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In Meißen gibt es keinen Bedarf an E-Ladestationen

Mit dem Onlinewerkzeug des Verkehrsministeriums werden Lücken im Meißner E-Ladesäulen-Netz sichtbar. So ist die aktuelle Situation in der Stadt.

Von Martin Skurt
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Im Dezember 2019 wurde eine Ladesäule am Meißner Landratsamt errichtet. Insgesamt gibt es in der Stadt aktuell 13 Ladesäulen.
Im Dezember 2019 wurde eine Ladesäule am Meißner Landratsamt errichtet. Insgesamt gibt es in der Stadt aktuell 13 Ladesäulen. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. In der Stadt Meißen gibt es aktuell keinen erhöhten Bedarf an E-Ladesäulen. Das ergibt sich aus einer Anfrage des Stadtrates Oliver Eggert (AfD), die die Leiterin des Bauverwaltungsamtes Inga Skambraks beantwortet hat. 13 öffentlich und halböffentlich zugängliche Ladesäulen seien derzeit in Meißen platziert. Schnellladestationen gibt es momentan noch keine. Zwei seien allerdings in Planung, wie Skambraks mitteilte. Und zwar in der Fabrikstraße 12 und der Schützestraße 1.

Die beiden Schnellladestationen sind durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bewilligt, und zwar gemäß dem Standort-Tool. Das Online-Werkzeug dient dazu, unter anderem den Bedarf für Ladestationen zu ermitteln. Aufgrund von Raumstruktur- und Mobilitätsdaten sowie den bundesweiten E-Auto-Bestand könne die Stadt Meißen den Bedarf für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur ermitteln.

Bedarf an Ladestationen für die Stadt Meißen laut Standort-Tool im Jahr 2022, ...
Bedarf an Ladestationen für die Stadt Meißen laut Standort-Tool im Jahr 2022, ... © Screenshot Saechsische.de
... 2025 und ...
... 2025 und ... © Screenshot Saechsische.de
... 2030.
... 2030. © Screenshot Saechsische.de

Wenn es bis 2025 etwa 3,5 Millionen E-Autos geben würde, 85 Prozent der Menschen weiterhin ihr Auto zu Hause laden und die Ausbauleistung gleich bleibt – ergibt sich nur ein geringer Bedarf in Meißen, zusätzliche Ladestationen zu errichten. Bis 2030 könnte sich das allerdings ändern. Dann entsteht laut Standort-Tool ein mittlerer bis hoher Bedarf im Stadtteil Cölln und der Meißner Altstadt. Wie viele Ladestationen tatsächlich benötigt werden, hängt also von der Fahrzeugentwicklung, dem Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie am Anteil des privaten Ladens ab.

Anfang August gab es etwa eine Million E-Autos in Deutschland. In Meißen liegt der Anteil bei 0,8 Prozent, und zwar hauptsächlich Autos mit Hybrid-Antrieb. Das ist der Stand 2018 für die Stadt, den eine Studie der TU Dresden ermittelt hat. Darin sind Mobilitätsdaten zu Städten in ganz Deutschland enthalten, unter anderem Meißen. Die Studie wird alle fünf Jahre wiederholt, sodass 2024 mit aktuelleren Daten für Meißen gerechnet werden kann.

Laut Aussage von Inga Skambraks hat das Bauverwaltungsamt einen Förderantrag beim Bund gestellt, um ein kommunales Elektromobilitätskonzept zu entwickeln. Dieser Antrag befinde sich derzeit in Prüfung. Wenn er bewilligt würde, fördert das Verkehrsministerium 80 Prozent der Kosten bei der Erstellung eines eigenen Konzepts für die Stadt Meißen. Im gesamtstädtischen Kontext spielte die Elektromobilität bislang trotzdem eine untergeordnete Rolle, teilt Skambraks weiter mit. Mit einem eigenen Konzept könnte sich das aber hinsichtlich der Förderung alternativer Mobilitätslösungen ändern. Dann würden aber nicht nur E-Autos in den Stadtverkehr integriert, sondern auch E-Bikes oder -Lastenräder.