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Terence-Hill-Museum kann wieder nicht öffnen

Im Vorjahr zweimal abgesagt, sollte das Terence-Hill-Museum in Lommatzsch zu Ostern starten. Doch es wird wieder nichts. Immerhin gibt es einen neuen Termin.

Schon vor einem Jahr führte Bürgermeisterin Anita Maaß durch das neu konzipierte Terence-Hill-Museum, aber auch damals schon nur für die Presse.
Schon vor einem Jahr führte Bürgermeisterin Anita Maaß durch das neu konzipierte Terence-Hill-Museum, aber auch damals schon nur für die Presse. © Claudia Hübschmann

Lommatzsch. Aller guten Dringe sind drei. Zweimal wurde die Eröffnung des neugestalteten Terence-Hill-Museums im vergangenen Jahr wegen der Coronakrise abgeblasen. Ursprünglich war eine große Sause für den 29. März vorigen Jahres geplant. Am 81. Geburtstag von Terence Hill sollte das neue Museum öffnen. Daraus wurde nichts. Auch der 1. Mai wurde als Eröffnungstermin abgesagt. Das Museum blieb das gesamte Jahr über geschlossen.

Jetzt aber soll es klappen. Wiederauferstehung am Ostersonnabend sozusagen. Denn an diesem Sonnabend, dem 3. April, ist nun geplant, die vom Budenhaus ins Heimatmuseum umgezogene und erweiterte Ausstellung der Öffentlichkeit vorzustellen. "Wir gehen aktuell davon aus, dass wir am Ostersonnabend endlich unser Stadtmuseum wieder eröffnen können. Zwar werden wir anfangs wahrscheinlich nur wenige Besucher pro Stunde durch das Museum führen können, aber es wird ein Anfang sein", sagt Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP).

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Doch jetzt die Kehrtwende. "Wir mussten die Eröffnung erneut verschieben. Denn nach der neuen Corona-Schutzverordnung des Freistaates Sachsen, die im Entwurf vorliegt und ab 1. April in Kraft treten soll, müssen Museen geschlossen bleiben, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen bei über 100 liegt. Deshalb macht die geplante Eröffnung keinen Sinn mehr", so die Lommatzscher Bürgermeisterin.

Aufgebaut mit Originalstücken wurde die "gute Stube" der Familie Girotti.
Aufgebaut mit Originalstücken wurde die "gute Stube" der Familie Girotti. © Claudia Hübschmann
Anita Maas führt durch das neu konzipierte Terence Hill Museum in Lommatzsch, hier durch eine zeitgenössische Küche.
Anita Maas führt durch das neu konzipierte Terence Hill Museum in Lommatzsch, hier durch eine zeitgenössische Küche. © Claudia Hübschmann
Prunkstück der Wohnstube ist der Kamin mit den originalen blauen Kacheln.
Prunkstück der Wohnstube ist der Kamin mit den originalen blauen Kacheln. © Claudia Hübschmann
Nicht mehr im Budenhaus, sondern im Stadtmuseum befindet sich jetzt die Ausstellung.
Nicht mehr im Budenhaus, sondern im Stadtmuseum befindet sich jetzt die Ausstellung. © Claudia Hübschmann

Dabei war man in Lommatzsch gut vorbereitet. "Wegen seiner Größe und weil es auf jeder Etage Luftreinigungsgeräte gibt, hätten pro Stunde bis zu 30 Besucher eingelassen werden können", sagt Anita Maaß. Die Vorlage eines Testergebnisses sei von der Stadt nicht geplant gewesen. Sie gehe aber davon aus, dass bei Öffnung von Museen derartige Schnelltests vorgeschrieben würden.

Geöffnet werden soll nicht nur für Einheimische, sondern auch für Auswärtige. Eintrittskarten sollten, müssten aber nicht online gebucht werden.

"Es hat keinen Sinn, uns jetzt von Woche zu Woche zu hangeln und ständig neue Eröffnungstermine zu verkünden", sagt Anita Maaß. Deshalb habe man die geplante Öffnung des Museums nun wie im Vorjahr auf den 1. Mai verschoben. Danach ist vorgesehen, dass das Museum immer von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet wird. Aber auch das hängt von der Entwicklung der Infektionszahlen ab.

Die neue Ausstellung für Terence Hill, der am Montag 82 Jahre alt wurde, muss also weiter warten. Er hat unter seinem richtigen Namen Mario Girotti nicht nur als Kind in Lommatzsch gelebt, seine Mutter stammte aus einer Lommatzscher Fabrikantenfamilie. Marios Großmutter Emma war die Tochter des Glasunternehmers Carl Menzel. Mit der Gründung des Glaswerkes leitete dieser 1897 die Industrialisierung von Lommatzsch ein.

Die neue Ausstellung gliedert sich in zwei Teile. Im Untergeschoss und im Obergeschoss wird die Zeit zwischen 1943 und 1945 vermittelt, in der Terence Hill als Kind unter seinem bürgerlichen Namen Mario Girotti in Lommatzsch lebte. Im zweiten Teil der Ausstellung im Ober- und Dachgeschoss wird gezeigt, wie aus Mario Girotti der berühmte und gefeierte Schauspieler Terence Hill an der Seite von Bud Spencer wurde. Mit Originalobjekten und Reproduktionen wird die Filmgeschichte noch einmal lebendig.

In der Wohnung Döbelner Straße 40, in der die Familie Girotti in Lommatzsch lebte, wohnten seit 1976 die Schwiegereltern der Bürgermeisterin. 1996 und 1998 war Terence Hill bei der Familie Maaß zu Gast, erkannte die Wohnung wieder, obwohl diese inzwischen umgebaut und aufgeteilt wurde. In der Ausstellung ist auch das Wohnzimmer mit dem gedeckten Mittagstisch der Familie Girotti zu sehen.

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Wann Besucher die neue Ausstellung, die seit über einem Jahr fertig ist, besichtigen können, ist also weiter ungewiss. Normalerweise geht die Saison vom 3. April bis zum 31. Oktober. Nun beginnt sie eben am 1. Mai. So Corona es will. Vielleicht sind aller guten Dinge auch vier.

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