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Feiern unter Vorbehalt

170 Meißner haben sich zur Jugendweihe angemeldet. Ob und wie die im Theater vorgesehenen Veranstaltungen stattfinden, ist noch ungewiss.

Ein großer Tag im Leben der Jugendlichen ist die Jugendweihe. Feierlich werden sie in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen.
Ein großer Tag im Leben der Jugendlichen ist die Jugendweihe. Feierlich werden sie in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. © Archivfoto: Daniel Schäfer

Meißen. Es ist ein besonderer Tag im Leben – nicht nur für diejenigen Achtklässler, die an der Jugendweihe teilnehmen. Der Festakt zur symbolischen Aufnahme der 14-Jährigen in den Kreis der Erwachsenen ist in den meisten Familien Anlass für eine große Feier mit vielen Verwandten und Freunden.

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Am 17. und 24. April sind in Meißen die diesjährigen Jugendweihe-Feiern im Theater vorgesehen. Etwa 170 junge Meißner haben sich zur Jugendweihe 2021 angemeldet, wie Kay Lohse informiert. Er ist Regionalkoordinator im Meißner Büro des Sächsischen Verbandes für Jugendarbeit und Jugendweihe e.V.. Der Verein organisiert Feiern der humanistischen Jugendweihe, deren Tradition ins Jahr 1852 zurückreicht. Das Regionalbüro bereitet auch Feiern zur Jugendweihe in Lommatzsch, Coswig, Weinböhla, Radeburg, Strehla und Nossen vor. Insgesamt haben sich 570 Teenager aus dem Landkreis zur Jugendweihe 2021 angemeldet.

Im Internet hat der Verein alle Termine mit einem Sternchen versehen. Es weist darauf hin, dass sie „unter Vorbehalt“ stehen. Angesichts der Pandemie sei gegenwärtig noch keine Aussage möglich, ob die Feiern wie vorgesehen stattfinden können, sagt Kay Lohse. Das gelte besonders für die beiden Feierstunden in Meißen, die im April den Auftakt geben für die diesjährigen Jugendweihen im Landkreis. Nach den in der vorigen Woche im Kanzleramt beschlossenen schrittweisen Lockerungen dürfte das Theater dann als Veranstaltungsort zur Verfügung stehen.

Kay Lohse ist Regionalkoordinator im Meißner Büro des Sächsischen Verbandes für Jugendarbeit und Jugendweihe e.V.. Seit 30 Jahren organisiert der Verein die Feiern zur Jugendweihe, die normalerweise im Frühjahr stattfinden.
Kay Lohse ist Regionalkoordinator im Meißner Büro des Sächsischen Verbandes für Jugendarbeit und Jugendweihe e.V.. Seit 30 Jahren organisiert der Verein die Feiern zur Jugendweihe, die normalerweise im Frühjahr stattfinden. © Claudia Hübschmann

Zahl der Sitzplätze ist begrenzt

Gemeinsam mit dem Theater und weiteren Vertragspartnern werden die Jugendweihen derzeit so vorbereitet, dass sie an den vorgesehenen Terminen stattfinden können. 14 Tage vor der Feier erhalten die Eltern aller Teilnehmer eine E-Mail, kündigt Kay Lohse an. Darin wird über das Hygienekonzept für die Veranstaltung informiert. Über Rückschreiben soll zugleich ermittelt werden, wie viele Mitglieder der einzelnen Familien dem Festakt im Theater beiwohnen möchten. Zu beachten und zu bedenken ist, dass die Vorsichtsmaßnahmen die Zahl der Sitzplätze im Zuschauerraum des Theaters erheblich reduzieren. Familienmitglieder können zusammensitzen, aber zu anderen Familien muss Abstand durch leere Plätze gewahrt sein.

Der Jugendweihe-Organisator ist aber zuversichtlich: Im vorigen Jahr, als die Jugendweihe-Feiern in den September und Oktober verschoben worden waren und das Meißner Theater die Zahl der Sitzplätze begrenzen musste, konnten alle Einlass-Wünsche zu den Feierstunden erfüllt werden, sagt Kay Lohse. Wie in normalen Jahren sehen die Planungen der Organisatoren auch in diesem Jahr Stellproben wenige Tage vor der Feier vor. Dann werden die Jugendlichen ins Theater gebeten, um kurz das gruppenweise Schreiten zur und von der Bühne durchzuspielen – mit Abstand und Maske, wie Kay Lohse hinzufügt.

Sollte sich die Pandemie-Lage aber verschärfen und neue Vorsichtsmaßnahmen die Durchführung der Feiern im Theater unmöglich machen, dann muss abgesagt werden, so Kay Lohse. Der Festakt werde dann verschoben – auf einen späteren Termin, wenn solche Begegnungen wieder möglich sind. Möglichst noch in diesem Jahr.

Vorbereitung im Virtuellen

Die Feier zur Jugendweihe gilt auch als Abschluss nach einer Reihe von Veranstaltungen, in denen sich die Teilnehmer auf diesen Höhepunkt vorbereiten. Neben Exkursionen und Reisen stehen verschiedene Kurse und Veranstaltungen auf dem Programm. Die Reise, die der Verein den Jugendweihe-Teilnehmern sonst traditionell in den Osterferien anbietet, findet in diesem Jahr im Sommer oder Herbst statt. Das Ziel bleibt Paris.

„Knast – nein danke!“ ist ein weiteres Angebot überschrieben, das die jungen Leute – ausgehend von der Tatsache, dass man mit 14 strafmündig wird – mit Fragen zu Recht und Gerechtigkeit ins Gespräch bringen will. Treffpunkt dafür war in den vergangenen Jahren die JVA in Dresden, wo die Teenager zunächst durch die Haftanstalt geführt wurden, ehe sie in einer Gesprächsrunde Fragen zum Gesehenen stellen konnten.

In diesem Jahr war das nicht möglich. Die Organisatoren fanden im Dresdner Hygiene-Museum Ersatz: Pandemiebegingt war es zwar geschlossen, aber die Sonderausstellung „Vom Entzug der Freiheit“ konnten sich die Meißner Jugendweihe-Teilnehmer virtuell ansehen. Über das Zoom-Programm auf ihren Computern erhielten die Achtklässler Einblicke in den Alltag hinter Gittern und gepanzerten Türen.

Ebenfalls ins Virtuelle verlegt werden musste ein Besuch beim Sächsischen Landtag. Wie Kay Lohse berichtet, können die jungen Leute von ihren heimischen Rechnern aus an einem Rundgang durch das Parlamentsgebäude in Dresden teilnehmen. Innerhalb der Reihe „Dialog der Jugend“ können sie mit zwei Landtagsabgeordneten ins Gespräch kommen. Dabei soll es auch darum gehen, was die jungen Erwachsenen von Politikern erwarten können und sollen.

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