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Feuerwehrmann hält Brandrede

Am Fahrzeug der Ortsfeuerwehr Planitz-Deila ist so ziemlich alles kaputt. Eine Reparatur ist sehr teuer und nicht sinnvoll. Die Gemeinde hat einen Plan.

Gemeinderat und Feuerwehrmann zeigt das fast 50 Jahre alte Löschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Planitz-Deila. Mehrere größere Reparaturen wären nötig.
Gemeinderat und Feuerwehrmann zeigt das fast 50 Jahre alte Löschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Planitz-Deila. Mehrere größere Reparaturen wären nötig. © Gerhard Schlechte

Käbschütztal. Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul, heißt es. Und so war die damals noch selbstständige Gemeinde Planitz-Deila froh und dankbar, als sie 1993 von ihrer damaligen Partnergemeinde Schwaikheim ein 18 Jahre altes, ausgemustertes Löschfahrzeug geschenkt bekam.

Doch mittlerweile ist der Mercedes in die Jahre gekommen. Das inzwischen 48 Jahre alte Fahrzeug ist in einem desolaten Zustand, wie Kevin Altermann, CDU-Gemeinderat und Feuerwehrmann, jetzt zur Gemeinderatssitzung sagte. Vor allem ist das Fahrzeug ein Sicherheitsrisiko. Die Bremsanlage braucht mehrere Minuten, ehe sie einen Bremsdruck aufbaut. Durch zahlreich verbaute moderne Technik in das alte Fahrzeug gibt es extreme Stromverluste.

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Das wichtigste Bauteil, die Pumpe, ist kaputt. Der Aufbau des Fahrzeuges, das Tausende Liter Wasser transportiert, ist stark angerostet. "Teilweise kann man die Hand durch die Roststellen stecken", so Altermann. Abgase ziehen in den Innenraum.

Allein für das Reparieren der Pumpe sind mindestens 5.000 Euro nötig. Ein Angebot, das die Feuerwehr eingeholt hat, liegt sogar bei rund 8.000 Euro. Um die wichtigsten Mängel abzustellen, wären wohl um die 15.000 Euro nötig. "Das läge dann über dem Restwert des Fahrzeuges. Die Frage ist, ob es sinnvoll ist, so viel Geld in ein fast 50 Jahre altes Auto zu stecken", so Kevin Altermann.

Auch die Fahrzeuge anderer Ortswehren hätten ähnliche Probleme. So bereiteten auch die Pumpen von den Autos der Wehren in Kagen und Löthain Probleme. "Es geht um unsere Sicherheit", appellierte er.

Neues Fahrzeug ist illusorisch

Doch was tun? Die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges für die Ortsfeuerwehr Planitz-Deila, die ihren Sitz in Leutewitz hat, ist illusorisch. Selbst wenn es Fördermittel gäbe, was keineswegs sicher ist, bliebe für die Gemeinde ein Eigenanteil von rund 200.000 Euro. Dieses Geld hat Käbschütztal nicht. Eine Alternative wäre ein gebrauchtes Löschfahrzeug. Das Problem daran: gebrauchte Feuerwehrfahrzeuge werden nicht gefördert. Die Gemeinde müsste es also vollständig selbst bezahlen.

Kevin Altermann hat sich schlau gemacht. Ein gebrauchtes, gleichwertiges Fahrzeug, das den Anforderungen entsprechen würde, - unter anderem müsste es wegen des teils bergigen Geländes Allradantrieb haben - wäre auf dem Markt für rund 60.000 Euro zu haben.

Mit 1,8 Millionen Euro im Minus

Doch woher soll die Gemeinde das Geld nehmen? "Wir sind derzeit mit 1,8 Millionen Euro im Minus. Wir können den Kassenkredit aber mit bis zu 2,5 Millionen nutzen", sagt Bürgermeister Uwe Klingor (CDU) und deutet damit eine Finanzierungsmöglichkeit an. Allerdings ist der Kassenkredit, ähnlich wie ein Dispokredit, die teuerste Finanzierungsmöglichkeit.

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In einer öffentlichen Sondersitzung des Gemeinderates soll am 12. Oktober darüber beraten werden und dann eine Ausschreibung erfolgen. Möglicherweise wird dann auch wieder eine andere Einsparmöglichkeit diskutiert. Nämlich die, ob sich die finanziell arg gebeutelte Gemeinde auch weiterhin vier Ortswehren in Krögis, Löthain, Leutewitz und Kaisitz leisten kann und will.

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