Meißen
Merken

Vom Waisenkind zur fürsorglichen Mutter

Da staunt der Tierparkchef in Meißen. Waisenkänguru Gertrud ist Mutter geworden.

 2 Min.
Teilen
Folgen
Heiko Drechsler ist baff. Es ist noch gar nicht so lange her, da schlief das Waisenkänguru Gertrud bei ihm im Körbchen zu Hause in Cossebaude. Jetzt kümmert sie sich selbst um ihren ersten Nachwuchs.
Heiko Drechsler ist baff. Es ist noch gar nicht so lange her, da schlief das Waisenkänguru Gertrud bei ihm im Körbchen zu Hause in Cossebaude. Jetzt kümmert sie sich selbst um ihren ersten Nachwuchs. © Heiko Drechsler

Meißen. Heiko Drechsler ist baff. Aus Kindern werden Leute. Es ist noch gar nicht so lange her, da schlief das Waisenkänguru Gertrud bei ihm im Körbchen zu Hause in Cossebaude. Jetzt kümmert sie sich selbst um ihren ersten Nachwuchs. "Gertrud wog einmal 400 Gramm, heute wiegt sie 13 Kilogramm. Sie ist eine sehr fürsorgliche Mutter, obwohl sie vom Menschen großgezogen wurde", sagt der Meißner Tierparkchef.

Im Frühjahr 2019 ist seine Gertrud auf die Welt gekommen. Ein paar Monate später, mittlerweile war es Juli geworden, besuchte sie ein Reporter der SZ. Die meiste Zeit des Tages verbrachte das Känguru damals in einem Flechtkorb, vergraben unter flauschigen Decken und Handtüchern. Normalerweise hätte das Baby noch im Beutel seiner Mutter gesteckt. Doch bei Gertrud war es anders: Tierparkchef Heiko Drechsler zog sie selbst auf, die Pflege des kleinen Beuteltieres teilte er sich mit seiner Frau.

Anzeige TOP Jobs
TOP Jobs
TOP Jobs

Finden Sie bei Top Jobs jetzt Ihren Traumjob in der Region! Attraktive Arbeitgeber Ihrer Region suchen Sie!

  • Der Tierpark hat am Wochenende von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. In der Woche 13 Uhr bis 18 Uhr. Keine Testnachweise, keine Maske.

Die Geschichte des Waisenkindes ist traurig: Gertrud kam im Tierpark als kerngesundes, kleines Känguru zur Welt und ihre Mutter kümmerte sich rührend um sie. Doch eines Nachts im April wurden die Kängurus aufgeschreckt. Der wahrscheinlichste Grund war die Anwesenheit eines Fuchses oder Waschbären außerhalb des Geheges.

Kängurus sind Fluchttiere, ähnlich wie Pferde neigen sie dazu, bei Gefahr stur in eine Richtung zu stürmen, ungeachtet möglicher Hindernisse. Gertruds Mutter fügte sich bei der Kollision mit dem Zaun rund um ihr Gehege schwere Verletzungen zu, an welchen sie schließlich verstarb. Tierpfleger Heiko Drechsler schlüpfte in die Mutterrolle. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen in den Medien.

Weiterführende Artikel

Guck mal, wer da guckt

Guck mal, wer da guckt

Der Tierpark Meißen öffnet am Wochenende ganztägig. Es gibt viel zu sehen, aber auch große Probleme.

Corona: Zoos in Sachsen geht Geld aus

Corona: Zoos in Sachsen geht Geld aus

Während der Ostertage sind Zoos und Tierparks immer ein beliebtes Ausflugsziel. Da kommt immer viel in die Kasse. In diesem Jahr wird es den Zoos fehlen.

Weiße Liebe

Weiße Liebe

Kaum im Meißner Tierpark eingelebt, schaut bei den Albino-Kängurus schon Nachwuchs aus dem Beutel.

Die Freude über das glückliche Ende vermischt sich allerdings mit Trauer über den Abschied in Meißen. Mit Ende dieses Jahres wird Heiko Drechsler den Grund und Boden seines Tierparks beräumt an die Stadt zurückgeben. Per Aufhebungsvertrag wurde die Pacht des Geländes beendet. Vorangegangen waren Jahre des Streits. Der Dresdner warf der Stadt vor, ihn und seinen defizitären Betrieb nicht ausreichend zu unterstützen. Das Rathaus wiederum kritisierte eine ungenügende Kooperationsbereitschaft des Betreibers. (SZ)

Mehr zum Thema Meißen