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Dorfkirche Sora hat die "Orgel des Monats"

Das 1874 gebaute Instrument wurde bei Umbauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen. Ehrenamtliche haben es gereinigt.

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Die Orgel in der Dorfkirche Sora ist die "Orgel des Monats August" der Stiftung Orgelklang.
Die Orgel in der Dorfkirche Sora ist die "Orgel des Monats August" der Stiftung Orgelklang. © EKD

Klipphausen. Die Orgel in der Dorfkirche Sora ist die „Orgel des Monats August 2022“ der Stiftung Orgelklang. Die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründete Stiftung würdigt das 1874 von Julius Jahn gefertigte Instrument und fördert die Sanierung mit 3.000 Euro, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Die schwankenden klimatischen Bedingungen haben unserer Orgel schwer zugesetzt, es gab immer wieder Durchstecher“, so Pfarrer Christoph Rechenberg. „Außerdem hatte das Instrument mit Wurmbefall zu kämpfen.“

Kurz vor Kriegsende schwer beschädigt

Seit die Orgel in Dienst gestellt wurde, hat sie harte Zeiten durchgemacht. Im Mai 1945 stand sie gar unter Wasser, als das Kirchendach durch Beschuss der Roten Armee schwer beschädigt wurde. Bis auf die Prospektpfeifen aus Zink ist das Instrument klanglich und technisch original erhalten. Mit ihren 20 klingenden Registern auf zwei Manualen stellt die historische Schleifladenorgel ein „schönes, volles Werk“ dar, heißt es im Gutachten des Orgel-Sachverständigen.

Zwischen 2017 und 2021 wurde die Dorfkirche Sora multifunktional umgebaut. Zum Schutz vor Staub und Dreck war die Orgel „eingehaust“, trotzdem kam es zu Verschmutzungen, unter anderem durch die vorher nicht geplante archäologische Untersuchung des Kirchenfußbodens.

7.000 Arbeitsstunden geleistet

„Dass der Umbau die Spielbarkeit unserer Orgel beeinträchtigen würde, konnte niemand vorausahnen“, sagt Pfarrer Rechenberg. Zahlreiche Ehrenamtliche haben im Vorfeld der Orgelsanierung die Holzbauteile des Instruments gereinigt und das Pfeifenwerk grundlegend gesäubert. Überhaupt engagiert sich die Gemeinde in besonderem Maße. „Über 7.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden sind allein in den Umbau der Kirche geflossen“, so Rechenberg, der auch gelernter Tischler ist.

Am 18. September wird die Orgel mit einem Erntedankgottesdienst feierlich eingeweiht, am Nachmittag wird ein Konzert mit Orgel und Trompete stattfinden. Für die Orgel hat Pfarrer Rechenberg noch weitere Pläne, denn man könne immer noch hören, dass im Prospekt Pfeifen aus Zink anstelle der ursprünglichen Zinnpfeifen stehen. „Die Zinkpfeifen klingen etwas straffer, das könnte man später noch machen. “

Die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) präsentiert in jedem Monat eine „Orgel des Monats“. In diesem Jahr fördert sie 13 Projekte in einem Gesamtumfang von 50.000 Euro (bzw. 53.500 Euro, inkl. Projektspenden). Seit 2010 hat sie 249 Förderzusagen über mehr als 1,4 Millionen Euro gegeben (bzw. mehr als 2 Millionen Euro, inkl. Projektspenden). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.stiftung-orgelklang.de