merken
PLUS Meißen

Einkaufssonntage werden nachgeholt

Meißens Wirtschaftsförderer appelliert: Handel und Gastronomie brauchen Hilfe, um wieder auf die Beine zu kommen.

Nach Pfingsten soll das Einkaufen in vielen Geschäften wieder möglich sein.
Nach Pfingsten soll das Einkaufen in vielen Geschäften wieder möglich sein. © Claudia Hübschmann

Meißen. Sonntägliche Einkaufsbummel in Meißen sollen kurzfristig möglich werden. Wenn die Geschäfte in der Stadt wieder öffnen können, sollen die einkaufsoffenen Sonntage nachgeholt werden, die in diesem Jahr bislang wegen der Corona-Schutzmaßnahmen ausfallen mussten. Der Chef des Meißner Gewerbevereins Uwe Reichel nennt die Sonntage, die anlässlich des Ostermarktes am 28. März sowie anlässlich des Töpfermarktes am vergangenen Sonntag hätten stattfinden sollen. Die zwei „frei“ gewordenen Termine können nun neu festgelegt werden.

Anzeige
Geld für Vereine, Projekte, mehr Zuversicht!
Geld für Vereine, Projekte, mehr Zuversicht!

Mit einem Crowdfundingprojekt unterstützt die Volksbank Dresden-Bautzen eG gemeinnützige Projekte.

Nach dem Ladenschlussgesetz darf eine Kommune vier Sonntage im Jahr bestimmen, an denen die Geschäfte in festgelegten Bereichen öffnen können. Die Öffnung der Läden außerhalb der offiziellen Geschäftszeiten muss an einen Anlass gekoppelt sein, erklärt Uwe Reichel das Prozedere.

Als Interessenvertreter der einheimischen Einzelhändler und Gastronomen unterbreitet der Gewerbeverein ohnehin die Terminvorschläge. Die Entscheidung trifft der Stadtrat. Der am Ende des vorigen Jahres gefasste Beschluss, sieht für dieses Jahr noch den 10. Oktober, anlässlich des Herbstmarktes, und den 12. Dezember zur Meißner Weihnacht als einkaufsoffene Sonntage vor.

Neue Termine für die zwei ausgefallenen verkaufsoffenen Sonntage bedürfen ebenfalls eines Stadtratsbeschlusses. Der Gewerbeverein werde Vorschläge unterbreiten, sobald die Corona-Schutzvorschriften längerfristige Planungen zulassen. Im vorigen Jahr hatte der Gewerbeverein den durch die ebenfalls pandemiebedingte Absage des Töpfermarktes frei gewordenen Einkaufssonntag für das Weinfest-Wochenende neu festgelegt.

Die verkaufsoffenen Sonntage können dazu beitragen, Einzelhändlern und Gewerbetreibenden in der Stadt beim Bewältigen der Auswirkungen der Pandemie zu helfen. So begründete auch Stadtrat Oliver Eggert (AfD) im Verwaltungsausschuss seinen Vorschlag, verkaufsoffene Sonntage vom Oktober und Dezember vorzuziehen und dem Einzelhandel in der Stadt weitere Sonderöffnungszeiten zu ermöglichen. „Wir prüfen das“, sagte Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) zu.

Meißens Wirtschaftsförderer Martin Schuster hatte im Ausschuss über Möglichkeiten der Stadtverwaltung berichtet, die kleinen Händler und Gewerbetreibenden in der Stadt zu unterstützen. Neben der Information und Beratung zu den unübersichtlichen Regelungen zu Lockdown und Lockerungen nannte er Händlerportale und die offensive Bewerbung der Liefermöglichkeiten von Geschäften und Gastronomiebetrieben. Die Stadt werde auch über verschiedene Werbemaßnahmen helfen, auf die inhabergeführten Geschäfte in Meißen aufmerksam zu machen – durch gezielte Kampagnen auch über die Grenzen der Stadt hinaus aufmerksam zu machen.

Der Wirtschaftsförderer verwies auch auf die zwei Testzentren, die gemeinsam mit dem Gewerbeverein in der Innenstadt eingerichtet wurden. Damit sind Voraussetzungen geschaffen, damit Geschäfte überhaupt wieder Kunden empfangen und bedienen können.

Interessenten für Neueröffnungen

Wie Martin Schuster informierte, sei ihm bislang die Schließung zweier Geschäfte infolge der Corona-Schutzmaßnahmen bekannt. Er nannte ein Reisebüro in der Martinstraße und ein Porzellangeschäft auf der Burgstraße. Zugleich berichtete er von derzeit neun Interessenten, die ein Geschäft in der Innenstadt eröffnen möchten. Die bei der städtischen Wirtschaftsförderung eingegangenen Bekundungen zielen auf die Bereiche Gastronomie, Textilien und Lebensmittel, fügte er hinzu.

Trotz der Aussicht auf Lockerungen stehen Einzelhandel, Gewerbe und Gastronomie in der Stadt noch sehr harte Zeiten bevor, erklärte Martin Schuster. Dort wo sie gewährt wurden, fielen Mieterlasse und ausgesetzte Gebühren weg, auch Rechnungen der Lieferanten seien zu begleichen, nannte er einige der Probleme.

„Unterstützen Sie jetzt Handel und Gastronomie in Meißen!“, appellierte er an die Stadträte und die Zuschauer im Livestream. „Gehen Sie einkaufen, trinken Sie ein Glas Wein, essen Sie etwas!“ formulierte Martin Schuster sein Bitte an Einheimische und Gäste der Stadt.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Meißen