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Meißen bekommt Fahrrad-Rastplatz

Kostenlose Fahrradboxen, E-Bike-Ladesäule und eine Reparaturstation warten auf Fahrrad-Touristen. Eine zweite Radstation am Roßmarkt folgt in Kürze.

Oberbürgermeister Olaf Raschke (links) freut sich über die gut ausgestattete Servicestation: "Sogar mit 15er-Schlüssel: Den findet man sonst nicht mal im Werkzeugkoffer."
Oberbürgermeister Olaf Raschke (links) freut sich über die gut ausgestattete Servicestation: "Sogar mit 15er-Schlüssel: Den findet man sonst nicht mal im Werkzeugkoffer." © Claudia Hübschmann

Meißen. Die Tourist-Information hat als Fahrradlager ausgedient, dafür eröffnet unterhalb des Kändlerparks gleich ein ganzer Fahrrad-Rastplatz: Mit elf wetterfesten Fahrradboxen, Liegebänken, Servicestation mit Werkzeug, Luftpumpe und sieben Steckdosen.

Heiko Schulze, Vorsitzender des Arbeitskreises Radverkehr, durfte das neue Schließsystem als erster ausprobieren: Fahrradbox öffnen, die Führungsschiene treffen, wie in der Umkleidekabine im Schwimmbad einen Euro einwerfen, zuschließen, sicher. Neben dem Fahrrad bietet die Box auch Platz für Helm und Satteltasche. Doch Heiko Schulze muss die Stadt mit dem modernen Angebot gar nicht überzeugen; es soll mehr Touristen nach Meißen locken.

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Heiko Schulze durfte die Fahrradbox am Mittwoch einweihen.
Heiko Schulze durfte die Fahrradbox am Mittwoch einweihen. © Claudia Hübschmann

Nach jahrelangen Diskussionen im Stadtrat kommen die abschließbaren Fahrradboxen zum richtigen Zeitpunkt: Aufgrund des Elberadwegs treibt es jährlich sowieso Hunderttausende Fahrrad-Touristen nach Meißen – Pandemie und E-Bike-Boom haben das noch mal verstärkt. Meißen fahrradfreundlicher zu gestalten ist deshalb ziemlich unumstritten, nur bei der Umsetzung gibt es verschiedene Vorstellungen. Stadtmarketing-Chef Christian Friedel ist froh, mit einem vorzeigbaren Ergebnis mit den Diskussionen aufräumen zu können: "Mit diesem Angebot werden wir auch letzte Zweifler überzeugen." Eine Innenraum-Lösung wäre außerdem zu teuer gewesen, denn nach der einmaligen Investition von 100.000 Euro seien diese Fahrradboxen und Ladestation wartungsarm.

Passt die Box ins historische Stadtbild?

Jetzt muss der neue Rastplatz nur noch gefunden werden: Von der Straße aus lassen sich weder der Picknick-Tisch noch die Fahrradboxen erkennen. Durch eine Beschilderung soll sich das in den nächsten Tagen ändern, dann bekommt der Rastplatz an der Altstadt auch eine Infotafel samt Karte mit Meißens Sehenswürdigkeiten.

Vielleicht ist der geschützte Standort sogar ein Vorteil: Die zweite kompaktere Fahrrad-Station auf dem Roßmarkt – mit elf weiteren Fahrradboxen, die in Kürze auch nutzbar sind – ist kaum zu übersehen. Damit die grauen Boxen trotzdem zum historischen Stadtbild passen, wurden die großen Schließfächer mit einer hohen Sichtschutzwand abgeschirmt und mit Holz verkleidet. Außerdem soll das Dach begrünt werden.

Mit insgesamt 22 sicheren und trockenen Stellplätzen sollte der Bedarf vollständig gedeckt sein, sagt Friedel, der mit der Tourist-Information – in der Touristen bisher ihre Räder abgeben konnten – eine Bedarfsplanung aufgestellt hat: "Große Gruppen können das Angebot weiterhin in Anspruch nehmen, um die Boxen nicht zu verstopfen."

Damit das nicht auf andere Weise passiert und die Boxen als kostenloses Lager für Gartenmöbel enden, hat Friedel einen Generalschlüssel, um im Notfall die Boxen zu leeren.

Geplant wurde das Projekt von der Landschaftsarchitektin Marion Brod-Kilian; die schon viel geplant hat, ein Fahrrad-Rastplatz sei allerdings noch nicht dabei gewesen. Doch Brod-Kilian ist sich sicher, dass die Fahrradstation zum Vorbild wird und hofft, dass Coswig, Radebeul und Weinböhla nachziehen, sobald sie sehen, was alles möglich ist.

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