ein gelungenes Beispiel dafür, dass Klimaschutz auch ohne Verbote und neue Steuern möglich ist. Kostenlos war der Umbau natürlich nicht. Insgesamt 1,6 Millionen Euro kosteten die Umbauarbeiten, 90 Prozent davon wurden gefördert.

Laut Förderrichtlinie muss die Halle zu 80 Prozent für den Sportunterricht der Schule genutzt werden. Die restliche Zeit können Sportvereine in die Halle. Dies soll in einigen Wochen so weit sein. Da sie Betriebskosten zahlen, müssten diese eigentlich sinken, schließlich ist die Halle ja nahezu energieautark.

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Frank Müller aber dämpft übertriebene Hoffnungen: "Zu den Betriebskosten gehören ja beispielsweise auch Wartungsarbeiten oder Wasser", sagt er. Die Gemeinde will nun erst mal eine Kostenkalkulation erstellen und diese dann den Vereinen mitteilen. Ehe diese in die Halle können, dauert es noch eine Weile, es wird wohl erst nach den Herbstferien. Bis dahin läuft die Halle im Probebetrieb.

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