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Meißner Mini-Weihnacht startet

Das Rätsel um den halbbeleuchteten Christbaum ist gelüftet. Mancher sieht die kleine Budenstadt auf dem Markt mit Unbehagen.

In den letzten Tagen ist rund um den Christbaum auf dem Markt eine Meißner Weihnacht light entstanden.
In den letzten Tagen ist rund um den Christbaum auf dem Markt eine Meißner Weihnacht light entstanden. © Claudia Hübschmann

Meißen. Händler und Wirte in der Meißner Altstadt sollen in der Adventszeit die Chance erhalten, zusätzliche Umsätze zu generieren. Mit diesem Ziel hat das Rathaus jetzt eine abgespeckte Variante der Meißner Weihnacht auf die Beine gestellt. Das sagte am Freitag Wirtschaftsförderer Martin Schuster.

Rund um den beleuchteten Baum auf dem historischen Markt ist eine winzige Budenstadt entstanden. Erzgebirgische Volkskunst und das übliche weihnachtliche Sortiment werden angeboten. Mit den Ständen löst sich auch das Rätsel um die unten fehlende Baumbeleuchtung auf. Aufgrund der im Kreis gestellten Hütten war sie verzichtbar.

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Um eine Konzentration von Besuchern zu vermeiden, fehlen dieses Jahr Stehtische und Sitzgelegenheiten. "Alles gibt es nur zum Mitnehmen", sagt Schuster. Hinzu kommt: Die Angebote verteilen sich über das gesamte Zentrum. Konditor und Bäcker Dirk Zieger verkauft Kräppelchen auf die Hand. Fleischer Christian Richter hat einen Grillstand in der Marktgasse aufgebaut. Er rechne damit, dass Ratskeller-Wirt Karsten Müller ebenfalls eine Bude öffnen wird, sagt Martin Schuster.

Das Rathaus hat dieses Jahr in Meißen bei der Weihnachtsbeleuchtung noch einmal draufgesattelt. Die Adventsstimmung soll Kunden anlocken, um den Umsatz in den Geschäften anzukurbeln.
Das Rathaus hat dieses Jahr in Meißen bei der Weihnachtsbeleuchtung noch einmal draufgesattelt. Die Adventsstimmung soll Kunden anlocken, um den Umsatz in den Geschäften anzukurbeln. © Claudia Hübschmann

Gewerbevereinschef Uwe Reichel zeigt sich am Freitagnachmittag mit der jetzt gefundenen Variante zufrieden. Die Meißner Händler verfügten alle über gut funktionierende Hygiene-Konzepte. "Wir wollen vermeiden, dass die Kunden dem Online-Handel zugetrieben werden", so Reichel. Jetzt komme es darauf an, dass sich alle an die Regeln hielten. Auf das sonst übliche Programm verbunden mit dem Öffnen des Adventskalenderfensters am Rathaus habe man bewusst verzichtet. Tischler Frank Mühlberg aus Klipphausen hat zwar kostenfrei die blauen Fensterläden angebracht. Die dahinter verborgenen Weihnachtsmotive sollen jedoch eher spontan täglich aufgedeckt werden.

Wie die Meißner Weihnacht light angenommen wird, dürfte sich bereits am ersten Adventswochenende zeigen. Die Läden in Meißen können ausnahmsweise am Sonntag öffnen. Sorgen bereitet allerdings das Infektionsgeschehen im Kreis. Das Landratsamt meldete am Freitag den Rekordwert von über 200 neu Infizierten innerhalb von 24 Stunden. Dem Landkreis Meißen drohen, falls der Inzidenzwert über 200 bleibt, ab Dienstag schärfere Corona-Beschränkungen. Dazu gehören ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen, Ausgangssperren, strikte Kontaktbeschränkungen und eine Beschränkung der Teilnehmerzahl bei Demonstrationen auf höchstens 200. Die Landesregierung will am Freitag um 17 Uhr in einer Pressekonferenz darüber informieren, welche Regelungen in Sachsen ab Dienstag gelten.

Kritische Stimmen melden sich

In den Sozialen Netzwerken wird die Meißner Mini-Weihnacht dementsprechend kontrovers diskutiert. Er sei gespannt, wie lange die Stände offen blieben, so Rechtsanwalt Albert Pfeilsticker aus Oschatz. Er verweist auf die angespannte Situation in Sachsens Kliniken, wo es immer weniger freie Kapazitäten auf den Intensivstationen gibt. Ex-Stadtrat Wolfgang Tücks merkt an, dass in den nächsten Wochen möglicherweise Patienten je nach Schwere ihrer Erkrankung sortiert werden müssten, wenn jetzt nicht die sozialen Kontakte eingeschränkt würden. Der Dresdner Unternehmensberater Matthias Kreher hält dagegen: Die Übertragung an der frischen Luft sei sehr gering. Deshalb halte er nach wie vor die derzeitigen Auflagen für überzogen.

Begleitet wird der Weihnachtszauber in der Innenstadt durch mehrere Aktionen von Vereinen sowie der Afra-Kirchgemeinde. So lädt die Neue Kantorei nach Angaben von Kantor Karsten Voigt jeweils an den Adventssonntagen, um 16.30 Uhr, in die St. Afra Kirche zu einer musikalischen Vesper ein. "Wir möchten die Kirche als einen Ort der Ruhe und Besinnung nutzen, um Menschen die Möglichkeit zu geben, sich auf Advent und Weihnachten einstimmen zu lassen", so Kantor Voigt. "Jauchzet und orgelt" heißt das Programm, welches am ersten Adventssonntag geboten wird.

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