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Hebelei macht Bauernmarkt, Staucha nicht

Es haben sich doch noch genügend Händler für den Markt gefunden. Im Februar musste er mangels Beteiligung abgesagt werden.

Frühlingsblumen wie Krokusse und Winterlinge blühen derzeit. Leberblümchen und anderes gibt es am Sonntag auf dem Bauernmarkt in der Hebelei.
Frühlingsblumen wie Krokusse und Winterlinge blühen derzeit. Leberblümchen und anderes gibt es am Sonntag auf dem Bauernmarkt in der Hebelei. © dpa-Zentralbild

Diera-Zehren. Es kam selten vor in der letzten Zeit, dass Sven Näther, der Betreiber des Elbetierparks Hebelei, gute Nachrichten zu verkünden hatte. Diesmal aber gibt es eine. Der Bauernmarkt wird am Sonntag von 10 bis 16 Uhr in der Hebelei stattfinden. Der Februar-Markt musste wegen zu geringen Interesses der Händler kurzfristig abgesagt werden, auch der März-Markt stand auf der Kippe. "Es haben sich aber doch noch genügend Händler gefunden, um einen Markt auf die Beine zu stellen", so Sven Näther.

Der Markt wird vom Tierpark organisiert und ist eine wichtige Einnahmequelle für ihn. Er bekommt die Standgebühren der Händler und die Parkgebühren der Besucher. Diese zahlen einen Euro. Ansonsten ist der Tierpark seit Monaten ohne Einnahmen, die Kosten aber laufen weiter. Es gibt zwar Unterstützung, doch die kommt tröpfchenweise und reicht bei weitem nicht aus.

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Ein paar Einnahmen erhofft er sich nun vom Bauernmarkt, wobei die Hoffnungen gedämpft sind. Im Landkreis Meißen ist zwar die 15-Kilometer-Regel aufgehoben, in Nachbarlandkreisen nicht. Diese Besucher würden fehlen. Auch sind dieses Mal erneut nur Händler mit Lebensmitteln, Drogerieartikeln, Pflanzen und Blumen zugelassen. Doch gerade das könnte auch eine Chance sein. Am Montag ist schließlich Frauentag. Zwar können dann die Gärtnereien wieder öffnen, aber eben erst am Montag. Wer seine Frau, Freundin oder Mutter schon am Montagmorgen mit einem Blumenstrauß überraschen wolle, könne den ja am Sonntag in der Hebelei kaufen.

Vertrauen statt verbieten

Zwar gibt es Hoffnung. Nach den jüngsten Beschlüssen der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten können bei einer Inzidenz unter 100 auch zoologische Gärten wieder öffnen, allerdings nur nach vorheriger Terminbuchung und mit Kontaktnachverfolgung. Für Näther ein Ding der Unmöglichkeit: "Ich kann doch nicht einen meiner wenigen Mitarbeiter ans Telefon setzen", sagt er. Terminvereinbarungen seien praktisch nur per Mail möglich. "Da muss ich mich dann eben nachts an den Computer setzen", sagt er und fordert Gleichbehandlung.

In Sachsen-Anhalt beispielsweise hätten Tierparks auch während des harten Lockdowns öffnen dürfen, ausgenommen war nur der Zoo in Halle. Auch in Berlin seien die Zoos offen gewesen, in Brandenburg seit dem 15. Februar. "Warum können die Politiker nur verbieten, anstatt uns zu vertrauen, dass wir unsere aufwendig erarbeiteten Hygienekonzepte umsetzen", fragt er. Es sei auch nicht einzusehen, dass die Leute in einen normalen Park gehen dürfen, in einen Tierpark aber nicht. Dabei sei die Kontrolle der Hygienevorschriften hier viel besser möglich.

In der Hebelei gäbe es Desinfektionsmatten am Eingang und an zahlreichen Stellen Desinfektionsmittel. Auf dem über sechs Hektar großen Gelände könnten sich die ohnehin wenigen Besucher aus dem Wege gehen. "Wenn die Politik unbedingt will, dass die Tierparks und Zoos zu bleiben, dann muss man sie aber auch zu 100 Prozent unterstützen", fordert er. Ein Museum könne man einfach zuschließen, einen Tierpark nicht. Die Tiere brauchen täglich Futter und Pflege. Das gehe nicht ohne Einnahmen.

Markthalle nicht nutzbar

Der nächste Markt ist erst nach Ostern geplant. Dennoch ist der jetzige Markt kein Ostermarkt, sondern Leberblümchenmarkt. Diese gibt es übrigens am Stand des Elbetierparkes zu kaufen.

Vorgesehen war ein Bauernmarkt bereits am Sonnabend auch in Staucha. Doch wie schon im Februar wurde dieser abgesagt. "Die Corona-Bestimmungen lassen einen Markt derzeit nicht zu", sagt der Stauchitzer Bürgermeister Dirk Zschoke (parteilos). Der Markt findet sonst auf dem Gelände des Herrenhauses und in der Markthalle statt. Diese darf derzeit aber nicht genutzt werden, weil Verkäufe in Innenräumen verboten sind. Der Markt in der Hebelei findet dagegen ausschließlich im Außenbereich statt.

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