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Grubenwasser soll sicher in Triebisch fließen

Aus dem Freiberger Revier müssen riesige Mengen an Wasser in die Elbe geleitet werden. Damit es zu keiner Flut oder Tagbrüchen kommt, wird jetzt gebaut.

Das Mundloch des Rothschönberger Stollns im Triebischtal: Das Bauwerk leitet Grubenwasser aus dem Freiberger Raum ab.
Das Mundloch des Rothschönberger Stollns im Triebischtal: Das Bauwerk leitet Grubenwasser aus dem Freiberger Raum ab. © Wolfgang Wittchen

Freiberg/Rothschönberg. Die Zahlen nehmen sich gewaltig aus. Der Inhalt von mehr als vier Badewannen strömt pro Sekunde durch den Rothschönberger Stolln. Benannt ist dieser nach dem Klipphausener Ortsteil Rothschönberg, wo das Mundloch des Stollns liegt. Das Wasser aus dem Freiberger Bergbaurevier fließt über die Triebisch letztlich in die Elbe. Wäre dieser Weg verstopft, könnten Bergschäden und Tagbrüche die Folgen sein. Bei einem unkontrollierten Abfluss drohte dem Triebischtal eine Flut.

Im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes läuft deshalb aktuell die letzte Phase der planmäßigen Sanierung des Rothschönberger Stollns. Ziel dieser Maßnahme ist es der Behörde zufolge, den etwa 5,2 Kilometer langen Abschnitt unter der Stadt Freiberg zwischen dem Drei-Brüder-Schacht im Ortsteil Zug und dem Schacht Reiche Zeche des Forschungs- und Lehrbergwerkes der TU Bergakademie geotechnisch zu sanieren und seine Funktion als Wasserlösestolln abzusichern. Inzwischen sind erste Arbeiten am Drei-Brüder-Schacht und am Schacht Rote Grube im innerstädtischen Bereich Freibergs angelaufen.

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Mit dem Bau eines dritten Zugangspunktes zum Stolln, werden für die Arbeiten unter der Stadt, die Anforderungen des Gesundheits- und Arbeitsschutzes erfüllt und alle logistischen Voraussetzungen im Stolln, wie Stromversorgung, Bewetterung und Personen- bzw. Materialtransport, geschaffen. Hierfür wird die Schachtröhre zunächst komplett beräumt und saniert. Zudem wird der Schacht mit einer Trafostation für die ausreichende Stromversorgung und einer maschinellen Befahrungsanlage bis auf Niveau des Rotheschönberger Stollns ausgerüstet.

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Damit Meißen bei einem Bergsturz nicht überflutet wird, saniert das Oberbergamt einen alten Schacht.

Die Arbeiten am Schacht Rote Grube erfolgen unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Mit nennenswerten Beeinträchtigungen für die Bürger, den allgemeinen Verkehr und für den Betrieb des Busbahnhofes ist laut Oberbergamt nicht zu rechnen. Parallel zu diesen Arbeiten am Schacht Rote Grube haben über den Drei-Brüder-Schacht bereits erste Sanierungsarbeiten im Stolln begonnen.

Die Sanierung soll bis 2023 abgeschlossen werden. Sie wird finanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Landtag beschlossenen Haushalts. Insgesamt ist der Einsatz von rund zehn Millionen Euro vorgesehen. (SZ)

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