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Entscheidung zu Oldtimern vertagt

Volkssolidarität-Vorstand Frank Stritzke erschien wegen Krankheit nicht vorm Verwaltungsrat, gab aber eine Erklärung ab. Der Druck auf ihn hat sich erhöht.

Ein Oldtimer vom Typ F 8 macht Werbung für die Volkssolidarität. Über den Sinn des Einsatzes von Oldtimern für diese Zwecke ist jetzt im Verein Streit entbrannt.
Ein Oldtimer vom Typ F 8 macht Werbung für die Volkssolidarität. Über den Sinn des Einsatzes von Oldtimern für diese Zwecke ist jetzt im Verein Streit entbrannt. © VS Elbtalkreis-Meißen

Meißen/Radebeul. Viele der rund 700 Mitarbeiter der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen sind enttäuscht. Ihr Verwaltungsrat hat trotz langer Diskussion keine Entscheidung über eine Abberufung des Vorstandes Frank Stritzke gefällt. In einer Stellungnahme des Verwaltungsrates vom Dienstag heißt es: "Der Verwaltungsrat hat sich bisher auf Basis der vorliegenden Unterlagen und Erklärungen umfassend informiert. In weiteren zeitnah stattfindenden Beratungen wird er die Sachverhalte abwägen und Entscheidungen treffen."

Vorstand Stritzke geriet unter Kritik, als er womöglich gegen Datenschutzbestimmungen verstieß und einem Autohausbesitzer, der Vereinsmitglied werden wollte, mithilfe einer Detektei nachspionierte. Zudem wird immer wieder Kritik an Oldtimern laut, die von der Volkssolidarität Elbtalkreis unterhalten werden. Darüber hinaus gibt es unter Mitarbeitern auch Kritik am Führungsstil Stritzkes und sogar Forderungen nach seiner Abberufung. Offenbar ist inzwischen eine größere Anzahl von Mitarbeitern der Meinung, Stritzke habe - ungeachtet aller großen Verdienste - die Bodenhaftung verloren.

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Obwohl anders angekündigt, erschien Stritzke am Montagabend nicht zu der Sitzung des siebenköpfigen Verwaltungsrates. Er ist immer noch krankgemeldet. Allerdings gab er eine persönliche Erklärung ab, in der er seine Sicht auf die Dinge darlegt. Nähere Erläuterungen dazu wollte er sächsische.de aber nicht geben. "Ich äußere mich erst nach dem Urteil wieder", sagte Stritzke. Das Urteil des Dresdner Landgerichtes im Prozess mit dem Autohausbesitzer wird für Ende Mai erwartet.

Im Mittelpunkt der Kritik an Stritzke stehen jetzt auch die vier Oldtimer, die die Volkssolidarität unterhält. Zudem kommen Kosten für Rallyes, die die Volkssolidarität - offenbar auch für Gäste des Vereins - bezahlt hat. Die Rede ist beispielsweise von Beträgen in Höhe von weit über 3.000 Euro im Jahr 2018 und mehr als 4.000 Euro im Jahr 2019. Gegenüber sächsische.de hatte Stritzke erklärt, dass die Oldtimer-Fahrten mit Prominenten wie dem Schlagersänger Muck im alten Wolga oder Daniel von Sachsen in einem Volvo der Außenpräsentation des Vereins dienten. Dadurch würde eine Mega-Aufmerksamkeit für die sozialen Belange der Volkssolidarität erreicht, so Stritzke.

Aktive Handlungen in Vorbereitung

Die stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Elke Keiner sagte am Dienstag, dass sich der Verwaltungsrat sehr ausführlich und vertrauensvoll mit der Problematik beschäftigt hat. Eine Entscheidung in der Sache werde zeitnah fallen. "Wir bereiten aktive Handlungen vor", so Frau Keiner. Der 61-jährige Stritzke hatte schon mal erklärt, in den Ruhestand wechseln zu wollen.

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Die Volkssolidarität ist ein wichtiger Arbeitgeber im Landkreis Meißen. Sie hat 700 Mitarbeiter und erwirtschaftet fast 30 Millionen Euro Umsatz im Jahr. So betreibt sie 21 Kitas, zehn Seniorenwohnanlagen, zwei ambulante Pflegedienste, zehn Begegnungsstätten und ein Diagnostik- und Beratungszentrum.

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