Meißen
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Jugendklub X. Weltfestspiele: Ehemalige Mitglieder treffen sich

Vor einem halben Jahrhundert begannen die Renovierungsarbeiten am Jugendklub X. Weltfestspiele in Meißen. Demnächst ist ein Treffen geplant.

Von Andre Schramm
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Der ehemalige Jugendclub "X-ten" auf der Dresdner Straße. 1972 begannen die Umbauarbeiten. Ein Treffen ehemaliger Mitglieder ist demnächst geplant.
Der ehemalige Jugendclub "X-ten" auf der Dresdner Straße. 1972 begannen die Umbauarbeiten. Ein Treffen ehemaliger Mitglieder ist demnächst geplant. © Claudia Hübschmann

Meißen. Fragt man die Bestandsmeißner nach dem Jugendclub, bekommt man sowas, wie "ach na klar den X-ten" oder "Disko mit Spulentonband" als Antwort. Manchmal gibt es auch nur ein müdes Lächeln. Der Jugendklub X. Weltfestspiele ist vielen in der Stadt noch heute ein Begriff. Untergebracht war er in einer Villa auf der Dresdner Straße in Meißen-Spaar. Bis daraus jedoch ein Treff für die Jugend wurde, musste selbige erst Hand anlegen. "Ich war damals 14 Jahre alt und gehörte mit zu den jüngsten, die sich nach einem Aufruf meldeten", erinnert sich Andrea Förster. Man habe Jugendliche gesucht, die bei der Renovierung und dem Umbau helfen wollten. "Jugendarbeitseinsätze, Subotniks und so weiter waren ja in der DDR nichts Ungewöhnliches", erinnert sich die heute 64-Jährige. 1972 begannen die Arbeiten an der "Villa Schulz", wie sie in Meißen auch genannt wurde.

"Wir haben verputzt, neue WCs eingebaut, Wände rausgerissen, gemalert und vieles mehr. Selbst die Grünflächen wurden auf Vordermann gebracht", erzählt Frau Förster weiter. Die Eröffnung fand am 15. August 1973 statt, wenige Tage nach den 10. Weltfestspielen in Berlin. Doch es brauchte auch Leute, die den Klub am Laufen hielten. Als der damalige Wohngebietsvorsitzende mit dem Anliegen um die Ecke kam, hob auch Andrea Förster die Hand.

"Wir haben Getränke verkauft, sauber gemacht und den Ordnungsdienst gestellt – alles unentgeltlich. Das war eine dufte Truppe mit mehr als 20 jungen Männern und Frauen. Sogar einen Dienstplan gab es", erzählt Andrea Förster weiter. Legendär sind die Diskoabende im Erdgeschoss mit Spulentonband und Plattenspieler. Weil bis 22 Uhr getanzt wurde, kamen die jüngeren Gäste nur mit Muttizettel rein. Oben standen Billardtische. Draußen gab es Freiluftschach. Sonntags nach dem Mittag war immer Tanztee. Mindestens einmal, so erzählt Förster weiter, sei der Klub zum Wahllokal umfunktioniert worden. Zeitweise habe sogar ein Hausmeisterehepaar in dem Anwesen gewohnt.

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Sie war bis 1975 aktiv, zog dann weg. In dieser Zeit sind einige Freundschaften entstanden. Nicht nur das. "Viele sind im Jugendklub X. Weltfestspiele ihrer großen Liebe erstmals über den Weg gelaufen", sagt sie. Bei ihr war es auch so. Ihren inzwischen verstorbenen Ehemann hatte sie hier kennengelernt. "Ich persönlich habe viele schöne Erinnerungen an diese Zeit", sagt Andrea Förster. Nach der Wende wurde das Haus vom Kreisjugendring genutzt. Später wurde es saniert. Danach zog eine kinderreiche Familie ein. Zuletzt war es in Privatbesitz.

Als Andrea Förster neulich mit Freunden wieder in der Gegend war, fiel das Gespräch auf die markante Immobilie. "Mir wurde klar, dass der Umbau zum Jugendclub nun schon ein halbes Jahrhundert zurückliegt", erzählt sie. Es entstand die Idee, mit dem ehemaligen Team und Jugendklubmitgliedern ein Wiedersehen zu organisieren. "Viele sind schon an die 70 Jahre, manche leben leider auch nicht mehr", sagt Andrea Förster. Das Treffen soll am 30. September stattfinden, allerdings in Radeburg. Ehemalige können sich gern unter 0171 77 80 575 melden. E-Mail: E-Mail: [email protected]