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Meißen: Kein Interesse an jungen Familien?

Die Großfraktion kritisiert einen Mangel an freien Bauflächen in der Stadt. Das könne Meißen langfristig stark schaden.

Das Klingertal zählt zu den wenigen Flächen, wo in Meißen Bauwillige willkommen sind. Jetzt soll es zu dem Problem einen neuen Vorstoß im Stadtrat geben.
Das Klingertal zählt zu den wenigen Flächen, wo in Meißen Bauwillige willkommen sind. Jetzt soll es zu dem Problem einen neuen Vorstoß im Stadtrat geben. © Claudia Hübschmann

Meißen. Die Suche nach einer neuen Adresse für Vater, Mutter, Kinder in Meißen endet schnell bei Zwei-Zimmer-Küche-Bad. Größere Wohnungen, Baugrundstücke oder Reihenhäuser sind rar. Auch wenn die Stadt mit hervorragender Infrastruktur, bester öffentlicher Verkehrsanbindung und viel Grün im Umland punkten kann, hat sie Defizite beim Thema Wohnungsmarkt.

Für die Großfraktion aus CDU, Unabhängiger Liste Meißen (ULM), FDP und Freien Bürgern im Stadtrat ein unhaltbarer Zustand mit Blick auf die Zuwanderung vor allem junger Einwohner. Diplom-Ingenieur und ULM-Stadtrat Holger Metzig bedauert diese Situation, denn seit Jahren scheitern alle Anträge zur Erweiterung städtischen Baulandes an einer fehlenden Mehrheit im Stadtrat: „Die Ergebnisse sind sinkende Einwohnerzahlen, überproportional viele ältere Menschen und ein hoher Anteil Bewohner, die soziale Hilfe und Begleitung brauchen.“ Junge Familien mit guter Ausbildung auf der Suche nach einem Wohn- wie Arbeitsplatz orientieren sich eher Richtung Coswig oder Radebeul.

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Die Statistik belegt diese Situation: Während Görlitz beispielsweise aktuell Bauland für rund 500 neue Eigenheime im Flächennutzungsplan ausweisen will, sind es in Meißen jährlich lediglich 15. Dabei fehlt es auch hier nicht an städtischem und privatem Baugrund. Sieben Flächen, wenn auch nicht durchweg gut entwickelt, sind mit Baurecht belegt, auf vier davon könnten sofort Eigenheime entstehen. Die Vorbehalte im Stadtrat gegen den Verkauf sind vielfältig und reichen vom Umweltschutz bis zum Verweis auf die Zergliederung der historischen Stadtansicht.

Innenstadt in Wohnraumkonzept integrieren

Dennoch will die Fraktion einen neuen Versuch zukunftsorientierter Wohnraumentwicklung wagen. „Es geht dabei nicht nur um die Ausweisung von Bauland“, erklärt Holger Metzig. Für ihn wie für alle Fraktionsmitglieder muss die Innenstadt in dieses Konzept integriert werden, denn große, individuelle Wohnungen stehen selbst dem strikten Denkmalschutz nicht im Wege.

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Komplizierter wird es mit Blick auf einen neuen städtischen Flächennutzungsplan, der sich an dem Regionalplan orientieren muss. Bei Rückgang der Einwohnerzahl wird es kaum eine Genehmigung für neue Bauflächen geben. Allerdings können laut gültigem Flächennutzungsplan in der Kreisstadt Meißen lediglich etwa 130 Eigenheime gebaut werden. Hier besteht Handlungsbedarf für das Mittelzentrum. Die Fraktion sieht zunächst Chancen in kleinen Lösungen. (SZ)

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