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Kaum noch freie Kinder-Betreuungsplätze

Niederau profitiert vom Zuzug junger Familien. Das schafft allerdings an anderen Stellen neue Probleme.

Die Kindertagesstätte "Auenknirpse" in Oberau ist gut besucht, die Krippenplatze sind sogar alle vergeben.
Die Kindertagesstätte "Auenknirpse" in Oberau ist gut besucht, die Krippenplatze sind sogar alle vergeben. © Claudia Hübschmann

Niederau. In den Kindereinrichtungen der Gemeinde, insbesondere in den Kinderkrippen, wird es eng. Es sind dort kaum noch freie Plätze zu haben. So ist die Kinderkrippe in Oberau mit 28 Mädchen und Jungen zu 100 Prozent ausgelastet. Das Gleiche gilt für die Krippe in Niederau. Zehn Kinder werden hier betreut, mehr geht nicht. Und auch alle sechs Plätze bei einer Tagesmutti in Ockrilla sind belegt.

Nur wenig besser sieht es in den Kindergärten und im Hort aus. Die Auslastung in den Kindergärten schwankt zwischen 89 und 98 Prozent. 154 Schülerinnen und Schüler besuchen den Hort der Grundschule in Niederau, das sind 97 Prozent.

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Geht die Entwicklung so weiter, was mit dem Neubau etlicher Ein- und Mehrfamilienhäuser durch junge Familien abzusehen ist, könnte Niederau bald in die Bredouille kommen. Denn seit August 2013 gibt es einen Rechtsanspruch von Eltern auf Betreuung ihrer Kinder. Jedes Kind, welches das erste Lebensjahr vollendet hat, hat bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres einen Rechtsanspruch darauf. Die Kommunen sind also gesetzlich verpflichtet, Kindern in dem entsprechenden Alter einen Platz in einer Kindereinrichtung oder bei einer Tagesmutter bereitzustellen. Dabei ist es unerheblich, ob die Eltern berufstätig sind oder nicht.

Dieser Anspruch kann sogar eingeklagt werden. Eine solche Klage ist allerdings nur sinnvoll, wenn die Gemeinde über freie Plätze verfügt und ein Kind trotzdem keinen Platz erhält.

Gemeinde will mit Neubau vorbauen

Damit es gar nicht erst soweit kommt, baut die Gemeinde im wahrsten Sinne des Wortes vor, plant den Ersatzneubau einer Kindertagesstätte in Niederau. Allerdings geht das wohl nur, wenn Fördermittel fließen, denn die Kosten werden auf 3,5 Millionen Euro geschätzt. Wenn diese bewilligt werden, könnte der Bau im nächsten Jahr beginnen, hoffte Bürgermeister Steffen Sang (parteilos).

In dem Neubau sollen 80 Betreuungsplätze entstehen, davon aber nur 30 neue. Die anderen Plätze sollen von einer Kindergartengruppe belegt werden, die derzeit im Hortgebäude untergebracht ist. Das würde Raum für neue Hortplätze schaffen. Auch aus der Kindertagesstätte in Oberau sollen Plätze herausgenommen werden, um dort einen Personalraum zu schaffen und bessere Arbeitsbedingungen zu bieten.

Die aktuellen Zahlen zeigen jedenfalls, wie dringend notwendig es ist, neue Plätze für die Kinderbetreuung zu schaffen. Und deshalb werden in Niederau auch Szenarien durchgespielt, ob und wie ein Bau auch mit weniger als den geplanten Fördermitteln durchgeführt werden könnte.

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