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„Eine einzigartige Landschaft wird zerstört“

Stadtrat Ingolf Brumm erinnert daran, dass es schon einmal Klagen gegen ein Bauprojekt an den Proschwitzer Weinhängen gab.

Ingolf Brumm ist Bauunternehmer und Stadtrat in Meißen.
Ingolf Brumm ist Bauunternehmer und Stadtrat in Meißen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Einen Fall von „Meißner Amnesie“ (Erinnerungsstörung) sieht Ingolf Brumm. Auf seiner Facebook-Seite nimmt der Meißner Bauunternehmer und Linken-Stadtrat Stellung zum in der SZ sowie auf sächsische.de veröffentlichten Bericht „Was wird aus dem Mühlenareal?“, in dem es um einen möglichen Neuanlauf für ein Bauvorhaben des Weingutes Prinz zur Lippe in Proschwitz geht.

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Ingolf Brumm erinnert daran, dass es in Proschwitz bereits im Jahr 1994 Streit um ein Bauvorhaben gab: „Es gibt auch Stimmen die gegen das Projekt sind, zum Beispiel ein angrenzender Winzer, der grundsätzlich davor warnt, in der Nähe von Rebflächen zu bauen, und er verweist dabei auf Gefährdung durch Pflanzenschutzmittel etc. Auch sieht er die Gefahr der Zerstörung der einzigartigen Landschaft inclusive des Dorfbildes, Natur und Artenschutz auch Verkehrsbelastungen werden angeführt.“

Der Gegner war Prinz zur Lippe, wie in den Akten zur Bebauung mit der damals geplanten Schule des Arbeitsamtes nachzulesen ist. „Die Baugenehmigungen für ein 33-Millionen-DM-Projekt lagen vor, sowohl von der damaligen Gemeinde als dann auch von der Stadt bestätigt. Es gab keine Einwände der Behörden die Bagger rollten bereits an. … Die sächsische Regierung machte Druck auf die Stadt und über diverse Klagen unter unterem auch durch Herrn Dr. Prinz zur Lippe musste die Baugenehmigung wieder entzogen werden.“

Wie Ingolf Brumm weiter schreibt, argumentierten die Räte der Stadt und des Kreises 1994 mit der Forderung „Gemeinwohl muss vor privaten Interessen stehen“, als sie dagegen vorzugehen versuchten. „Es kam aber noch dicker. Natürlich ging der damalige Investor aus Köln in Widerspruch und verklagte die Stadt auf 8,8 Millionen DM Schadenersatz“, erinnert der Stadtrat in seinem Facebook-Eintrag.

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Gegenüber der Sächsischen Zeitung hatte Prinz zur Lippe am Ende des Jahres 2018 erklärt, warum er 1994 gemeinsam mit Anwohnern dagegen geklagt hatte, dass ein Bildungszentrum der Arbeitsagentur auf dem Areal errichtet wird. „Damals sollten die Rebstöcke gerodet und der gesamte Weinberg zugebaut werden. Dagegen war ich“, so Georg Prinz zur Lippe. (SZ)

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