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McDonald's ist für Krise besser gerüstet

Der Fastfood-Riese hat vier Filialen im Landkreis. Trotz einiger Vorteile gegenüber lokalen Gastronomen kommen seit dem Lockdown nur halb so viele Gäste.

So wie hier bei McDonald’s in Meißen holen sich im Lockdown die Kunden ihre Burger- und Pommesdosis. Seit der Pandemie wird der Drive-in fast doppelt so oft genutzt.
So wie hier bei McDonald’s in Meißen holen sich im Lockdown die Kunden ihre Burger- und Pommesdosis. Seit der Pandemie wird der Drive-in fast doppelt so oft genutzt. © Claudia Hübschmann

Von Beate Erler

Viele Vermutungen und Prognosen hat Rainer Schaffrath in diesem Jahr schon angestellt. Er ist General Manager des Franchisenehmers Willy Dany GmbH & Co. KG in Dresden. Sie betreiben 22 McDonald's-Restaurants in Sachsen. Im Landkreis sind es vier: in Riesa, Thiendorf, Nossen und Meißen. „Ich habe auch schon gehört, dass es bis März dauern kann, bis der Lockdown vorbei ist“, sagt Rainer Schaffrath. Deshalb stellt er erst einmal keine Prognosen mehr darüber an, wann die Filialen wieder normal öffnen dürfen.

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Gegenüber den kleinen lokalen Gastronomen hat das weltweit tätige Unternehmen aber Vorteile und konnte den Lockdowns unter anderen Voraussetzungen begegnen: Schon vor der Corona-Krise sind die Filialen mit der Autospur, dem Drive-in, ausgestattet, bei dem die Gäste das Restaurant nicht betreten müssen, um eine Bestellung aufzugeben. Auch im Restaurant können Kunden mittlerweile an sogenannten Bestellsäulen über einen Touchscreen die Bestellung kontaktlos ordern und mit Karte bezahlen.

Auf den Internetseiten der einzelnen Filialen wirbt das Unternehmen derzeit mit der McDonald's-App, mit der man nahezu kontaktlos bestellen und bezahlen kann. Am Handy wird die Bestellung aufgeben, bezahlt und danach Burger und Pommes am Drive-in oder im Restaurant abgeholt: „Die meisten Kunden kommen aber nicht erst in die Filiale, sondern nehmen die Autospur“, sagt Rainer Schaffrath. In der Zeit des Lockdowns nutzen deutlich mehr Kunden als sonst diese Möglichkeit, sagt er.

Zu normalen Zeiten haben die vier Filialen im Landkreis pro Tag zusammen etwa 3.300 Gäste. „Nun sind es noch etwa 1.700“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer. Der Gästeverlust von etwa 50 Prozent bedeute aber nicht gleich die Hälfte weniger Umsatz: „Bis zum Monatsende zahlen wir nur fünf Prozent Mehrwertsteuer und dadurch haben wir in etwa nur 40 bis 45 Prozent Umsatzeinbußen“, sagt Rainer Schaffrath.

Doch wie geht es den McDonald's-Mitarbeitern, die nun erneut erst einmal bis zum 20. Dezember in Kurzarbeit sind? Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Guido Zeitler, fordert eine Corona-Sofort-Nothilfe für Beschäftigte im Gastgewerbe: „Sie haben häufig viel zu niedrige Löhne und das Kurzarbeitergeld ist daher keine ausreichende Lösung, da gerade Servicekräfte oft keine Reserven haben.“

Erst Anfang des Jahres hatte es auch im Landkreis Warnstreiks für mehr Geld für Beschäftigte bei Fastfood-Ketten gegeben. Die NGG forderte armutsfeste Löhne von mindestens 12 Euro die Stunde. Die soll es erst im Jahr 2024 geben. Zum 1. Juli wurden die Löhne auf 10,00 Euro erhöht. Ab dem nächsten Jahr erhalten die Mitarbeiter 10,50 Euro pro Stunde.

Die insgesamt 142 McDonald's-Mitarbeiter im Landkreis sind auch während des Lockdowns mehr oder weniger alle im Einsatz, sagt Rainer Schaffrath. Natürlich mit Kurzarbeit und geringerer Stundenzahl: „Wir versuchen aber die anfallenden Stunden gleichmäßig auf alle Mitarbeiter zu verteilen“, sagt er. Während des ersten Lockdowns sei das nicht möglich gewesen, da Schulen und Kitas geschlossen hatten. So mussten sich viele Mitarbeiter um die Betreuung der Kinder kümmern und konnten nicht arbeiten. Zurzeit erhalten die Mitarbeiter, laut Tarifvertrag Kurzarbeitergeld in der Systemgastronomie, 90 Prozent ihres Nettolohnes.

Die Corona-Pandemie hat auch zu einer Verschiebung des Geschäfts bei McDonald's geführt: „Vor der Krise haben wir deutschlandweit etwa 30 Prozent unserer Umsätze mit den Drive-ins gemacht und 70 Prozent im Inneren der Restaurants“, sagt der stellvertretende Unternehmenssprecher, Markus Weiß. Am Ende des ersten Lockdowns waren es circa 50 Prozent und die Entwicklung hält an.

Auch seinen Lieferdienst will das Unternehmen ausbauen. Zurzeit gibt es im Landkreis dieses Angebot noch nicht. In Dresden arbeitet McDonald's seit drei Jahren mit Lieferando zusammen: „Wir wollen den Lieferdienst in Eigenorganisation erweitern und prüfen das zurzeit in Dresden und Chemnitz“, sagt Rainer Schaffrath. Bis in die kleinsten Ortschaften wird McDelivery aber auch in Zukunft nicht kommen, denn dann könnte die maximale Lieferzeit von zehn Minuten nicht eingehalten werden.

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