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Meißen

Hochwasserspenden aus dem Kreis Meißen

Insgesamt 80.000 Euro gingen an lokale Vereine im Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. So kam es dazu.

Christian Lange vom Stadtmarketingverein in Euskirchen (links) zeigt den aktuellen Stand der Arbeiten in seinem Schuhgeschäft.
Rund um die Uhr laufen die Trockner im Wohnhaus von Ortsbürgermeister Michael Spies von Büllesheim (Mitte) in der Ortschaft.
Christian Lange vom Stadtmarketingverein in Euskirchen (links) zeigt den aktuellen Stand der Arbeiten in seinem Schuhgeschäft. Rund um die Uhr laufen die Trockner im Wohnhaus von Ortsbürgermeister Michael Spies von Büllesheim (Mitte) in der Ortschaft. © Landratsamt Meißen, Doris Käth

Meißen/Euskirchen. Euskirchen bei Bonn ist nach den Flutschäden kaum wiederzuerkennen: Entkernte Geschäfte, davor große Bauschuttcontainer. Bei einem kurzen Rundgang durch die Innenstadt wird der Delegation aus Meißen schnell klar, wie viel Arbeit noch vor den rheinländischen Gewerbetreibenden liegt, bis endlich wieder Normalität einkehren kann: „Wir sind als Stadtmarketingverein dabei, uns neu zu erfinden: Wir wollen die Chance nutzen, nicht nur aufzubauen, sondern unsere Stadt auch zukunftsfähiger zu machen“, so Vorstandsmitglied des Stadtmarketingvereins Euskirchen Christian Lange, der die Spende über 4.000 Euro der Mitglieder des Meißner Gewerbevereins entgegennahm.

Eine weitere 4.000-Euro-Spende des Gewerbevereins ging an den Werbeverein im 50 Kilometer entfernten Hillesheim: „Das Geld wird den Betroffenen zugutekommen“, sagte Lisa Lauer im Namen des Werbevereins.

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Eine weitere Spende über 30.000 Euro ging an den Verein „Metternich hilft e.V.“ in Metternich, eine Ortschaft im Kreis Euskirchen. Ortsbürgermeister Michael Spies von Büllesheim berichtete bei der Spendenübergabe, wie plötzlich das Wasser kam und nach 24 Stunden wieder weg war: „Danach hatten wir bei etwa der Hälfte der Häuser im Ort ein Bild der Verwüstung.“

Rund um die Uhr laufen die Trockner im Wohnhaus von Ortsbürgermeister Michael Spies von Büllesheim (Mitte) in der Ortschaft Metternich so wie in zahlreichen weiteren Häusern.
Rund um die Uhr laufen die Trockner im Wohnhaus von Ortsbürgermeister Michael Spies von Büllesheim (Mitte) in der Ortschaft Metternich so wie in zahlreichen weiteren Häusern. © Landratsamt Meißen, Doris Käth

Aktuell entwickelt der Verein ein transparentes Schema, um besonders Betroffene im Ort ohne Versicherung oder andere Hilfen zu unterstützen. Es ist auch geplant, neue Einrichtungsgegenstände für die Betroffenen zu finanzieren sowie die Dorfgemeinschaft zu fördern.

Landrat Ralf Hänsel (2. von links), Gewerbevereinsvorsitzender Uwe Reichel aus Meißen (4. von links) und Vorstandsvorsitzender Rainer Schikatzki der Sparkasse Meißen (3. von rechts) mit den Vertreterinnen und Vertretern der drei Vereine aus dem Kreis Vulk
Landrat Ralf Hänsel (2. von links), Gewerbevereinsvorsitzender Uwe Reichel aus Meißen (4. von links) und Vorstandsvorsitzender Rainer Schikatzki der Sparkasse Meißen (3. von rechts) mit den Vertreterinnen und Vertretern der drei Vereine aus dem Kreis Vulk © Landratsamt Meißen, Doris Käth

15.000 Euro konnte Landrat Ralf Hänsel symbolisch an den Verein „Woodstyle e.V.“ im Landkreis Vulkaneifel übergeben. Der Verein entstand aus einem Familienprojekt für eine Fahrrad-Halle in Birresborn, die in Eigenleistung errichtet wurde.

Vom Hochwasser überflutet, ist die Halle nun nicht mehr für Trainingszwecke der jugendlichen Fahrerinnen und Fahrer aus der ganzen Umgebung einsetzbar. Neben einer bereits vorher geplanten noch größeren Außenanlage kann mithilfe der Spende nun auch die Innenanlage für Trainingszwecke im Winter wiederaufgebaut werden. Die Vereinsvertreter Heiko Müller und Verena Molitor dankten im Namen der Kinder herzlich für die Zuwendung aus dem Landkreis Meißen.

Auch die Eisenbahnfreunde Jünkerath e.V. zeigten sich sehr dankbar für die ihnen überbrachten 15.000 Euro. Das Eisenbahnmuseum Jünkerath stand kurz vor einem Umzug aus den Kellerräumen in ein anderes Gebäude, als das Hochwasserereignis zuschlug: Nicht nur historische Dokumente und Sammlungen wie Bahnermützen waren nur noch „braune Matsche“, wie es der Vereinsvorsitzende Manfred Jehnen ausdrückte. Nach dem Schock der ersten Tage fanden die Mitglieder den Mut, zu retten, was zu retten ist. „Wir stellten fest: Es ist doch genug, um weiterzumachen“, so der Vorsitzende. Die Spenden werden für den Neuaufbau des Museums verwendet. Er lädt alle aus dem Landkreis Meißen herzlich zur Besichtigung ein, sobald das Museum fertiggestellt ist.

Auch der Meißner Energieparkentwickler UKA und zahlreiche seiner Mitarbeiter spenden 12.000 Euro an den Kinderschutzbund, um den Wiederaufbau nach der Hochwasserkatastrophe zu unterstützen. Vor wenigen Monaten hatte das Unternehmen bereits mit Bautrocknern und anderen Geräten geholfen.

Wie kam es zu den Spenden?

Mitte Juli 2021 ging die Nachricht über die Katastrophe durch alle Medien. In Erinnerung an die eigenen Hochwasserkatastrophen in den Jahren 2002 und 2013 lag es vielen Menschen auf dem Herzen, den Betroffenen zu helfen. Auf Initiative des Landrates Ralf Hänsel eröffnete die Sparkasse Meißen kurzerhand ein Spendenkonto, das seit dem Sommerfest des Landkreises durch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger des Landkreises mit einer stattlichen Summe gefüllt werden konnte. „Unser Wunsch war zu wissen, wie und wo das Geld verwendet wird“, erklärte der Landrat, wie es zur Reise in die von der Flut gebeutelten Gebiete kam. Über die Sparkasse kam der Kontakt in die Landkreise Euskirchen in Nordrhein-Westfalen und Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz zustande. Zusammen mit den Kommunen vor Ort machten sie Vereine ausfindig, die die Spenden sinnvoll für Betroffene und zum Wohl der Allgemeinheit einsetzen können. (SZ)

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