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„In Meißen öffnen die Läden länger“

Der Gewerbeverein bereitet Veranstaltungen und Aktionen vor, um die Geschäfte in der Stadt zu beleben. Die SZ sprach darüber mit Vereinschef Uwe Reichel.

„Am Wochenende haben die Menschen Zeit für einen Einkaufsbummel“: Uwe Reichel, Chef des Gewerbevereins Meißen e. V.
„Am Wochenende haben die Menschen Zeit für einen Einkaufsbummel“: Uwe Reichel, Chef des Gewerbevereins Meißen e. V. © Claudia Hübschmann

Meißen. Für Meißen begeistern – darum geht es dem Gewerbeverein, in dem sich viele Einzelhändler, Gewerbetreibende und Dienstleister der Stadt zusammengeschlossen haben. Im Verein werden auch Ideen entwickelt, um die Geschäfte nach mehrmonatiger Durststrecke wieder „so richtig ins Laufen“ zu bringen. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsförderer der Stadt Martin Schuster und weiteren Partnern werden gerade einige Aktionen vorbereitet. Sie SZ sprach mit Uwe Reichel, dem Vorsitzenden des Meißner Gewerbevereins.

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Vom 24. - 25. September, von jeweils 9 - 17 Uhr, findet die Viterma- Hausmesse statt. Neben der Veranstaltung vor Ort können sich Interessierte auch online zuschalten.

Herr Reichel, Plakate in den Schaufenstern und Meldungen in den sozialen Medien kündigen Einkaufssonntage in Meißen an. Was hat es damit auf sich?

Wir haben vorgeschlagen, die beiden verkaufsoffenen Sonntage, die in diesem Frühjahr nicht stattfinden konnten, weil die Anlass gebenden Oster- und Töpfermärkte abgesagt werden mussten, im Sommer nachzuholen. Da das Ladenschlussgesetz einer Kommune nur vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr erlaubt, liegt uns sehr daran, alle Möglichkeiten zur Sonntagsöffnung der Läden auszuschöpfen – denn am Wochenende haben die Menschen Zeit für einen Einkaufsbummel. Im Stadtrat haben wir jetzt einen Beschluss auf den Weg gebracht, wonach am 1. und am 29. August die Meißner Geschäfte von 12 bis 18 öffnen dürfen. Den Anlass, den das Ladenschlussgesetz für jeden Einkaufssonntag vorschreibt, bieten am 1. August das Gassenzauber-Wochenende mit vielen Straßentheater-Veranstaltungen und am 29. August das Stelldichein der Fellbacher Weingärtner in Meißen.

Reicht es aus, die Öffnungszeiten der Geschäfte zu erweitern?

Natürlich geht es für den Einzelhandel darum, mit seinen Stärken wie der Beratung und dem Erlebnis vor Ort zu überzeugen – und damit in der Konkurrenz zum Online-Handel bestehen zu können. Hier ist zunächst mal jedes Geschäft selbst gefordert, mit Schaufenstergestaltung, Werbung und Angeboten an die Kundschaft auf sich aufmerksam zu machen. Der Gewerbeverein kann beim Organisieren gemeinsamer Aktionen helfen, um viele Menschen in die Stadt und ihre Läden zu locken – wie etwa der Modenacht im September.

Wir haben uns auch für den August etwas einfallen lassen: Für den 13. August, einen Freitag, bereiten wir gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung und der Sächsischen Zeitung eine Cocktailnacht vor. Dann sind die Läden bis 24 Uhr geöffnet. Unser Konzept sieht vor, dass die Einzelhändler in ihren Geschäften coole Drinks anbieten. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, und nicht alle Drinks müssen Alkohol enthalten. Die Besucher sind aufgerufen, mittels Fotos in den sozialen Medien den besten Drink des Abends zu küren. Mit der Idee für die 1. Meißner Cocktailnacht haben wir uns übrigens auch beim Wettbewerb „So geht sächsisch. Jetzt lokal handeln!“ beteiligt.

Mit welchem Erfolg?

Wir haben ein vom Freistaat Sachsen ausgelobtes Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro gewonnen. Das Geld können wir für Werbemaßnahmen rund um die „Heiße Einkaufsnacht bis 24 Uhr mit coolen Drinks“ ausgeben – für Anzeigen, Großplakate und Aufsteller vor den einzelnen Geschäften.

Der Gewerbeverein richtet traditionell die Modenacht und das Weinfest aus. Lohnt es sich, solche Großveranstaltungen für diesen Herbst zu planen – angesichts sich verdichtender Hinweise auf eine bevorstehende weitere Welle der Pandemie?

Wir arbeiten an Konzepten, die diese Veranstaltungen ermöglichen. Die Modenacht soll am 25. September stattfinden, ähnlich wie im vorigen Jahr. Ab 17 Uhr gibt es Musik auf dem Markt und um 19.30 Uhr beginnt die Show, bei der Models aus Dresden auf dem Laufsteg zeigen, was die Modegeschäfte in der Stadt an Neuem zu bieten haben. Und die beteiligten Modegeschäfte sind am Abend des 25. September geöffnet.

Auch ein Weinfest soll es geben. Wegen der Bundestagswahl mussten wir den Termin in diesem Jahr auf das Wochenende vom 1. bis zum 3. Oktober verschieben. Wir sind mit der Stadtverwaltung im Gespräch, um eine genehmigungsfähige Veranstaltung planen und möglichst auch durchführen zu können. Wie das Weinfest genau ablaufen kann, hängt von den geltenden Regelungen und Vorsichtsmaßnahmen ab.

Beim Weinwochenende, als das das Weinfest im vorigen Jahr gefeiert wurde, hatten die Veranstalter auf Insellösungen gesetzt. Hat sich dieses Konzept bewährt?

Im Großen und Ganzen schon. Wir haben es geschafft, die Besucherströme in Meißen auf die verschiedenen Veranstaltungsorte – in der Innenstadt, auf dem Domplatz, auf der Festwiese und rechtselbisch auf dem Gelände der früheren Rollschuhbahn – zu verteilen. Nach den gegenwärtigen Bestimmungen, die maximal 999 Besucher zur gleichen Zeit an einem Veranstaltungsort zulassen, könnte das Weinwochenende etwa so wie im vorigen Jahr stattfinden, ohne Großveranstaltungen und ohne Festumzug.

Wird es in diesem Jahr die Meißner Weihnacht geben?

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Wir planen so, dass der Weihnachtsmarkt in Meißen am 22. November eröffnet werden kann – wenn es die aktuellen Bestimmungen zulassen, muss ich heute jedoch hinzufügen. In jedem Fall gibt es den schon seit 2003 stattfindenden Adventskalender am historischen Rathaus. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Martin Schuster sind wir bereits auf der Suche nach Sponsoren für die einzelnen Fenster.

Das Gespräch führte Harald Daßler.

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