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Die Stadt drosselt das Tempo

Die gesamte Rauhentalstraße wird eine 30er-Zone. So hat es der Arbeitskreis Radverkehr empfohlen.

Auf der Rauhentalstraße soll der Verkehr neu geregelt werden.
Auf der Rauhentalstraße soll der Verkehr neu geregelt werden. © Claudia Hübschmann

Meißen. Die gesamte Rauhentalstraße soll eine Tempo 30-Zone werden – in beiden Fahrtrichtungen. Dies ist eine Empfehlung des Arbeitskreises Radverkehr. Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll dazu beitragen, die Straße als Schulweg sicherer zu machen, wie Heiko Schulze erklärt. Der Chef der gemeinsamen Stadtratsfraktion der Bürger für Meißen und SPD hatte als Vorsitzender des Arbeitskreises vor seinen Stadtratskollegen Bilanz des im vergangenen halben Jahr Erreichten gezogen.

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Im Arbeitskreis hatte die Rauhentalstraße immer wieder die Debatte bestimmt, wie Heiko Schulze in seinem Bericht ausführte. Schließlich ist sie eine wichtige Verbindung zwischen neuen Wohngebieten am Stadtrand und verschiedenen Schulen in der Innenstadt. Diejenigen, die auf der Rauhentalstraße mit dem Rad unterwegs sind, sind zum großen Teil Schüler.

Außer der beiderseitigen Geschwindigkeitsbegrenzung auf der gesamten Länge der Straße ab Steinberg bis zur Nossener Straße hatte sich der Arbeitskreis darauf geeinigt, bergaufwärts einen Angebotsstreifen für Radfahrer auf der Straße zu markieren. Damit fällt die Mittellinie auf der Straße weg. Bergabwärts ist ein solcher Angebotsstreifen nicht vorgesehen, weil das Halteverbot, das diese Verkehrsregelung zwingend mit sich bringt, dann auf beiden Seiten der Straße gelten würde.

Im Zuge der Bauarbeiten an der Questenbergschule sollen die notwendigen Voraussetzungen und Markierungen auf der Rauhentalstraße geschaffen werden. Noch gelten hier Ausnahmeregelungen, weil der Wasserweg stark von Baufahrzeugen frequentiert wird. An der Einmündung zum Wasserweg soll an der Rauhentalstraße eine Bushaltestelle neu gebaut werden. Außerdem wird hier ein öffentlicher Parkraum geschaffen, den Eltern der Questenberg-Schüler nutzen können. Das soll den Wasserweg entlasten und als Schulweg sicherer machen.

Anregung aus der Bürgerschaft

Wenn die Bauarbeiten am Standort der Grundschule auf dem Questenberg beendet sind, sollen die neuen Verkehrsregelungen auf der Rauhentalstraße gelten, so Heiko Schulze. Umgesetzt werden die neuen Regeln vom städtischen Ordnungsamt, das ebenfalls im Arbeitskreis vertreten ist. „Geeinigt haben wir uns in Abwägung verschiedener zu berücksichtigender Aspekte“, wie Heiko Schulze berichtete. So wurde im Protokoll auch festgehalten, dass der talwärts führende Gehweg dringend einer Sanierung bedarf. Ebenso, dass für das Parken an der Straße bessere Lösungen gefunden, und mit den Anwohnern besprochen werden müssen.

Im Fall der Rauhentalstraße hatten die Mitglieder im Arbeitskreis eine Anregung aus der Bürgerschaft aufgegriffen, wie Heiko Schulze informiert. Im Arbeitskreis nehmen Vertreter von Polizei, städtischer Ämter, des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) und Stadträte den innerstädtischen Verkehr aus Sicht der Radfahrer unter die Lupe. Ziel aller Überlegungen ist das Entstehen sicherer Achsen für Radfahrer. Mit neuen und gut gekennzeichneten Radwegen, die z.B. an der Heinrich-Heine- und an der Großenhainer Straße entstanden und in diesem Jahr an der Zaschendorfer Straße vorgesehen sind, ist in der Stadt bereits einiges erreicht worden.

Möglichst separate Radwege

Handlungsbedarf sieht der Arbeitskreis in der Bahnhofstraße, deren Ausbau vom Lasuv vorbereitet wird. „Im Abschnitt zwischen dem Bahnhof und der Altstadtbrücke gibt es zurzeit kein komfortables und sicheres Radfahrangebot. Die Anbindung an den Elbradweg ist problematisch“, hatte Heiko Schulze erklärt. Ein im November vorgesehenes Treffen dazu, musste pandemiebedingt abgesagt werden. Das Thema bleibt auf der Agenda – zumal sich der Arbeitskreis darüber verständigt hatte, „dass bei zukünftigen Straßenbaumaßnahmen nach Möglichkeit für Radfahrer ein separater Radweg geschaffen wird“.

Zur Debatte stand auch die Radwegeführung im „Großen Kreisverkehr“, den die Niederauer, Karl- und Großenhainer Straße bilden. Dort werden Verkehrsvorschriften zwar eingehalten, aber „die angedachte Radwegeführung ist nicht klar erkennbar, bei Querungen müssen Radfahrer gegebenenfalls absteigen“, hatte Heiko Schulze in seinem Bericht bemängelt. Ebenso, dass Verkehrsschilder für Radfahrerrinnen und Radfahrer im Stadtgebiet fehlen.

Als ein Beispiel, dass die Verwaltung rasch auf die Empfehlung des Arbeitskreises reagiert, nannte Heike Schulze das Kopfsteinpflaster vor der ehemaligen ESSO-Tankstelle, das den Radweg an der Großenhainer Straße jäh unterbrach – und das zugunsten einer Asphaltdecke verschwunden ist. Dieses Tempo bei der Umsetzung der im Gremium gemeinsam beschlossenen Maßnahmen ist nicht immer zu beobachten. „Das Anbringen eines Verkehrsschildes muss nicht über sieben Monate dauern“, sagte er in diesem Zusammenhang.

Heiko Schulze rief die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich in die Arbeit des Arbeitskreises einzumischen: „Anregungen, konkrete Vorschläge, Kritik an der Radverkehrssituation in der Stadt sind jederzeit sehr willkommen.“

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Als Chef des Arbeitskreises hatte Heiko Schulze letztmalig einen Bericht im Stadtrat vorgelegt. Nach zwei Jahren endete seine Amtszeit als Vorsitzender dieses Gremiums. Im Dezember wurde Anatoly Arkhipov, der seit dem vorigen Jahr als Verkehrsplaner in der Meißner Bauverwaltung tätig ist, für die Jahre 2021 und 2022 zum Vorsitzenden gewählt. Bei ihm sehe er „die zukünftige Arbeit in sehr guten Händen“, erklärte Heiko Schulze abschließend.

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