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Lückenschluss am Stadtrand

In Altzaschendorf soll ein neues Baugebiet entstehen – und sich harmonisch in die Gegend einfügen.

So könnte es in Altzaschendorf bald aussehen: Die auf dem Schaubild gelb gekennzeichneten Wohnhäuser soll neu gebaut werden. Außerdem ist die Sanierung eines unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhauses vorgesehen.
So könnte es in Altzaschendorf bald aussehen: Die auf dem Schaubild gelb gekennzeichneten Wohnhäuser soll neu gebaut werden. Außerdem ist die Sanierung eines unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhauses vorgesehen. © Visualisierung: Roland Zimmermann

Meißen. Zehn Häuser sollen hier gebaut werden, nördlich der Straße Altzaschendorf. Junge Familien könnten in diesem Areal sehr gut leben – in größeren Grundstücken als in anderen Teilen der Stadt üblich und mit viel Grün im Wohnumfeld. Das sehen Pläne des Radebeuler Immobilienentwicklers Roland Zimmermann vor.

„Die Dörflichkeit dieses Gebietes soll erhalten bleiben“, erklärt der diplomierte Ingenieur und Architekt, der mehrere Wohnprojekte im Umkreis von Dresden und in Sachsen entwickelt hat. Hier gehe es auch um „die harmonische Schließung des Stadtrandes“, beschreibt er, was ihm bei diesem Projekt in Meißen am Herzen liegt. Dementsprechend sollen die Parzellen für die einzelnen Häuser groß dimensioniert sein. Und sie sollen die vorhandene Bebauung ergänzen.

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Vorgesehen sind Einfamilien- und Doppelhäuser mit Sattel- und Krüppelwalmdächern, die sich in die vorherrschende Gestaltfamilie der Gegend einfügen. „Der Dorfcharakter wird ebenso durch die Festlegung von maximal zwei Geschossen in der ersten Baureihe und einem Geschoss in der zweiten Baureihe verdeutlicht“, heißt es im Beschluss, mit dem die Meißner Stadträte weiteren Planungen an diesem Projekt grünes Licht gaben.

Ökologische Brache wird aufgewertet

Roland Zimmermanns Pläne sehen auch großzügige Anpflanzungen von Bäumen und Hecken vor, um „die ökologische Brache richtig aufzuwerten“, wie er sagt. So soll eine Obstwiese mit etwa 30 Bäumen angelegt werden. Weitere 30 Bäume sollen in den einzelnen Bauparzellen angepflanzt werden, wobei die Bauherren deren genaue Standorte bestimmen sollen. Hinzu kommt noch eine Hecke.

Diese Ausgleichsmaßnahmen übertreffen die gesetzlichen Vorgaben zum Erschließen eines Baugebietes um 40 Prozent. Roland Zimmermann, der sich selbst als einen „ökologisch orientierten Menschen“ bezeichnet, sieht darin auch ein Argument, mit dem er die Meißner Stadträte für das Bauvorhaben in Altzaschendorf begeistern konnte. Während der Debatte im Stadtrat bedankte sich Dr. Helge Landmann von der gemeinsamen Fraktion der Bürger für Meißen und SPD ausdrücklich für die „gute Vorarbeit durch die Planer“.

Nördlich der Straße Altzaschendorf sollen Bauplätze für zehn Wohnhäuser geschaffen werden. Dazu muss der Flächennutzungsplan angepasst werden, um Bauland auch hinter der MD-Grenze auszuweisen. Das MD steht für Dorfgebiet.
Nördlich der Straße Altzaschendorf sollen Bauplätze für zehn Wohnhäuser geschaffen werden. Dazu muss der Flächennutzungsplan angepasst werden, um Bauland auch hinter der MD-Grenze auszuweisen. Das MD steht für Dorfgebiet. © Roland Zimmermann

Ehe auf der insgesamt 1,76 Hektar umfassenden Fläche gebaut werden kann, muss ein Planverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Dazu haben die Stadträte einstimmig einen so genannnten Aufstellungsbeschluss gefasst. Nun kann weiter an der Erschließung des Areals gearbeitet werden.

In Altzaschendorf findet Roland Zimmermann dafür vergleichsweise günstige Verhältnisse vor. Um die künftigen Wohnhäuser erreichen zu können, müssen keine neuen Straßen gebaut werden – dafür genügen zwei Stiche für Zuwegungen, die in privater Hand bleiben sollen.

So lässt sich auch die Versiegelung beim Bauen in diesem Areal in Grenzen halten. Durch den Abriss einer Ruine und die Entfernung einer alten Klärgrube werde zugleich ein Beitrag zur Entsiegelung geleistet, informiert der Projektentwickler. Außerdem ist die Erschließung von Medienträgern für Schmutzwasser, Regenwasser, Trinkwasser, Strom und Gas gesichert – das heißt: die dazu notwendigen Leitungen sind bereits vorhanden.

Flächennutzungsplan wird angepasst

Der überwiegende Teil des Geltungsbereiches des angestrebten Bebauungsplanes „Altzaschendorf“ ist im „Flächennutzungsplan der Großen Kreisstadt Meißen“ als Dorfgebiet ausgewiesen. Damit die ins Auge gefasste Wohnnutzung möglich wird, muss der aus dem Jahr 2006 stammende Flächennutzungsplan angepasst werden, um weiteres Bauland zu schaffen. „Dieses Verfahren verläuft parallel zur Aufstellung des Bebauungsplanes, um die inhaltliche Abstimmung der Pläne aufeinander zu gewährleisten“, heißt es in einem weiteren Beschluss, der ebenfalls die einmütige Zustimmung der Stadträte fand.

Außer dem Neubau der einzelnen Wohnhäuser sieht Roland Zimmermanns Projekt die denkmalgerechte Sanierung eines derzeit leeren Fachwerkhauses vor, über dessen Eingangstür die Zahl 1835 auf das Baujahr hinweist. Im Herbst könnten die Bauarbeiten in Altzaschendorf beginnen.

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Für den Entwickler ist das Projekt dann abgeschlossen. „Während ich mich ausschließlich um die Entwicklung, Schaffung von Baurecht, Planung und Erschließung kümmere, habe ich die Vermarktung der einzelnen Bauparzellen meiner Ehefrau Marion übertragen“, sagt Roland Zimmermann, „welche sie gemeinschaftlich mit Günter Hornemann durchführen wird“.

Kontakt: [email protected], Tel. 01523190 3411

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