merken
PLUS Meißen

Kaum noch Geld für Straßenbau

Lommatzsch beschließt einen "Corona-Haushalt". Die Stadt kann weniger investieren. Einen Kunstrasenplatz gibt es vorläufig nicht.

Die Straße Lahme Henne in Lommatzsch wurde im vergangenen Jahr gebaut. Sieben Jahre wartete man auf Fördermittel.
Die Straße Lahme Henne in Lommatzsch wurde im vergangenen Jahr gebaut. Sieben Jahre wartete man auf Fördermittel. © Gerhard Schlechte

Lommatzsch. Im vergangenen Jahr wurde die "Lahme Henne", die Straße zwischen Neckanitz und der Kreisstraße, erneuert. Sieben Jahre hatte es gedauert, ehe für die 900 Meter lange Straße Fördermittel bewilligt wurden. Die reinen Baukosten von 585.000 Euro wurden vom Freistaat zu 80 Prozent gefördert. So konnte nach vielen Jahren wieder mal eine Straße in Lommatzsch und seinen Ortsteilen ausgebaut werden. Und wird wohl für lange Zeit die letzte sein.

Denn Lommatzsch hat nun seinen "Corona-Haushalt" für 2021 beschlossen. "Wir haben zwar nicht großflächig Investitionen gestrichen, aber deutlich weniger Einnahmen. Deshalb wurden Investitionen sehr vorsichtig geplant", sagt Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP). Das betrifft vor allem den Straßenbau. "Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten Jahren keine Fördermittel für den Straßenbau geben wird. Es ist bedenklich, dass die Fördertöpfe leer sind", sagt die Bürgermeisterin.

Anzeige
Allzeit gut beraten
Allzeit gut beraten

Kompetente Unterstützung zu Gesundheit und den passenden Produkten findet man in Riesa in der Domos-Apotheke in der Elbgalerie sowie in der Galeria-Apotheke.

Erstmal nur einen Zaun

Coronabedingt kommen auch die Planungen für den Kunstrasenplatz nicht voran. In diesem Jahr soll erst einmal ein Zaun um den Platz gebaut werden. Dies sei notwendig, damit überhaupt erst einmal ein Antrag auf Fördermittel gestellt werden könne. Ob es diese gibt, steht in den Sternen. Klar ist hingegen, dass die Stadt derzeit kein Geld für die Eigenmittel hat. "Irgendetwas müssen wir an dem Platz machen. Doch mittelfristig bis 2024 haben wir kein Geld für irgendeine Variante", so die Rathauschefin.

Ohnehin ist der Platz in Lommatzsch umstritten, vor allem wegen der hohen Kosten. Die dürften wohl zwischen 900.000 und einer Million Euro liegen. Auch wenn es Fördermittel gäbe, bleibt ein großer Eigenanteil für die Stadt. Kritiker sehen auch, dass der jetzige Platz in einem hochwassergefährdeten Gebiet liegt. Würde ein Kunstrasenplatz gebaut und überflutet, wäre er hinüber. Kritisiert wird auch, dass die Fußballer gegenüber anderen Vereinen bevorteilt würden. Schließlich hatten sie schon vor mehr als drei Jahren eine Flutlichtanlage bekommen.

Die halten dagegen. Auf dem Sportplatz trainierten etwa 130 Kinder. Hinzu käme der Spielbetrieb und der Erwachsenensport. Auf dem Hartplatz fänden auch Wettkampfspiele statt, aber nicht mehr lange. Der Deutsche Fußball Bund (DFB) lasse Spiele auf derartigen Plätzen nicht mehr zu. Auch ein natürlicher Rasenplatz sei keine Alternative. Dieser könne von Oktober bis April nicht genutzt werden.

Es gibt allerdings auch eine gute Nachricht für die Lommatzscher. Steuererhöhungen sind keine vorgesehen. Allerdings gehört Lommatzsch schon jetzt im Landkreis Meißen zur Spitzengruppe, was die Höhe der höchsten Grund- und Gewerbesteuern betrifft.

Mehr zum Thema Meißen