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Die Stadt ist in der Pflicht

Anwohner der Görnischen Gasse wollen es nicht hinnehmen, dass die Stadt Gelder verplant, die für die Sanierung dieser Straße bestimmt sind.

Die Görnische Gasse ist wieder schön geworden – aber nur oberhalb der Straße.
Die Görnische Gasse ist wieder schön geworden – aber nur oberhalb der Straße. © Claudia Hübschmann

Meißen. Die Görnische Gasse, das langjährige Sorgenkind der Stadt, soll wieder für unbestimmte Zeit hintenangestellt werden. Das würde den Effekt der Sanierungsleistung vieler Anwohner in den vergangenen Jahren arg dämpfen. Diese Befürchtung äußern Eberhard Graubner und Christian Knobloch in einem Schreiben, das sie im Namen der Anwohner der Straße verfasst haben.

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Den Anlass dafür sehen sie in Plänen des städtischen Bauamtes, umfangreiche Bauarbeiten zur Sanierung der Kruspestraße vorzubereiten. Über den Stand der Planungen war Ende Februar im Stadtentwicklungsausschuss informiert worden. Zur Finanzierung dieser Maßnahme war die Verwendung von 350.000 Euro ins Gespräch gebracht worden, die eigentlich für die Görnische Gasse bestimmt sind. Das Geld sollte für die grundhafte Sanierung der Straße verwendet werden. Weil sich die Förderbedingungen aber änderten, war das Vorhaben im vorigen Jahr zurückgestellt und in die kommenden Jahre verschoben worden.

„Die Görnische Gasse zeichnet sich durch einen hochwertigen und vollständigen Denkmalbestand inmitten der Meißner Altstadt aus. Bis vor wenigen Jahren standen aber überaus viele der Gebäude leer und verfielen zusehends. Viele private Sanierer haben den Mut und die Eigenmittel aufgebracht, in den vergangenen Jahren gemeinsam anzupacken, die zum Teil mehr als 40 Jahre leerstehenden Gebäude vorbildlich und denkmalgerecht zu sanieren und wieder mit Leben zu füllen“, schreiben Eberhard Graubner und Christian Knobloch.

Kaum Aussicht auf Fördermittel

Sie verweisen darauf, dass die Grundstückseigentümer der Görnischen Gasse von der Stadt aufgefordert wurden, zusätzlich zu den Mühen der Sanierung einen hohen Sanierungsbeitrag zu bezahlen – „sozusagen als Anerkennung der hohen städtischen Leistungen bei der Revitalisierung des Straßenzuges“. Jedoch haben viele Sanierer keine Fördermittel erhalten, sondern mussten den hohen Auflagen des Denkmalschutzes aus eigener Tasche gerecht werden.

Nun, spätestens seit die Häuser frisch saniert sind, ist die Stadt Meißen in der Pflicht, den für jeden Bewohner und Besucher offensichtlichen sehr schlechten Zustand der Görnische Gasse anzugehen und nicht auf Irgendwann zu verschieben, fordern die Anwohner: „Der Straßenbelag gleicht einer Teststrecke, die Pflasterung der Gehwege ist stellenweise nicht mehr vorhanden, die Medien im Untergrund zerschlissen. Vor diesem Hintergrund ist unbegreiflich, wie die Stadt Meißen die bereits begonnene Planung zur Sanierung und touristischen Aufwertung auf Eis legen kann.“

Seit zwei Jahren plant die Stadt die Sanierung der desolaten Görnischen Gasse einschließlich Medienerneuerung und Erneuerung des Abwasserkanals. Mehrfach schon wurden bei Einwohnerversammlungen im Rathaus die Sanierungsschritte erläutert. Vertreter der Meißner Stadtwerke und des Planungsbüros haben bereits mehrere Begehungen der Grundstücke durchgeführt. Die Planungskosten summieren sich bereits auf 80.000 Euro.

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Es ist unverständlich, „dass schon die nächsten neuen Objekte wie der Kohlelagerplatz und die Kruspestraße geplant werden und geparkte Sanierungsmittel abgezogen werden sollen“, geben Eberhard Graubner und Christian Knobloch die Stimmung der Anwohner wieder. „Wir fordern hiermit Herrn Oberbürgermeister Olaf Raschke und Herrn Bauamtsleiter Dirk Herr auf, für die Sanierung der gesamten Görnischen Gasse – und nicht nur des Teils vom Hundewinkel zur Einmündung des Jüdenbergs – eine Perspektive aufzuzeigen“. Diese sollte im Rahmen einer Einwohnerversammlung auf der Görnischen Gasse erläutert werden, schlagen die Verfasser des Schreibens vor. (SZ)

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