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Ein Tanzglockenspiel für den Theaterplatz

Mit den Füßen seinen eigenen Song spielen. Das könnte im Zentrum von Meißen bald möglich werden.

Die Anneli-Marie-Stiftung plant, in Meißen am Theaterplatz ein ähnliches Tanzglockenspiel einzurichten, wie es das Foto aus dem Botanischen Garten in Hamburg zeigt.
Die Anneli-Marie-Stiftung plant, in Meißen am Theaterplatz ein ähnliches Tanzglockenspiel einzurichten, wie es das Foto aus dem Botanischen Garten in Hamburg zeigt. © Wikipedia/Hnr

Meißen. Die Idee kam den Gründern der Anneli-Marie-Stiftung Ramona Riße und Uwe Riße bei einem Aufenthalt im böhmischen Karlsbad. Verzaubert standen sie dort vor einem ganz besonderen, auf einer Fläche von gut einem Quadratmeter in den Boden eingelassenen Instrument.

Kinder sprangen über die neun in dem Quadrat verlegten metallenen Bodenfliesen und brachten mit ihrer Bewegungsenergie unter sich je ein Tonelement zum Schwingen, dessen Klang an die Glocke eines Glockenspiels erinnert. Mit gut koordinierten Bewegungen und etwas Rhythmusgefühl lassen sich kleine Musikstücke aufführen, selbst wenn sich keine normalen Tonleitern bilden lassen. Auch Kombinationen mit für Straßenmusiker typischen Instrumenten wie Gitarre oder Klarinette sind möglich.

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Möglicher Platz ist bereits gefunden

Schnell war die Idee geboren: Ein solches Tanzglockenspiel wäre etwas für Meißen und würde genau in das Profil der Anneli-Marie-Stiftung passen. Diese fördert seit 2015 die musische und künstlerische Bildung von Kindern und Jugendlichen. Die Angebote reichen von Klavierstunden über Malkurse bis hin zu einem Breakdanceprojekt. Sitz der Stiftung sind Gebäude am Theaterplatz.

"Ich denke, wir haben uns in den letzten Jahren durch solide Arbeit einen guten Namen gemacht", sagt Anett Riße-Schulz von der Stiftung. Sie stellte das Vorhaben jetzt dem Entwicklungsausschuss des Meißner Stadtrates vor. Die Initiative bildet - ähnlich wie die Jahnhalle oder Porzellanweg - ein mustergültiges Beispiel für bürgerliches Engagement. Uwe Riße ist ein Mann der Tat. Innerhalb kurzer Zeit haben er und seine Mitstreiter das Geld für ein Meißner Tanzglockenspiel eingeworben. Die Gesamtsumme beläuft sich auf 25.000 Euro bis 30.000 Euro.

Lieferant dürfte der bayerische Traditionsbetrieb Richter Spielgeräte aus Frasdorf sein. Seine Produkte sind auf dem Markt eingeführt und bewährt. Richter baut das Tanzglockenspiel nach seinem Entwickler, dem niederländischen Designer Alfons van Leggelo, der 1970 den Prototyp entwarf.

Auch ein möglicher Platz für den Einbau des Instrumentes ist bereits ins Auge gefasst. Aktuell favorisiert wird von Spendern und Stadt eine Fläche vor dem Haus Theaterplatz 3. Rund 70 Zentimeter tief würde das Tanzglockenspiel dort in die Erde versenkt. Da es nicht von Autos oder anderen schweren Fahrzeugen überfahren werden darf, müsste es mit einer Sitzgelegenheit oder Behältern für Stadtgrün geschützt werden. Mit Hilfe eines Elektroanschlusses ließe sich zudem sicherstellen, dass die Nachbarschaft nachts nicht plötzlich durch einen übereifrigen Tänzer aufgeschreckt wird. In einem nächsten Schritt sollen die Anlieger des Theaterplatzes in den weiteren Planungsprozess eingebunden werden.

Weiterer Baustein zur Belebung des Theaterplatzes

Heiko Schulze, Vorsitzender der Fraktion Bürger für Meißen und SPD, begrüßt die Idee. Sie komme den Plänen der Stadt entgegen, den Theaterplatz zu beleben, ihn mit mehr Gastronomie, Kultur und genau solchen Spielideen aus seinem Dornröschenschlaf zu holen. Auch der 2018 aufgestellte und nicht unumstrittene Sandsteinbrunnen am Theater zählt zu diesem Programm. Skeptisch macht Schulze allerdings der viele Verkehr, welcher nach wie vor über den Platz fließt.

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