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Dorffunk soll Dörfer digital machen

Bürger, Verwaltung und Vereine sollen sich jetzt auch digital austauschen können. Dafür gibt es ein Modellprojekt in der Lommatzscher Pflege.

Ein digitales Projekt soll die Dörfer der Lommatzscher Pflege vernetzen. Dazu braucht es aber auch schnelles Internet.
Ein digitales Projekt soll die Dörfer der Lommatzscher Pflege vernetzen. Dazu braucht es aber auch schnelles Internet. © Symbolfoto: SZ/Uwe Soeder

Lommatzsch. Die Bürgerinnen und Bürger in der Lommatzscher Pflege können die Dienste der „Digitalen Dörfer Sachsen“ weitere drei Jahre kostenlos nutzen. Das teilt das Sächsische Ministerium für Regionalentwicklung mit.

Das Projekt wurde vor zwei Jahren gestartet, um die Potenziale der Digitalisierung für die Bedürfnisse im ländlichen Raum zu erschließen. Während in der ersten Phase die Bedarfe ermittelt und bereits erprobte Dienste eingeführt wurden, sollen die digitalen Anwendungen nun verstärkt der Bevölkerung zugänglich gemacht werden, heißt es weiter. Im Frühjahr 2021 beginne eine Veranstaltungsreihe, die die Digitalisierung in ländlichen Regionen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchte.

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Das Modellprojekt in den zehn Kommunen der Leader-Region Lommatzscher Pflege ist Teil der Zukunftsinitiative simul+. 124 000 Euro werden dafür von der Zukunftsinitiative zur Verfügung gestellt. „Die große Resonanz in der ersten Phase des Projektes zeigt, dass sowohl Interesse als auch Bedarf an digitalen Anwendungen im ländlichen Raum bestehen. In den Digitalen Dörfern entsteht ein virtuelles Ökosystem, das den Austausch zwischen den Bewohnern, Vereinen und Verwaltung intensiviert“, sagt Staatsminister Thomas Schmidt. „Von der Nachbarschaft über das Dorf bis hin zur Region lassen sich Informationen, Meinungen, Angebote und Nachfragen austauschen. Das stärkt den Zusammenhalt und macht das Leben im ländlichen Raum noch vitaler und attraktiver.“

Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung stellt das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) dafür innovative Softwarelösungen in der Modellregion bereit. So wird seit einigen Monaten die Smartphone-App „Dorffunk“ angeboten (www.dorf.app), mit der sich die Bürgerinnen und Bürger in den Dörfern und Städten der Lommatzscher Pflege vernetzen und austauschen können.

In der Stadt Lommatzsch verfügt der Dorffunk zudem über den „Sag’s uns-Kanal“, mit dem die Bevölkerung direkt mit der Verwaltung auf kurzem Wege in Kontakt treten kann. Vorschläge und Hinweise lassen sich dann mit der sogenannten „Lösbar“ innerhalb der Verwaltung bearbeiten, die die Resultate dann direkt im Dorffunk transparent machen kann.

In der regionalen Informationsplattform „lp-digital“ (www.lp-digital.de) fließen aktuelle Veranstaltungshinweise sowie Mittelungen der Kommunen und Beiträge des Regionalmanagements der Lommatzscher Pflege zusammen. Mitglieder von Vereinen und anderen Organisationen können dort als Reporter eigene Inhalte veröffentlichen. Alle Informationen erscheinen automatisch im Dorffunk.

Ein Problem hat das Staatsministerium allerdings nicht bedacht. In vielen Dörfern kann der Dorffunk schon deshalb nicht und nicht richtig genutzt werden, weil es noch immer am schnellen Internet mangelt. (SZ)

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