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Hier ist Entscheiden lebenswichtig

Tragen Sie einen Organspendeausweis bei sich? Noch nicht? Wer sich genauer zum Thema Organspende informieren möchte, hat heute die Gelegenheit.

© Pixabay.com

Es ist eine Entscheidung. Ein Kreuz und eine Unterschrift, die auf einen Schlag gleich bis zu sieben Menschen das Leben retten kann. Wer im Falle seines Todes einen Organspendeausweis besitzt, entscheidet über eine mögliche Spende seiner Organe und seines Gewebes zur Transplantation. Ein Organspendeausweis kostet nichts und ist in wenigen Minuten ausgefüllt.

Am Organspendetag, der jedes Jahr am ersten Samstag im Juni stattfindet, wird auch in diesem Jahr an die Menschen gedacht, die mit ihrer Spende zahlreiche Leben retteten. Zudem informiert eine virtuelle Veranstaltung über das Thema Organspende und beleuchtet es von verschiedenen Perspektiven. Hinter den Zahlen der Menschen, die auf der Warteliste für ein neues Organ stehen, der Menschen, die eine neue Lebenschance durch eine Spende erhalten haben und der Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben, stehen Schicksale, die angehört werden sollten.

Hier ins heutige Programm schauen und über das Thema informieren.

Sie wollen sich einen Organspendeausweis kostenlos bestellen? Dann hier entlang.

Fakten zur Organspende

Viele Menschen scheuen sich davor über ihren Tod nachzudenken. Ein Gedanke, der mehr als verständlich ist. Wer sich jedoch genauer mit dem Thema beschäftigt, wird zum Umdenken angeregt. Daher hier ein paar kurze Fakten zur Organspende.

Nicht jeder Mensch, der stirbt, kann seine Organe spenden. Hierbei müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein:

  • Der irreversible Hirnfunktionsausfall muss zweifelsfrei nach den Richtlinien der Bundesärztekammer festgestellt sein.
  • Es muss eine Einwilligung zur Organspende vorliegen (z. B. Organspendeausweis / Patientenverfügung oder durch eine vorher festgelegte, entscheidungsbefugte Person). Liegt nichts vor, werden die Angehörigen um eine Entscheidung im Sinne des Verstorbenen gebeten.

Die Bereitschaft zur Organspende kann bereits ab 16 Jahren erklärt werden.

Herz, Lunge, Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm - diese Organe können entnommen werden und jemand Anderem das Leben retten.

Wer nicht alles spenden möchte, kann auch bestimmte Organe von der Spende ausschließen.

Auch wer einer Entnahme jeglicher Organe widerspricht, kann das in seinem Organspendeausweis vermerken. Nicht immer wissen die Angehörigen, was im Sinne des Verstorbenen gewesen wäre. Ein Organspendeausweis klärt schnell auf.

Es kursieren viele Gerüchte, dass, wenn man sich zur Organspende bereit erklärt, nicht mehr alles Mögliche zur Lebenserhaltung vom Klinikpersonal getan wird. Diese Angst ist vollkommen unbegründet. Die Mediziner und das Pflegepersonal, die sich um die Rettung des Patienten bemühen, haben nichts mit der Transplantation zu tun. Erst wenn ein irreversibler Hirnfunktionsausfall festgestellt wird, wird sich nach einem eventuell bestehenden Organspendeausweis erkundigt.

Egal wie Sie ihn tragen - Hauptsache, Sie haben ihn

Wir haben eine Besitzerin eines Organspendeausweises gefragt, was die Gründe dafür sind:

"Die Frage der Organspende wird erst beim Hirntod gestellt, welcher nicht mehr heilbar ist. Wenn dieser Fall eintritt, ist mein Leben ohnehin vorbei. Es ist schlimm darüber nachzudenken. Aber ist es nicht schöner bzw. erleichternd zu wissen, dass wenn dieser Fall eintreten würde, man mehrere Menschenleben retten kann? Menschen, die manchmal nur wenige Jahre auf dieser Erde sind und schon sterbenskrank sind. Menschen, die Familie und Freunde haben. Menschen, die noch so viel auf dieser Welt entdecken wollen. Ich finde es wichtig zu helfen. Und deswegen habe ich einen Organspendeausweis."

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