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Fährt auch in Niederau bald ein Bürgerbus?

Die Gemeinde hat sich in ein Projekt von Ebersbach und Priestewitz eingeklinkt. Einen Starttermin gibt es aber noch nicht.

Einen Bürgerbus in der Lommatzscher Pflege gibt es schon seit 2008. Nun auch bald in Niederau?
Einen Bürgerbus in der Lommatzscher Pflege gibt es schon seit 2008. Nun auch bald in Niederau? ©  Claudia Hübschmann (Archiv)

Niederau. In der Lommatzscher Pflege gibt es ihn schon seit 2008, bald soll er auch in Niederau fahren: der Bürgerbus. Der Landkreis und die Verkehrsgesellschaft Meißen möchten in den Gemeinden Ebersbach, Niederau und Priestewitz den Öffentlichen Personennahverkehr attraktiver gestalten. Dafür soll ein Bürgerbus eingerichtet werden, der als Kleinbus an ausgewählten Tagen der Woche auf einem oder mehreren Linienwegen verkehrt. Gezahlt werden muss der normale Tarif des Verkehrsverbundes Oberelbe.

"Wir haben uns in das Projekt mit eingeklinkt. In unserer Gemeinde sind ja im Gegensatz zur Lommatzscher Pflege alle sieben Ortsteile an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Dennoch würden vor allem Oberau und Gohlis von einem Bürgerbus profitieren, denn vor allem in den Schulferien sind die Fahrpläne im ländlichen Raum ja sehr ausgedünnt", sagt der Niederauer Bürgermeister Steffen Sang (parteilos).

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Kein Ersatz für Linienverkehr

Dieser Bus solle aber keinen Linienverkehr ersetzen, sondern die Einwohner, die nicht mobil sind, beispielsweise direkt zum Wochenmarkt nach Großenhain, zum Bahnhof Niederau oder nach Weinböhla bringen und damit Lücken in den Fahrplänen des vorhandenen Busangebotes schließen.

Wann ein solcher Bürgerbus starten könne, sei aber unklar. "Es gibt noch keinen Starttermin, wir sind derzeit noch in der Erkundungsphase. Von der Technischen Universität Dresden wird derzeit ein Vorschlag erarbeitet. Wir warten ab, was da für Ideen kommen", sagt Steffen Sang.

Klar ist aber, dass ein solcher Bürgerbus von ehrenamtlichen Fahrern bewegt wird. Diese sollen an ein bis zwei Tagen im Monat den Dienst übernehmen. Wer Interesse daran hat, kann sich in der Gemeindeverwaltung melden. Die Fahrer werden geschult, müssen sich einer Gesundheitsprüfung unterziehen und einen Personenbeförderungsschein erwerben.

Verkehrsgesellschaft stellt Kleinbus

Anders als in Niederau, Ebersbach und Priestewitz geplant ist, fährt der Bürgerbus in der Lommatzscher Pflege vor allem kleine Orte, die vom Öffentlichen Personennahverkehr nicht mehr abgedeckt werden, an. Damit soll vor allem älteren Bürgern, die nicht mehr mobil sind, die Möglichkeit gegeben werden, nach Lommatzsch oder zum Einkaufen nach Krögis zu kommen.

Insgesamt wurden einst 50 Ortsteile angefahren. Die Zahl wurde mittlerweile reduziert, weil sich herausstellte, dass der Bus in einigen Ortsteilen kaum bis gar nicht genutzt wurde. Auch die Zahl der Tage, an denen der Bürgerbus fährt, wurde reduziert.

Der Bürgerbus wird von einem Verein betrieben. Die VGM stellt einen Kleinbus zur Verfügung, der Landkreis Meißen zahlt für das Projekt jährlich 12.000 Euro zu. Nach Angaben des Vereines werden jährlich etwa 1.500 Personen mit dem Bürgerbus befördert.

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