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Campen im Waldbad wird teurer

Die Gemeinde Niederau will die Preise auch für Bungalows teils drastisch erhöhen. Das letzte Wort hat der Gemeinderat.

Lias und Claudia Behrend spielen hier im vergangenen Jahr gemeinsam mit Tobias Siegel Karten auf dem Campingplatz in Oberau. Aber kommenden Jahr sollen auch Kurzcamper mehr Geld bezahlen.
Lias und Claudia Behrend spielen hier im vergangenen Jahr gemeinsam mit Tobias Siegel Karten auf dem Campingplatz in Oberau. Aber kommenden Jahr sollen auch Kurzcamper mehr Geld bezahlen. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Niederau. Gerade in Coronazeiten gab und gibt es einen deutlichen Zuwachs an Campern. Davon profitiert auch das Waldbad Oberau. Im vergangenen Jahr zählte man 1.585 Campinggäste. Das war rund ein Viertel mehr als 2019. 4.111 Übernachtungen wurden gezählt, ein Fünftel mehr als im Jahr zuvor. Auch in diesem Jahr hält der Boom offensichtlich an. Objektleiter Alexander Rajek berichtet von zahlreichen Buchungen und Anfragen. Auf dem Badgelände befindet sich auch eine Bungalowsiedlung. Für deren Nutzer und auch für Camper könnte es allerdings bald teils deutlich teurer werden. Denn die Gemeinde will die Preise anheben.

So soll die Flächengebühr eines Bungalows von 1,30 auf 1,60 Euro pro Quadratmeter und Jahr ansteigen. Die Jahresgebühr pro Erwachsenem soll sich von jetzt 60 auf 70 Euro im Jahr erhöhen. Während Kinder bisher kostenfrei im Bungalow untergebracht werden dürfen, soll für sie jetzt eine Jahresgebühr von 20 Euro pro Kind gezahlt werden. Auch die jährlichen pauschalen Müllgebühren sollen sich von jetzt 30 auf 50 Euro erhöhen. Für die Nutzung eines Parkplatzes sollen 40 statt 35 Euro im Jahr gezahlt werden.

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5.500 Euro Mehreinnahmen

Begründet werden die Erhöhungen damit, dass in den letzten Jahren die Betriebskosten für Personal und Instandsetzung sowie Investitionen gestiegen seien. So wurde - allerdings schon vor zwei Jahren - eine kostenpflichtige Minigolfanlage gebaut und die privat betriebene Gaststätte im Waldbad um- und ausgebaut. Durch die Preiserhöhungen rechnet die Gemeinde Niederau, die das Waldbad betreibt, mit Mehreinnahmen von jährlich 5.500 Euro. Dieses Geld könne eingesetzt werden, um auch weiterhin die hohe Qualität des Campingplatzes sicherzustellen und notwendige Instandhaltungsarbeiten und Investitionsmaßnahmen durchführen zu lassen.

Teurer wird es auch für Camper. So soll sich zum Beispiel die jährliche Gebühr pro Erwachsenen von 35 auf 70 Euro verdoppeln. Bei Kindern schlägt man nicht so stark zu. Hier ist eine Erhöhung von 17,50 auf 20 Euro vorgesehen. Besonders drastisch auf mehr als das Dreifache sollen die Müllgebühren von 15 auf 50 Euro pro Jahr steigen. Auch Parkplatzgebühren und Stellplatzmiete werden teurer. Letztere beträgt dann 100 Euro pro Jahr. Bisher sind es 90 Euro.

Gemeinderat muss noch zustimmen

Auch für Kurzcamper wird es teurer. Die bezahlen künftig pro Erwachsenen und Nacht neun Euro statt bisher sieben, Kinder vier Euro statt drei. Hinzukommen die Kosten pro Caravan oder Wohnmobil pro Nacht, die von sieben auf neun Euro erhöht werden sollen. Wer ein Zelt aufstellt, muss dafür sechs statt bisher vier Euro pro Nacht berappen. Die Parkplatzgebühren steigen von 2,50 Euro auf drei Euro pro Nacht.

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Im Vergleich zu anderen Campingplätzen der Region wie Bad Sonnenland in Moritzburg oder Coswig-Kötitz seien die Kosten immer noch geringer, heißt es in der Vorlage, die den Gemeinderäten zum Beschluss vorliegt. Der Gemeinderat soll den Erhöhungen in seiner nächsten Sitzung am 20. Juli zustimmen. Tut er dies, treten die Preise ab dem 1. Januar 2022 in Kraft.

Die öffentliche Gemeinderatssitzung findet am Dienstag, dem 20. Juli, um 18.30 Uhr in der Kulturellen Begegnungsstätte in Oberau, Thomas-Müntzer-Ring 7 a, statt.

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