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Aufhebungsvertrag für Tierparkchef

Hinter den Kulissen haben die Verhandlungen über die Zukunft der Anlage in Meißen offenbar an Fahrt aufgenommen.

Mit einem Schild hat Tierparkchef Heiko Drechsler in der Vergangenheit klar gemacht, dass es sich bei der Anlage in Siebeneichen um eine private, nicht um eine städtische Institution handelt.
Mit einem Schild hat Tierparkchef Heiko Drechsler in der Vergangenheit klar gemacht, dass es sich bei der Anlage in Siebeneichen um eine private, nicht um eine städtische Institution handelt. © Claudia Hübschmann

Meißen. Ein erster wichtiger Schritt ist getan, um das Pachtverhältnis zwischen der Stadt Meißen und Tierparkbetreiber Heiko Drechsler für das Gelände im Ortsteil Siebeneichen vorzeitig zu beenden. Nach Angaben des Tierpflegers liege ihm ein von der Meißner Stadtverwaltung übersandter Entwurf für einen Aufhebungsvertrag vor. Auf dieser Basis könnten Rathaus und Betreiber ihre Partnerschaft sieben Jahre vor dem eigentlich angedachten Termin auflösen.

Drechsler hatte in den vergangenen Monaten wiederholt darauf gedrungen, ein entsprechendes Angebot zu erhalten. Einer der SZ vorliegenden Zeitschiene des Rathauses zufolge, sollte die Trennung ursprünglich bereits bis Ende 2020 geregelt sein. Dies hatte sich offenbar verschoben. Zu den Gründen wollte die Behörde auf SZ-Anfrage hin keine Angaben machen.

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Für den Dresdner Unternehmer ist allerdings eine schnelle Lösung von existenzieller Bedeutung. Der 58-Jährige ist eigenem Bekunden zufolge stark gesundheitlich angeschlagen. Er führt den Betrieb derzeit ohne jegliche weitere personelle Hilfe und finanzielle Unterstützung von Seiten der Kommune. Das Verhältnis zum Rathaus ist aufgrund jahrelanger Querelen zerrüttet. Zudem blieb der Tierpark aufgrund der Pandemie-Auflagen über Monate hinweg ohne jegliche Einnahmen.

Wer übernimmt?

Die Grundlage für den Aufhebungsvertrag könnte ein vergangenes Jahr im Auftrag der Stadt entstandenes Gutachten sein. Dieses sollte klären, welche materiellen Werte Drechsler und seine Unterstützer in den vergangenen rund 20 Jahren in Siebeneichen geschaffen haben. Dazu zählen unter anderem die Einfahrten, welche der 58-Jährige massiv befestigt hatte. Weiterhin gehören die Wasserleitung, der Grillplatz, feste Gehege, Bäume, Hecken und Mauern dazu. Das Grundstück sei ihm von der Stadt in einem sehr schlechten Zustand übergeben worden, so der Tierpfleger.

Das, was jetzt den Tierpark Meißen ausmache, hätten er und Unterstützer in jahrelanger Kleinarbeit aufgebaut. Letztlich habe die Stadt sein Privateigentum im Herbst öffentlich ausgeschrieben, ohne es überhaupt zu besitzen. Seinerseits hatte der Dresdner angeboten, gegen eine Abstandszahlung von 90.000 Euro sowohl auf die materiellen Werte als auch auf den Schutz der Bezeichnung Tierpark Meißen verzichten zu wollen.

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Während die Trennung zwischen Pächter und Verpächter auf den Weg gebracht zu sein scheint, ist unklar, wie der Stand bei der Auswahl eines neuen Betreibers ausfällt. Letzthin war von zwei Interessenten die Rede. Eine Gruppe dürften dabei Tierparkenthusiasten rund um die BI-Mitgründer Walter Hannot und Ingolf Brumm sein. Sie sollen SZ-Informationen zufolge ihre Ideen Anfang März im Sozial- und Kulturausschuss vorstellen. In einem Schreiben an die Stadt zeigen sie sich jedoch insofern verwundert über die Einladung, da die Überlegungen letztlich bereits zu großen Teilen in einem Grundsatzpapier der AG Tierpark aus dem vergangenen Jahr enthalten und damit bekannt sind.

  • Die aktuelle Situation bereitet dem Tierpark große Sorgen. Für jede Unterstützung ist er sehr dankbar: Spendenkonto IBAN: DE04 8508 0000 0303 9535 00
  • Paypal: [email protected]

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