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Meißen

Trauriges Ende ohne Anfang

Lommatzscher Narren geben den Rathausschlüssel zurück. So endet eine Faschingssaison, die es gar nicht gab. Doch am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei.

Am Aschermittwoch gaben die Lommatzscher Narren den Rathausschlüssel an Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP) zurück, natürlich mit Abstand unter Einhalten der Corona-Bestimmungen.
Am Aschermittwoch gaben die Lommatzscher Narren den Rathausschlüssel an Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP) zurück, natürlich mit Abstand unter Einhalten der Corona-Bestimmungen. © Gerhard Schlechte

Lommatzsch. Als die Lommatzscher Narren am 11. 11. vorigen Jahres traditionell den Rathausschlüssel und damit symbolisch die Macht im Lommatzscher Rathaus übernahmen, hatten sie noch Hoffnung. Hoffnung, dass die Faschingssaison mit Abendveranstaltung, Kinderfasching, Weiberfasching, Rentnerfasching und Kehraus doch noch stattfinden kann.

Doch Corona machte auch ihnen einen dicken Strich durch die Rechnung. "Die ganzen Vorbereitungen und Ideen wurden vorerst auf Eis gelegt und kommen nun vielleicht in der nächsten Saison zur Aufführung. Am schlimmsten hatte es die Kinder- und Jugendgarden getroffen. Proben im Videotraining, alles immer allein und dazu keine Auftritte, dass kann man Kindern nur sehr schwer erklären", sagt Steffen Richter vom Lommatzscher Carnevals Club (LCC).

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Für den Verein war das aber auch ein herber finanzieller Verlust. Laufende Kosten blieben, während es keine Einnahmen aus den Kartenverkäufen gab.

Aber Ordnung muss sein, Fasching ist schließlich eine ernste Angelegenheit. Und weil die Narren den Rathausschlüssel nun mal übernommen hatten, gaben sie ihn auch am Aschermittwoch wieder zurück. Natürlich streng nach den Abstandsregeln und Kontaktverboten. Und so angelte ihn Bürgermeisterin Anita Maaß an einem langen Seil auf den Balkon ihres Amtssitzes, so, wie sie ihn vor gut drei Monaten abgegeben hatte.

Am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei, doch für die Lommatzscher ist die Saison noch nicht beendet. Seit Jahren organisiert der Verein auch den Sommernachtsball, der allerdings mit Fasching nichts zu tun hat. Im vergangenen Jahr musste der Ball auch schon wegen Corona ausfallen. Für 2021 ist er für den letzten Sonnabend im Juni geplant. "Wir hoffen innständig darauf, dass sich bis dahin die Welt wieder in normalen Bahnen bewegt", sagt Steffen Richter. Sonst ist für den Verein vielleicht doch alles vorbei.

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Die Geburtsstunde des LCC schlug 1972. Ab 1975, erstmals mit Elferrat und Saalpolizei, wurden die Veranstaltungen im "Café am Markt" durchgeführt. 1976 trat erstmals ein Prinzenpaar in Aktion. Neben den Fußballern und Handballern schlossen sich auch der Spielmannszug und die Freiwillige Feuerwehr der Karnevalsbewegung an. Folgerichtig reichten die Räumlichkeiten im "Café am Markt" nicht mehr aus und die Karnevalskaravane zog 1980 nach Großkagen. Hier begann die Funkengarde ihre erfolgreiche Entwicklung.

Seit vielen Jahren finden die Veranstaltungen des LCC im Lommatzscher Schützenhaus statt. (SZ/jm)

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