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Erste Mieter im Triebischtal-Quartier

Die Häuserreihe gegenüber der Manufaktur ist wieder vorzeigbar. Doch der Investor hat mehr vor und zieht sein Bauprojekt jeder Kreuzfahrt vor.

Corte Harmjanz vor seiner sanierten Häuserzeile am Rauhental.
Corte Harmjanz vor seiner sanierten Häuserzeile am Rauhental. © Claudia Hübschmann

Meißen. Wenn Corte Harmjanz ein Bauprojekt anpackt, muss er niemanden überzeugen, außer vielleicht seine Frau. Dementsprechend ehrgeizig waren Zeit- und Finanzierungsplan. Aus der verfallenen Rauhentalstraße 2 bis 8 sollten innerhalb von drei Jahren 21 schicke Wohnungen entstehen und das Erdgeschoss als Gewerbefläche genutzt werden.

Vielleicht war die Skepsis zu groß. Jedenfalls war die Nachfrage anfangs verhalten. Alles sollte historisch aussehen und trotzdem hochmodern gedämmt sein. Jetzt sind Türen und Fenster originalgetreu nachempfunden und drinnen ist von dem Straßenlärm nichts mehr zu hören. Das zieht. Die erste Mietpartei ist bereits eingezogen - trotz andauernden Bauarbeiten - und die Besichtigungstermine hätten angezogen. Nur für die Gewerbeflächen habe sich noch niemand gefunden. Aufgrund der anhaltenden unsicheren Pandemielage sei das verständlich.

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Investor und Bauleiter in einer Person

Nun ist das Ende der Bauarbeiten in Sicht und Harmjanz weiterhin zuversichtlich, dass die eingeplanten fünf Millionen Euro ausreichen. Allerdings ist im Hinterhaus - dort sollen preiswertere Wohnungen entstehen, weil zum einen kein Aufzug eingebaut wird - von der Fassade bis zum Innenausbau jede Menge zu tun.

Mit dem Fahrstuhl direkt in die Wohnung; In einige Wohnungen ist sogar das möglich.
Mit dem Fahrstuhl direkt in die Wohnung; In einige Wohnungen ist sogar das möglich. © Claudia Hübschmann

Harmjanz ist nicht nur Investor, sondern auch Bauleiter und deshalb mehrfach die Woche mit seinem Herzensprojekt beschäftigt. Treppe hoch, Treppe runter. Von einem ins andere Haus. Obwohl der 67-Jährige bei jedem Schritt seinen Fuß nachzieht, fühlt er sich noch nicht ausgelastet und hat im Quartier noch so einiges geplant. „Mir tun zwar bei jedem Schritt die Füße weh, aber wenn ich das nicht machen würde, könnte ich bald gar nicht mehr laufen.“

Dabei könnte Harmjanz genauso gut auf einem Kreuzfahrtschiff die Füße hochlegen. Doch das Reisen stellt er hinter sein weiter wachsendes Bauprojekt an: „Ich hab bereits zwei Weltreisen gemacht. Freunde haben mir zwar geraten, das weiter auszukosten, schließlich sei das Leben viel zu kurz.“ Doch der ehemalige Magdeburger hat sich dagegen entschieden: „Dieses Bauprojekt gibt mir mehr als eine Kreuzfahrt.“

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Mit seinen zu vermietenden Wohnungen bringt Harmjanz ein außergewöhnliches Angebot auf den Meißner Wohnungsmarkt. Noch seien die Bauarbeiten an einem Punkt, wo sich die Gestaltung der Wohnungen fundamental mitgestalten lasse. Eine Fußleiste mit extra Viertelstab, eine Küche mit Blick in den offenen Dachstuhl und sogar der nachträgliche Einbau eines Kamins, sei alles kein Problem.

Wer einen Blick ins sanierte Quartier werfen möchte, kann am Freitag, 14 - 17 Uhr und Samstag, 10 - 16 Uhr an einer Besichtigung teilnehmen. FFP2- Maske und negativer Schnelltest erforderlich.

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