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Meißen

Felsenbirnen für den Schauweinberg

Die alte Obstsorte war schon immer im Weinbau des Elbtals vertreten. Jetzt gibt es gleich zwei für den Öko-Weinberg in Meißen unterhalb des Burgbergs.

Im Schauweinberg der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt unterhalb des Bischofssitzes der Albrechtsburg wachsen künftig Felsenbirnen.
Im Schauweinberg der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt unterhalb des Bischofssitzes der Albrechtsburg wachsen künftig Felsenbirnen. © Erik Gross

Meißen. Die Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt (Lanu) bewirtschaftet seit Jahren den Weinberg unterhalb der Amtsstufen. Und zwar ökologisch. Laut einer Pressemitteilung werde hier modellhaft gezeigt, wie dadurch die Arten- und speziell die Insektenvielfalt erhöht werden kann. Dazu gehören auch die Felsenbirnen. Am Freitag pflanzte die Lanu gemeinsam mit dem Dresdner Spender Kienbaum Consultants International GmbH zwei davon. Aber nicht nur aus ökologischen Überlegungen.

Denn alte Obstsorten gestalteten historisch nachweislich das Bild der Weinberge, so auch die fast vergessene Felsenbirne. Sie wird meist als einzelner Baum gepflanzt, gilt als anspruchslos und pflegeleicht, weshalb sie problemlos auf felsigem Untergrund gedeiht. Daher auch ihr Name. Der steinige Untergrund des ökologischen Weinbergs am Burgberg in Meißen bietet für die Felsenbirne ideale Bedingungen und bereichert den Weinberg mit seiner einzigartigen biologischen Vielfalt, heißt es deshalb in der Pressemitteilung.

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Denn neben den Rebgassen, den Mauerkronen und den für das Elbtal typischen Trockenmauern gelten Obstbäume als besonders wertvolle Biotope, die, mit den Weinreben zusammen, einen wertvollen Lebensraum auch für Insekten darstellen. Im Weinberg gebe es eine hohe Insektenvielfalt, vor allem viele Schmetterlinge, erklärt Lanu-Sprecherin Andrea Gößl noch im Sommer bei einem Besuch im Weinberg.

Die Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt (Lanu) ist Eigentümer der etwa 1.000 Quadratmeter großen Fläche. Bei Führungen können Besucher verschiedene Biotope im Weinberg erleben. Mehr als 140 Pflanzenarten sind dort vertreten. Zudem geht man davon aus, dass es etwa 200 Wildbienenarten gibt, dazu fehlen allerdings noch aussagekräftige Untersuchungen.

2006 hat die Lanu den Weinberg erworben. Das Projekt soll als positives Beispiel dienen: Naturschutz und Landnutzung in einer historischen Kulturlandschaft können Hand in Hand gehen. Mit Förderungen des Freistaates und der Europäischen Union, etwa eine Million Euro, wurde der Berg ertüchtigt. Seit 2012 gibt es dort Weinstöcke: Es werden die pilzresistenten Sorten Johanniter und Regent angebaut. Daraus entsteht seit 2015 jedes Jahr ein Schieler-Wein, also ein Gemisch aus roten und weißen Trauben.

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Neben Naturschutz ist die Umweltbildung für die Lanu wichtig. Deshalb bewirtschaften Schüler des St.-Afra-Gymnasiums die Rebfläche: mit etwa 400 Weinstöcken auf einer Fläche von 700 Quadratmetern. Denn sie tragen maßgeblich dazu bei, den Wein zu produzieren. Die Hoflößnitz keltert dann den Wein und verkauft ihn für die Lanu. (SZ/ms)

Für die Bewirtschaftung des Weinbergs ist die Lanu auf Spenden angewiesen. So kann man zum Beispiel eine Weinpatenschaft übernehmen.

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