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Ein Fehler im System

Dass der Burgberg in der Silvesternacht im Dunkeln blieb, hat umfangreiche Untersuchungen ausgelöst. Die Ursache bleibt rätselhaft.

Von Harald Daßler
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Die Beleuchtung des Burgberges hatte sich in der Silvesternacht früher als bestellt abgeschaltet.
Die Beleuchtung des Burgberges hatte sich in der Silvesternacht früher als bestellt abgeschaltet. © Claudia Hübschmann (Archiv)

Meißen. Punkt 0 Uhr schaltete sich in der Silvesternacht die Beleuchtung des Burgberges aus. Das ergaben umfangreiche Untersuchungen bei den Meißner Stadtwerken (MSW), wie deren Sprecherin Lilly Schütze informiert. Nachdem SZ und Sächsische.de über die Wahrnehmung vieler Meißner berichtet hatte, wonach der Burgberg, anders als in den Jahren zuvor, zum Zeitpunkt des Jahreswechsels nicht in hellem Licht erstrahlte, hatten die Stadtwerke angekündigt, nach der Ursache dieser technischen Panne zu forschen.

Regulär wird das Burgbergensemble montags bis donnerstags bis 23 Uhr und freitags bis sonntags bis 24 Uhr angestrahlt. Das Einschalten der Beleuchtung richtet sich nach dem astronomischen Brennzeitkalender, damit die Burg erst leuchtet, wenn es dunkel ist. Wie Lilly Schütze hinzufügt, startet die Burgberg-Beleuchtung im Winter nicht vor 17 Uhr, weil auch hier auf Wirtschaftlichkeit geachtet werden muss.

Übertragung alle 10 Sekunden

Die Schalthandlung wird über das sogenannte EFR Langwellensystem gesteuert. Für die korrekte Uhrzeit im System sorgen alle zehn Sekunden übertragene Zeittelegramme, die über die drei Sender in Mainflingen bei Frankfurt am Main, in Burg bei Magdeburg sowie in Lakihegy bei Budapest ausgesendet werden.

Um den Burgberg in der Silvesternacht wie gewohnt länger als üblich anzustrahlen, hatten die Stadtwerke den Auftrag der Stadt an den darauf spezialisierten Dienstleister, die Sachsenenergie AG in Dresden, übermittelt. Von dort aus wurde ein Signal an den Funkrundsteuerempfänger in Magdeburg gesendet, der einen Empfänger in Meißen ansteuert, erläutert MSW-Sprecherin Lilly Schütze. „Am 9. Dezember 2021 gaben wir den Auftrag an unseren Dienstleister weiter, dass in der Zeit vom 18. Dezember 2021 bis zum 2. Januar 2022 die Burg jeweils bis 1 Uhr angestrahlt werden soll“. Die Daten wurden „erfolgreich übermittelt“, wie sich im Nachhinein belegen lasse – nach Magdeburg und von dort nach Meißen.

„Nicht verarbeitet“

Nach eingehender Prüfung wurde festgestellt, dass genau in der Silvesternacht die Information zur abweichenden Beleuchtungszeit „nicht vom Empfänger verarbeitet wurde“, so Lilly Schütze. An allen anderen Tagen habe die Steuerung, der um den Meißner Burgberg herum stationierten Strahler, anstandslos funktioniert. Es bleibe ein Rätsel, „das man nur als technischen Defekt bezeichnen kann“. Wie Lilly Schütze hinzufügt, sei das System für seine Fehlerunauffälligkeit bekannt und werde deshalb europaweit eingesetzt.

Damit sich ein Ausfall wie in der Silvesternacht 2021/22 nicht wiederholt, soll bei den Meißener Stadtwerken nun ein eigenes Programm geschrieben werden, welches nach Anforderung seitens der MSW auf das Gerät gespielt werden kann. Dieses Programm wird dann durch maschinelles Auslesen von einem Mitarbeiter der Stadtwerke vor Ort geprüft. Somit wird ausgeschlossen, dass ein Telegrammbefehl in der Silvesternacht verloren geht – und das Burgbergensemble so lange erstrahlt, wie es in Meißen gewünscht ist.