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Weinfest-Organisator: "So harmonisch war es selten"

In Meißen ziehen die Beteiligten eine positive Bilanz vom Wochenende. Auch, wenn die Schlangen an den Ständen manchmal etwas länger ausfielen.

Rückkehr zu den Wurzeln der Meißner Weinfeste: Unterhalb der rechtselbischen Weinberge genießen Besucher in Ruhe einen Schoppen aus dem Spaargebirge.
Rückkehr zu den Wurzeln der Meißner Weinfeste: Unterhalb der rechtselbischen Weinberge genießen Besucher in Ruhe einen Schoppen aus dem Spaargebirge. © Claudia Hübschmann

Meißen. "Wir sind alle sehr zufrieden. Das Konzept der Inseln ist aufgegangen." So äußert sich am Montagmorgen Uwe Reichel, der Vorsitzende des Gewerbevereins Meißen. Dieser organisiert seit Jahren im Auftrag der Stadt das Weinfest. Was das Wochenende besonders prägte, war aus Reichels Sicht der friedliche und fröhliche Charakter der Großveranstaltung. Viele Menschen, die er teilweise gar nicht kannte, seien auf ihn zugekommen und hätten sich dafür bedankt, dass es erstmals, seit längerer Zeit, wieder die Möglichkeit gab, gemeinsam zu feiern.

Trotz der Tausenden Meißner und Gäste, die von Freitag- bis Sonntagabend in Rothes Gut, auf dem Domplatz, in der Altstadt und in den rechtselbischen Weingütern unterwegs waren, wurden nach Einschätzung des Gewerbevereinschefs die Auflagen der Corona-Pandemie eingehalten.

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Bilder wie in Meißen habe er auch aus Altkötzschenbroda und vom Dresdner Stadtfest gesehen. Ähnlich wie dort seien mitunter längere Schlangen an den Imbissständen zu beobachten gewesen. Reichel führt dies darauf zurück, dass kleinere Standbetreiber in der Zeit der Pandemie aufgegeben hätten. Die großen Fahrgeschäfte auf dem Rummel hätten dagegen durchgehalten. Das habe er selbst bei einer Fahrt mit dem Riesenrad feststellen können.

Von der Notlese direkt an den Ausschank

Meißens Wirtschaftsförderer Martin Schuster hebt die positiven Effekte für Winzer und Wirte hervor. So sei beispielsweise der Wein aus Meißens Partnerstadt Fellbach im Handumdrehen ausverkauft gewesen. Auf dem Markt vor dem Rathaus hätten zwar die aus der Vergangenheit gewohnten größeren Stände der Winzer sowie die Hauptbühne gefehlt, dafür jedoch saßen die Terrassen der Gaststätten voll und es wurde kräftig getafelt. Bereits am späten Sonntagabend schrieb der Burgkeller auf seiner Facebookseite: "Ein sehr sonniges, erfolgreiches und sehr, sehr gut besuchtes Weinfest neigt sich langsam dem Ende entgegen. An alle daran Beteiligten ein großes Dankeschön, sowohl vor als auch hinter den Tresen. Es hat unwahrscheinlich viel Spaß gemacht."

Ein Plus des Inselkonzepts bestand in Schusters Augen darin, dass es möglich wurde, mit wenigen Schritten zu großem Trubel zu entfliehen und etwas Ruhe zu finden. Ein i-Tüpfelchen bildete für ihn zudem das Angebot der rechtselbischen Weingüter, welche mit viel Aufwand rund um die wiederbelebte alte Rollschuhbahn ein eigenes Stadtteilfest auf die Beine stellten. Solche Programmpunkte sollten künftig beibehalten werden. Das Weinfest gewinne durch sie neue, liebenswerte Facetten hinzu.

Auf offene Ohren stößt er mit dieser Idee bei Winzerin Anja Fritz vom Mariaberg. Den gleichen Gedanken hätten ihr viele Gäste widergespiegelt. In einem einzigen Fluss seien die Besucher durch Spaar gezogen. "Wir haben die ganze Zeit zu dritt ausgeschenkt. Es war wie ein zweiter Tag des offenen Weinguts", so die Winzerin.

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Lob habe es für das bodenständige und traditionelle Musikprogramm unter anderem mit dem Winzerchor und der Meißner Gartenband gegeben. Wer Lärm und Gedränge entgehen wollte, sei rechtselbisch auf seine Kosten gekommen. Dabei hätten die Winzer dieses Jahr aufgrund der schwierigen Lage in den Rebzeilen eine besondere Herausforderung zu bewältigen gehabt. Bis kurz vor dem Start der Weinlese haben sie die durch das feuchte Wetter angeschlagenen Trauben noch Notlesen müssen.

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