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Erfrorenes Baby: Rechtsmittel eingelegt

Im Prozess gegen die Mutter eines in Niederau tot aufgefundenen Neugeborenen gibt es eine neue Entwicklung.

Zufällig fand ein Lehrling auf dem Gelände einer Agrargenossenschaft in Niederau bei Meißen ein getötetes Neugeborenes.
Zufällig fand ein Lehrling auf dem Gelände einer Agrargenossenschaft in Niederau bei Meißen ein getötetes Neugeborenes. © Claudia Hübschmann

Meißen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen wird das schriftliche Urteil im Gerichtsverfahren um einen in Niederau getöteten Jungen erwartet. Die damals 32 Jahre alte Angeklagte hatte im Dezember 2017 in der Gemeinde in ihrem Auto ein Kind zur Welt gebracht, unversorgt in Handtücher gewickelt und ausgesetzt. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt erfror der kerngesunde Junge. Vier Tage später fand ein Lehrling zufällig das tote Baby. Die Mutter konnte durch eine DNA-Analyse überführt werden.

Im November dieses Jahres hatte das Landgericht Dresden für die Tat vier Jahre Gefängnis verhängt. Das Gericht berücksichtigte, dass die Frau nicht vorbestraft ist, im Ermittlungsverfahren geständig war und als Mutter eines sechsjährigen Kindes besonders haftempfindlich ist. Auch die lange Verfahrensdauer kam ihr zugute. Die Kammer ging weiterhin davon aus, dass die Tat spontan erfolgte und nicht von langer Hand geplant war.

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Die Meißner Rechtsanwältin Anne Krause, welche die Angeklagte verteidigt, hat eigenen Angaben zufolge jetzt vorsorglich Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Dies geschehe prophylaktisch, falls die schriftliche Urteilsbegründung von der mündlichen Begründung abweiche und mögliche Angriffspunkte aufweise, die zu einer Revision Anlass geben könnten.

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