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Die Nachfolgerin ihres Nachfolgers

Vor zwei Jahren ging Sabine Zinnecker in den Ruhestand. Doch jetzt ist sie wieder Chefin des Zweckverbandes Meißner Hochland.

Vor zwei Jahren übergab Sabine Zinnecker die Geschäfte an Thomas Käseberg. Nun ist sie zurück.
Vor zwei Jahren übergab Sabine Zinnecker die Geschäfte an Thomas Käseberg. Nun ist sie zurück. © Claudia Hübschmann

Raußlitz. Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, sang einst Udo Jürgens. Für Sabine Zinnecker fing jetzt in diesem Alter sozusagen ihr altes Leben wieder an. Seit Anfang Mai sitzt die Niederauerin wieder dort, wo sie 22 Jahre lang saß: auf dem Stuhl der Geschäftsführerin des Wasserverbandes "Meißner Hochland" in Raußlitz.

Anfang des Jahres 2019 hatte sie die Geschäfte an ihren Nachfolger, den damals 32 Jahre alten Thomas Käseberg, übergeben. Der gebürtige Oschatzer, der in Riesa aufwuchs, war wie sie Diplom-Ingenieur für Wasserwirtschaft. Mit Käseberg, der kurz darauf auch seine Promotion abschloss, glaubte man im Verband, eine langfristige Lösung gefunden zu haben.

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Stellvertreter gibt es nicht

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Vor wenigen Wochen verließ er den Verband, wechselte nach seiner sechswöchigen Kündigungsfrist zu Sachsenenergie nach Dresden. "Herr Käsebeg hatte immer betont, dass der Arbeitsweg von Dresden nach Raußlitz kein Problem für ihn darstellt. Doch jetzt war es offensichtlich doch eines", vermutet der Käbschütztaler Bürgermeister Uwe Klingor (CDU), für dessen Gemeindegebiet der Verband ebenfalls zuständig ist. Dieser versorgt die Gemeinden Käbschütztal sowie die ehemals selbstständigen Gemeinden Ketzerbachtal, Heynitz und Leuben-Schleinitz mit Trinkwasser.

Normalerweise übernimmt in solchen Fällen erst einmal der Stellvertreter die Geschäfte. Einen solchen gibt es aber im Verband "Meißner Hochland" nicht. "Dafür sind wir mit insgesamt acht Mitarbeitern viel zu klein", sagt Sabine Zinnecker. Sie hatte durch Zufall von einer Firma erfahren, dass ihr Nachfolger den Verband verlassen hatte. "Da habe ich von mir aus meine Hilfe angeboten, um die Zeit zu überbrücken, bis ein neuer Geschäftsführer oder eine neue Geschäftsführerin gefunden sind", sagt sie.

Vertrag bis Jahresende

Wie lange sie nun auf dem Chefsessel sitzen wird, steht noch nicht fest. "Ich habe einen Vertrag bis Jahresende abgeschlossen. Sobald ein Nachfolger gefunden ist, werde ich bei der Einarbeitung helfen. Wenn ich im August oder September aufhören kann, wäre das auch nicht schlimm", sagt sie.

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Der Verband ist bei ihr jedenfalls in guten Händen. Als sie die Geschäftsführung 1997 übernahm, galt er als "notleidend", heute steht er blendend da. Unter ihrer Führung wurden rund 20 Millionen Euro, davon 90 Prozent Fördermittel, investiert. Heute sind 99 Prozent aller Grundstücke an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen, es gibt 2.610 Hausanschlüsse. Wurden einst 9.400 Einwohner vom Verband mit Trinkwasser versorgt, sind es heute wegen des Bevölkerungsrückganges noch rund 7.900. Dennoch ist der Wasserpreis nicht gestiegen, sondern sogar gesunken. Nicht nur landkreisweit gehören die Wasserpreise mit zu den niedrigsten.

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